Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

Simone von Zglinicki

Simone von Zglinicki
Darsteller

* 03. September 1951
Chemnitz
Deutschland

SIMONE VON ZGLINICKI • Biographie Seite 1/1

Die Schauspielerin Simone von Zglinicki sorgt mit ihren ersten beiden DEFA-Filmrollen bei Kritikern und Zuschauern für Furore. Sie spielt junge Mädchen auf ihrem komplizierten Weg zum Erwachsenwerden in Filmen von Bernhard Stephan und Herrmann Zschoche. Ihr unsentimentales und ehrliches, frisches und natürliche Spiel wird gelobt. Das vorwiegend junge Publikum kann sich in ihr und ihren Problemen in FÜR DIE LIEBE NOCH ZU MAGER? (1974) und LIEBE MIT 16 (1974) wiederfinden.

Simone von Zglinicki wird am 03. September 1951 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) geboren. Über ihre familiäre Herkunft ist derzeit nichts bekannt. Nach ihrem Schulabschluß bewirbt sie sich im Fach Schauspiel an der Theaterhochschule "Hans Otto" in Leipzig. Sie wird angenommen und absolviert dort ein fünfjähriges Studium. Danach wird sie 1974 am Deutschen Theater engagiert, dem sie bis heute angehört.

An der traditionsreichen Theaterstätte erspielt sich die junge Darstellerin nicht nur ein umfangreiches Repertoire, sondern zählt auch bald zu den wichtigsten Darstellerinnen des Ensembles. Unter anderem gibt sie die Miranda in "Der Sturm" und ist als Katharine in "Die Widerspenstige Zähmung", beide von William Shakespeare, zu sehen, Sie spielt die Regine in der Inszenierung "Gespenster" unter der Regie von Thomas Langhoff und agiert als Frau Krehler in "Kanzlist Krehler" nach Georg Kaiser. Derzeit ist Simone von Zglinicki als Claire in der erfolgreichen Inszenierung "Die Zofen" unter der Regie von Konstanze Lauterbach zu sehen. Außerdem spielt sie Eurydike in "Antigone" und Frau Missionar Lina Rose in "Die Physiker". Der Theaterarbeit wird die Schauspielerin immer den Vorrang einräumen. Für ihre darstellerischen Leistungen in diversen Stücken am Deutschen Theater ist sie mit dem Kritikerpreis der Berliner Zeitung ausgezeichnet worden.

Bereits kurz nach ihrem Schauspielstudiums wird die DEFA auf die junge Darstellerin aufmerksam. Unter der Regie von Bernhard Stephan spielt sie in FÜR DIE LIEBE NOCH ZU MAGER? (1974) das junge Mädchen Susanne auf ihrem schwierigen Weg zum Erwachsenwerden. Die unscheinbare Susanne möchte die Liebe von Lutz erringen, der sie aber kaum bemerkt. Erst als sie selbstbewußt ihre Zuneigung eingesteht, sieht er in ihr mehr als eine Freundin. Der Film wird als überaus ehrlich und authentisch eingeschätzt, bietet ein frisches und anrührendes Bild jugendlicher Lebensweise in der DDR. Es ist eine poetisch und einfühlsam erzählte Liebesgeschichte, die mal ernst, mal heiter daherkommt und immer glaubhaft bleibt.

Im selben Jahr feiert auch ihr Film LIEBE MIT 16 (1974) von Herrmann Zschoche Premiere. Hier stellt sie das Mädchen Ina dar, die sich in Matti verliebt, aber die junge Beziehung, die behutsam und sensibel inszeniert wird, noch nicht als Endgültiges - wie es die Eltern nahelegen - begreifen will. Besonders die Darstellungen von Simone von Zglinicki in ihren ersten Rollen werden gelobt. In beiden Filmen beweist sie ihre Ausstrahlungskraft, stellt die Probleme einer Jugendlichen mit einer Intensität dar, wie es jungen Schauspielern vor der Kamera nur selten gelingt. Damit gilt die Darstellerin als große Entdeckung des Jahres.

Nach ihrem Erfolg in den zwei Jugendfilmen ist Simone von Zglinicki als Näherin Luisa in dem Märchenfilm HANS RÖCKLE UND DER TEUFEL (1974) zu sehen, in dem der Puppenspieler und Mechanikus Hans Röckle (gespielt von Rolf Hoppe) ihr eine selbstnähende Nadel anfertigt. In dem Kinderfilm DER UNTERGANG DER EMMA (1974) von Helmut Dziuba spielt sie die Pionierleiterin Gretchen, die mit den Kindern das alte Fährschiff "Emma" wieder flott macht. Eine weitere Hauptrolle übernimmt Simone von Zglinicki in dem Liebesfilm EINE HANDVOLL HOFFNUNG (1977) von Frank Vogel. Sie spielt die Telefonistin Anneliese Weyher, die im Nachkriegs-Berlin erst zu sich selbst finden muß.

In der Folge agiert Simone von Zglinicki in zahlreiche größeren und kleineren Rollen in Filmen der DEFA. Unter anderem ist sie in DIE FLUCHT (1977) unter der Regie von Roland Gräf an der Seite von Armin Mueller-Stahl zu sehen. Nochmals spielt sie unter der Leitung des Regisseurs in MÄRKISCHE FORSCHUNGEN (1982). Hier gibt sie die Frau Unverloren in einem brillanten Schauspielerensemble neben Kurt Böwe, Hermann Beyer und Jutta Wachowiak. Im selben Jahr mimt sie in dem erfolgreichen und mehrfach ausgezeichneten Kinderfilm SABINE KLEIST, 7 JAHRE (1982) von Helmut Dziuba die Heimerzieherin Edith, die die kleine Sabine besonders in ihr Herz geschlossen hat. Als sie ein Kind erwartet, reagiert das Mädchen enttäuscht und stiehlt sich aus dem Kinderheim davon. Der Film ist unsentimental und sensibel, leise und behutsam inszeniert.

Neben ihrer Arbeit für die DEFA ist Simone von Zglinicki auch im Fernsehen der DDR präsent. Wie viele ihrer Schauspielkollegen ist sie in Teilen der populären Serien "Polizeiruf 110" und "Der Staatsanwalt hat das Wort" zu sehen. Auch nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten setzt die Schauspielerin ihre Karriere auf der Theaterbühne und vor der Kamera fort. Sie ist in gesamtdeutschen Fernsehproduktionen präsent, agiert in Kriminalfällen für den "Polizeiruf 110" sowie in einer "Schimanski"-Folge. Auftritte in den Vorabend-Serien "Großstadtrevier", "In aller Freundschaft" und "Für alle Fälle Stefanie" komplettieren ihre Aktivitäten vor der Fernsehkamera. Eine größere Rolle erhält sie in der ARD-Serie "Familie Dr. Kleist" (2004). Aktuell ist die Darstellerin als Staatsanwältin Mitterer beim MDR zu sehen.

Auch in anspruchsvollerer Fernsehunterhaltung ist das Gesicht der Darstellerin präsent. Der Regisseur Andreas Dresen besetzt sie in "Das andere Leben des Herrn Krein" (1994), ein Kammerspiel über einen DDR-Oppositionellen und seinen Stasi-Spitzel. Nochmals arbeitet sie mit dem Regisseur bei seinem Fernsehfilm "Raus aus der Haut" (1997) zusammen. Ende der 90er Jahre übernimmt sie unter anderem eine Rolle in der mehrteiligen Dokumentation "Klemperer - Ein Leben in Deutschland" (1999). Danach tritt sie in anderen renomierten deutschen TV-Serien wie "Tatort" und "Der letzte Zeuge" auf. 2007 steht die Schauspielerin für die ZDF-Produktion "Erlkönig" (2007) von Urs Egger zusammen mit Henry Hübchen vor derKamera.

Seltener sind Arbeiten für das Kino; in kleineren Rollen ist Simone von Zglinicki zu sehen. Regisseurin Margarethe von Trotta engagiert die Schauspielerin für DAS VERSPRECHEN (1994). Der Film schildert über 30 Jahre deutsche Geschichte anhand eines Liebespaares, das in den 60er Jahre in den Westen fliehen will, aber getrennt wird. Außerdem spielt sie in dem Kinderfilm ANNA WUNDER (2000) mit. In dem hochgelobten WOLFSBURG (2003) von Christian Petzold agiert sie als Krankenschwester.

Simone von Zglinicki lebt in Berlin.

-----
Autorin: Ines Walk
Stand: März 2008
Diese Biografie ist mit einer Förderung der DEFA-Stiftung entstanden.

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,95952