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Rudolf Klein-Rogge

Rudolf Klein-Rogge
Darsteller

* 24. November 1885
Köln
Deutschland
† 29. Mai 1955
Wentzelsdorf
Österreich

RUDOLF KLEIN-ROGGE • Biographie Seite 1/1

Das Gesicht des Schauspielers Rudolf Klein-Rogge steht für Dr. Mabuse. Er gehört in den 20er Jahren zu den gefragten Schauspielern. Wie kein anderer verkörpert er auf der Leinwand das Dämonische. Sein Schauspiel wird zum Synonym für Zwielichtigkeit und Machtfülle, die entweder brutale Herrscher und sich im Hintergrund aufhaltende wahnsinnige Drahtzieher zu eigen machen wollen.

Rudolf Klein-Rogge wird am 24. November 1885 (andere Quellen nennen das Jahr 1888) in Köln geboren. Sein Vater ist Jurist. In seiner Heimatstadt besucht er das Gymnasium. Er unterbricht die Schule und beginnt eine Ausbildung an einer preußischen Kadettenschule. Nach drei Jahren macht er dann doch das Abitur. Danach geht nach Berlin und beginnt ein Studium der Kunstgeschichte. Nebenbei lässt er sich bei Hans Sieber in Schauspiel ausbilden.

1909 debütiert der Schauspieler in Halberstadt am Stadttheater. Später spielt er auf Bühnen in Düsseldorf, Nürnberg, Aachen und Kiel, bis er 1918 nach Berlin an das Lessing-Theater kommt. In der Zeit erarbeitet sich Rudolf Klein-Rogge ein umfangreiches Repertoire. Er spielt in "Julius Cäsar" von William Shakespeare, steht in den Stücken von Georg Kaiser auf der Bühne. Auf der Theaterbühne wird er ein Star, besonders am Nürnberger Stadttheater wird er gefeiert.

Seit 1919 arbeitet der Schauspieler für den Film. Anfangs erhält er kleine Rollen von fast allen Berliner Produktionsfirma. Ein Jahr später beginnt er mit dem jungen Regisseur Fritz Lang zusammen zu arbeiten. Ihre gemeinsamen Filme zählen zu den wichtigsten der deutschen Stummfilmzeit. Rudolf Klein-Rogge wird einer der bevorzugten Schauspieler des Regisseurs, der den Schauspieler besonders gern als zwielichtige Gestalt besetzt. Er spielt in KÄMPFENDE HERZEN (1921), steht bei DER MÜDE TOD (1921) vor der Kamera. In DR. MABUSE, DER SPIELER - 1. TEIL: DER GROßE SPIELER - EIN BILD DER ZEIT (1922) gibt er den genialen Verbrecherkönig Mabuse und erringt mit dieser Hauptrolle den Durchbruch als Schauspieler.

Mittlerweile arbeitet der Schauspieler auch für andere Regisseure wie Friedrich Zelnik und Rochus Gliese. In Filmatelier in Babelsberg entstehen seine meisten Filme DER STEINERE REITER (1922) oder PIETRO, DER KOSAR (1925). Rudolf Klein-Rogge wird zum 'expressionistischen Gesicht' der Zeit. Ab 1928 wird der Schauspieler auch öfters in französischen Filmen besetzt.

Die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Fritz Lang währt bis 1933. Der Schauspieler gibt den König Etzel in DIE NIBELUNGEN - 1.TEIL: SIEGFRIED, spielt in dem Klassiker METROPOLIS (METROPOLIS Trailer) (1926) den größenwahnsinnigen Erbauer der Maschinen-Maria Dr. Rotwang und ist in SPIONE (1928) dabei. Der letzte gemeinsame Film, bereits ein Tonfilm, wird DAS TESTAMENT DES DR. MABUSE (1933). Fritz Lang verlässt das nationalsozialistische Deutschland in Richtung Hollywood, Rudolf Klein-Rogge bleibt in Deutschland und wird in der Folge auf größere Nebenrollen festgelegt.

Der Tonfilm hält an seinem Rollenklischee als zwielichtge Gestalt fest, hat aber keine qualitätsvollen Rollen mehr zu bieten. Nur selten kann er seine schauspielerischen Fähigkeiten voll entfalten. Ab und an wird der Schauspieler in komödiantischen Rollen eingesetzt, so in DAS HOFKONZERT (1936) oder DIE GÖTTLICHE JETTE (1937). Anfang der 40er Jahre zieht sich der Schauspieler aus dem Filmgeschäft zurück.

Rudolf Klein-Rogge ist in erster Ehe von 1914 bis 1921 mit der Drehbuchautorin Thea von Harbou verheiratet. Seine nächsten Ehefrauen sind Margarete Neff und die schwedische Schauspielerin Mary Johnson, mit der er den Sohn Egil hat.

Rudolf Klein-Rogge stirbt - von der Öffentlichkeit vergessen und unbeachtet - am 30. April 1955 in Wentzelsdorf (Österreich).

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