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Ida Wüst

Ida Wüst
Drehbuch, Darsteller

* 10. Oktober 1884
Frankfurt (Main)
Deutschland
† 04. November 1958
Berlin
Deutschland

IDA WÜST • Biographie Seite 1/1

Ida Wüst ist die alte Schachtel, die schrullige Tante, die mondäne Diva oder die wunderliche Großmutter. In mehr als 130 Filmen spielt sie diesen Typ Frau, der sich beim deutschen Kinopublikum über mehrere Jahrzehnte hinweg einer äußerst großen Beliebtheit erfreut.

Ida Wüst wird am 10. Oktober 1884 in Frankfurt, am Main geboren. Über ihre Herkunft ist derzeit nichts bekannt. Nach ihrem Abschluß am dortigen Lyzeum nimmt sie Schauspielunterricht bei Thessa Klinghammer.

Bereits mit 16 Jahren erhält sie erste Engagements am Stadttheater Colmar. Später arbeitet sie auf den Bühnen von Bomberg und Leipzig. Ab 1907 ist sie Ensemblemitglied des Lessing-Theaters in Berlin. Die junge Schauspielerin erarbeitet sich ein umfangreiches Repertoire. Sie spielt anfangs im Fach der jungen Naiven, tritt in Hosenrollen auf und wird bald eine gefragte Schauspielerin im Bereich der Komik. Zeit ihres Lebens wird die Schauspielerin auf der Theaterbühne stehen.

1919 kommt die Schauspielerin mit dem Film in Berührung. Gemeinsam mit dem Schauspieler Bruno Kastner schreibt sie Drehbücher. Aber erst 1922 erhält sie selbst ihre erste größere Rolle in der Joe May-Produktion TRAGÖDIE DER LIEBE - 1. TEIL (1923). In allen vier Teilen spielt sie die Madame de la Roquére. In der Folge wird sie eine vielbeschäftigte Schauspielerin beim Film. Zu den bekanntesten Stummfilmen der Schauspielerin zählen DIE DRITTE ESKADRON (1926) oder DER BETTELSTUDENT (1927). Sie spielt Mütter und chouragierte Damen, die ihre Umwelt tyrannisieren. Diesen Typ verkörpert die Schauspielerin auch in der Tonfilmzeit. In mehr als 120 Filmen steht die Künstlerin bis 1945 vor der Kamera. Sie feiert Erfolge als Gattin des Bürgermeisters in dem Publikumsrenner DREI TAGE MITTELARREST (1930). Neben Stars wie Hans Moser oder Ralph Arthur Roberts gibt sie die Frau mittleren Alters. Ihre Rollen bringen ihr den Spitznamen "die wüste Ida" ein.

Nach 1945 kann Ida Wüst bis 1949 ihren Beruf nicht nachgehen. Von den verantwortlichen Behörden in Berlin wird der Schauspielerin eine Entnazifizierung nicht zugestanden. Schauspielkollegen, u.a. Eduard von Winterstein bezeugen, daß sie während der nationalsozialistischen Zeit Kollegen denunziert hat. Erst 1949 wird sie als "entlastet" eingestuft. Sie kann wieder auf der Bühne und beim Film arbeiten.

Ida Wüst gehört keinem festen Theaterensemble an, ist vielmehr der Gast, u.a. an der Kleinen Komödie in München oder gibt Gastspiele an verschiedenen Bühnen in Westdeutschland. Besonders erfolgreich ist sie als Mutter Wolfen in dem Stück "Der Biberpelz" von Gerhard Hauptmann.
Beim Film spielt sie wieder ähnliche Rollen wie vor 1945.

Ida Wüst ist bis 1923 mit dem Schauspieler Bruno Kastner verheiratet. Im September 1958 erleidet sie einen Schlaganfall, der mit einer Lungenenzündung einhergeht. Sie stirbt am 04. November 1958 in Berlin.

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Autorin: Ines Walk
Stand: Oktober 2004

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