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Franziska Troegner

Franziska Troegner
Darsteller

* 18. Juli 1954
Berlin
Deutschland

FRANZISKA TROEGNER • Biographie Seite 1/1

Die Schauspielerin Franziska Troegner startet ihre Karriere auf der Theaterbühne. Sie ist eine gefragte Schauspielerin und 20 Jahre lang Mitglied im "Berliner Ensemble". Auch als Kabarettistin macht sie sich einen Namen. Parallel zur Bühnenarbeit hat die Darstellerin seit Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn in vielen Kino- und Fernsehfilmen mitgewirkt. Mit ihrer Präsenz in komischen Rollen wird sie überaus populär. Immer bemüht sie sich, nicht auf die Rolle der 'komischen Nudel' festgelegt zu werden. Franziska Troegner überzeugt in tragend-tragischen Rollen, im Kino wie im Fernsehen.

Franziska Troegner ist am 18. Juli 1954 in Berlin geboren. Ihr Vater ist der Schauspieler und Kabarettist Werner Troegner, ihre Mutter arbeitet als Sängerin an der Komischen Oper Berlin. Die Tochter will schon früh in die Fußstapfen ihrer Eltern treten, als 5-Jährige debütiert sie im Berliner Metropol-Theater, mit 15 Jahren spielt sie im Jugendstudio des Berliner Kabaretts "Die Distel". Außerdem nimmt sie Schauspielunterricht bei Doris Thalmer. Nach ihren Abitur bewirbt sie sich mit Erfolg am Berliner Ensembles. Dort erhält sie eine schauspielerische Ausbildung und wird 1976 nach bestandener Bühnenreifeprüfung von der damaligen Intendantin Ruth Berghaus engagiert.

Bis 1993 steht die Schauspielerin am Berliner Ensemble auf der Bühne. Sie spielt Bertolt Brecht, fällt als stumme Katrin in "Mutter Courage und ihre Kinder" auf, gibt der Polly Peachum in der "Dreigroschenoper" Gestalt und ist die Grusche im Stück "Der kaukasische Kreidekreis". Mit den Stücken geht das Ensemble auf Tournee. Franziska Troegner begeistert unter anderem in Paris, London, Athen, Mailand, Moskau und Mexico-City das Publikum. Nach der Wende - 1993 - kommt für die Schauspielerin das Aus am Traditionstheater. Seitdem gehört sie keinem festen Theaterensemble mehr an.

Schon früh melden sich Film und Fernsehen. Der Regisseur Roland Gräf gibt der jungen Schauspielerin ihre erste DEFA-Rolle in P.S. (1979). Hier spielt sie Marlies, eine junge Frau, die aus dem Heim kommt. In DER BAULÖWE (1980) unter der Regie von Georgi Kissimov spielt sie neben Rolf Herricht dessen Filmtochter Ingrid Keul. Sie arbeitet mit Regisseuren wie Horst E. Brandt, Rolf Losansky und Frank Vogel zusammen. Früh wird ihr komisches Talent entdeckt, zu selten darf die Schauspielerin in tragischen Rollen überzeugen. In MENSCH, MEIN PAPA...! (1988) mimt sie die Ulrike, die Tochter des Erich Zarling, gespielt von Erwin Geschonneck, die von den Bretter, die die Welt bedeuten, träumt. Der Regisseur Frank Beyer engagiert sie für DER BRUCH (1989), wo sie an der Seite von Götz George, Rolf Hoppe und Otto Sander im Berliner Milieu überzeugt.

Im Fernsehen der DDR erreicht Franziska Troegner große Populärität. Mehrfach ist sie in tragenden Rollen auf der kleinen Leinwand zu sehen. Unter anderem spielt sie in Bühnenadaptionen wie dem Lessing-Stück "Minna von Barnhelm" (1978) unter der Regie von Piet Drescher, in "Wenn ich Dich nicht hätte" (1982) nach Gottfried Keller, in der Anna Seghers-Adaption "Das Obdach" und steht in "Narrenweisheit" nach Lion Feuchtwanger vor der Kamera. Vielfach überzeugt Franziska Troegner in komischen Rollen. Sie ist großen Fernsehproduktionen wie dem 6-Teiler "Einzug in's Paradies" (1984) und dem 4-Teiler "Das Leben von Johann Sebastian Bach" (1985) dabei. Mehrmls ist Franziska Troegner mit Helga Hahnemann in TV-Shows zu sehen.

Nach dem Zusammenbruch der DDR im November 1989 hat die Darstellerin keine Schwierigkeiten, sich auf der bundesdeutschen Leinwand zu behaupten. Immer wieder erhält sie Rollen, in denen sie ihre schauspielerische Vielfalt unter Beweis stellen kann. In unterschiedlichsten Genres gelingt es ihr, auch in Neberollen einprägsame Menschen zu gestalten, die die Zuschauer nachhaltig bewegen. In HEIDI M. (2001) von Michael Klier zeigt Franziska Troegner eine sympathisch zupackende Charakterskizze als Heidi beste Freundinnen. Für ihre Darstellung wird sie für den Bundesfilmpreis als Beste Nebendarstellerin nominiert.

Im Fernsehen ist Franziska Troegner eine vielbeschäftigte Darstellerin. Sie ist unter anderem die Sketsch-Partnerin von Diether Krebs und Dieter Hallervorden. In Serie wie "Liebling Kreuzberg", "Tatort", "Mama ist unmöglich" und "Der Landarzt" ist sie dabei.

2005 ist sie im Kino neben dem Hollywood-Star Johnny Depp in der Literaturverfilmung CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK (2005) von Tim Burton zu sehen und sichert sich große internationale Aufmerksamkeit. Als pausbackige Mrs. Glopp gewinnt sie zusammen mit ihrem übergewichtigem Sohn Augustus eine Einladung in die Schokoladenfabrik von Willy Wonka und hat gemeinsam mit ihrem Sohn die Chance, den Betrieb zu übernehmen. Daraus wird aber nichts.

Neben ihrer Filmarbeit ist Franziska Troegner mit eigenen Programmen unterwegs. Seit 1996 tritt sie mit Soloabenden in Deutschland und Österreich auf, unter anderm mit Brecht-Songs. Sie trägt "Jazz Lyrik Prosa" vor oder unterhält mit kabarettistischen Programmen wie "Für's Schubfach zu dick". An der Hochschule für Musik und Theater Rostock gibt sie einen Interpretationskurs für Song, Chanson und Musical. Seit 1976 arbeitet die Schauspielerin zudem bei etwa 500 Hörspielen als Sprecherin.

Franziska Troegner lebt in Berlin. Im Oktober 2004 erscheint ihre Autobiographie unter dem Titel "Fürs Schubfach zu dick".

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Autorin: Ines Walk
Stand: März 2008

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