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Ralph Arthur Roberts

Ralph Arthur Roberts
Drehbuch, Liedtext, Darsteller

* 02. Oktober 1884
Meerane
Deutschland
† 12. März 1940
Berlin
Deutschland
andere Namen Ralph A. Roberts

RALPH ARTHUR ROBERTS • Biographie Seite 1/1

Der Schauspieler Ralph Arthur Roberts ist fast vergessen. Ein Lied, welches er für eine Revue komponiert und getextet hat, ist heute noch ein Gassenhauer: "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins". Aus dem Hamburg und Berlin der 20er Jahre ist der Theaterregisseur, später auch Theaterinhaber, sowie Bühnen- und Filmschauspieler nicht wegzudenken. Sein Markenzeichen zu Beginn der deutschen Tonfilmära ist ein Monokel.

Ralph Arthur Roberts wird am 02. Oktober 1884 als Robert Arthur Schönherr in Meerane (Sachsen) geboren. Sein Vater ist Bäcker. Die Familie zieht nach Dresden, hier wächst der Junge auf und besucht ein Gymnasium in der Dresdner Neustadt. Während seiner Schulausbildung interessiert er sich für die Schauspielerei, beginnt als Statist am Albert-Theater zu arbeiten. Als die Schuldirektion von seiner Nebenbeschäftigung erfährt, wird er von der Schule verwiesen.

Ralph Arthur Roberts läßt sich davon nicht abschrecken. Er nimmt Schauspiel-Unterricht bei Adolf Windts. Außerdem nimmt er Unterricht in Kompositionslehre bei Felix Draeseke, der am Dresdner Konsveratorium lehrt. Bereits im Alter von 19 Jahren erhält er sein erstes Engagement in Wiesbaden am dortigen Residenztheater. In der nächsten Zeit wechselt er häufig die Bühnen, steht in Berlin, Breslau und Hamburg auf den Theaterbrettern. Der I. Weltkrieg unterbricht seine Karriere. Er wird eingezogen und als Offizier 1918 entlassen. Sofort kehrt er zu seinem letzten Engagement zurück, ans Thalia-Theater in Hamburg. Hier ist er nicht nur Schauspieler, sondern auch Regisseur und Oberspielleiter.

Auf der Theaterbühne wird Ralph Arthur Roberts ein bekannter Komiker. Er spielt Molieré und Sternheim, ist als Frosch in "Die Fledermaus" zu sehen. Als Regisseur inszeniert er die Revue "Bunt ist die Welt". Hier komponiert er einen Song, der bis heute überaus bekannt ist: "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins". Ab 1921 arbeitet Ralph Arthur Roberts in Berlin, übernimmt die Leitung des Komödienhauses. Bald eröffnet er ein eigenes Theater in der Berliner Behrenstrasse. Hier werden Boulevardstücke gegeben, häufig stammen sie aus der Feder von Ralph Arthur Roberts.

Bereits in seiner Hamburger Zeit kurz nach dem I. Weltkrieg debütiert der Schauspieler beim Film. Die Hamburger Produktionsfirma Vera-Filmwerke besetzt ihn gern in ihren Filmen. Er arbeitet unter anderem mit Regisseuren wie Paul Otto, Felix Basch oder Gerhard Lamprecht zusammen. Eine seiner bekanntesten Rollen ist jene des Striese, Direktor eines Schmierentheaters, der mit seiner Truppe den Schwank DER RAUB DER SABINERINNEN (1928) aufführt. Ralph Arthur Roberts ist an mindestens 27 Stummfilmen beteiligt. Gelobt wird seine groteske Körperkomik und die brillante Schauspielkunst. Lustspiele, Komödien und Schwänke sind das bevorzugte Genre des Darstellers.

In der Tonfilmzeit werden seine Auftritte beim Film noch häufiger. Er spielt zahlreiche verschrobene Charaktere, denen er mit seiner Darstellung und dem Monokel - nunmehr Markenzeichen in seinem Gesicht - zahlreiche Absonderlichkeiten zuweist. Allein in den zwei Jahren 1930 und 1931 ist er an mindestens 20 Filmproduktionen beteiligt. In den häufigsten Fällen sind es die damals beliebten Unterhaltungsstoffe, die Carl Boese, Georg Jacoby und Carl Heinz Wolff inszenieren.

Ralph Arthur Roberts stirbt am 12. März 1940 an einer Lebensmittelvergiftung in Berlin.

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