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Werner Finck

Werner Finck
Drehbuch, Darsteller

* 02. Mai 1902
Görlitz
Deutschland
† 31. Juli 1978
München
Deutschland

WERNER FINCK • Biographie Seite 1/1

Witz und Humor und dies auf Kosten ihrer selbst konnten die Nationalsozialisten nicht ertragen. Der Kabarettist und Schauspieler Werner Finck hat es am eigenen Leib gespürt. Er macht auch nach 1933 noch politisches Kabarett unter dem Motto: "Witz als Widerstand."

Werner Finck wird am 02. Mai 1902 in Görlitz geboren. Er ist der Sohn eines Apothekers. Nach seiner Schulausbildung besucht er die Kunstschule in Dresden. Nebenbei reist er als Märchenerzähler durch Sachsen. Er ist Mitglied verschiedener Laienspielgruppen bis er 1925 sein erstes Engagement als Schauspieler am Theater der schlesischen Kleinstadt Bunzlau (heute Boleslawiec in Polen) erhält.

1929 siedelt Werner Finck nach Berlin über. Mit seiner Kollegin Ruth Poelzig gründet er das literarische Kabarett "Die Katakombe". Bis 1935 ist er der Leiter der Spielstätte, die große Erfolge feiern kann. Nebenbei arbeitet er auch als zeitkritischer Kolumnist im "Berliner Tageblatt". Seine Rubrik nennt er "Von mir aus...".

Ab 1931 arbeitet Werner Finck für den Film. Bis 1938 ist er an über 20 Spielfilmen beteiligt. Nie erhält er größere Rollen, aber er ist bei einigen wichtigen Produktionen der Zeit dabei. Er spielt in der Detlef Siercks-Satire APRIL! APRIL! (1935) oder an der Seite von Zarah Leander in LA HABANERA (1937).
Für Werner Finck wird in der Zeit des Nationalsozialisten das Kabarett mit seinem doppelbödigem politischen Witz zum Risiko. Beschrieben wird er als harmloser, liebenswürdiger Zeitgenosse, der mit Doppelsinn und Wortspiel über Hausdurchsuchung, Konzentrationslager, Angst und Lüge Witze macht. Er wird 1935 gemeinsam mit seinen Kollegen Günther Lüders und Walter Gross verhaftet und kurzfristig im Konzentrationslager Esterwegen interniert. Danach belegen ihn die Nationalsozialisten mit einem einjährigen Berufsverbot. 1937 darf er wieder arbeiten und findet ein Engagement am Berliner "Kabarett der Komiker", bis dieses 1939 verboten wird. Werner Finck wird aus der "Reichskulturkammer" ausgeschlossen. Das kommt einem Berufsverbot gleich. Die freiwillige Meldung zum Kriegsdienst rettet ihn vor langjähriger Haft. 1942 wird er wieder für neun Monate verhaftet.

Nach 1945 gründet Werner Finck in München das Kabarett "Schmunzelpartei". Später wird er für ein Jahr in Zürich das Kabarett "Nebelhorn" leiten und 1949 in Stuttgart "Die Mausefalle", später noch einen Ableger in Hamburg, gründen. Sein Berufsfeld ist vielseitig: er arbeitet als Herausgeber einer satirischen Wochenschrift; ist Mitarbeiter beim NWDR; arbeitet am Theater als Schauspieler, u.a. in den Münchener Kammerspielen als Polonius in "Hamlet" oder als Professor Higgins in "My Fair Lady"; mit seinen Kabarettprogrammen tourt er auch in den USA. Für seine Arbeit wird Werner Finck mit dem "Kabarettistenring" ausgezeichnet.

Ab den 50er Jahren ist Werner Finck auch wieder vielfach auf der Leinwand zu sehen. In Filmen wie DER MÜDE THEODOR (1957), DIE ZWILLINGE VON ZILLERTHAL (1957) oder KLASSENKEILE (1969) kommt sein komisches Talent zu tragen. Seine schauspielerischen Fähigkeiten werden leider viel zu selten ausgeschöpft. Wolfgang Staudte holt ihn für seinen Film ROSEN FÜR DEN STAATSANWALT (1959) und der Regisseur Max Ophüls setzt ihn in LOLA MONTEZ (1955) ein.

Auch beim Fernsehen ist Werner Finck beschäftigt. Neben seiner eigenen Serie "Schrott verwertet dich", schreibt er satirische Texte. In Rainer Werner Fassbinders fünfteiligen TV-Serie "Acht Stunden sind kein Tag" spielt er neben Hanna Schygulla und Gottfried John.

1972 erscheinen seine Erinnerungen unter dem Titel "Alter Narr - was nun?".
Werner Finck stirbt am 31. Juli 1978.

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