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Inge Keller

Inge Keller
Darsteller

* 15. Dezember 1923
Berlin
Deutschland

INGE KELLER • Biographie Seite 1/1

Inge Keller ist eine Institution auf der Theaterbühne! Sie wird als unnachgiebig beschrieben – und streng. Streng im Denken, streng gegen sich selbst, sie geht den Dingen auf den Grund. Überaus präzise ist sie im Umgang mit der deutschen Sprache. Sie möchte den Zuschauern und -hörern "den Genuss eines Kommas, die Überraschung eines Doppelpunktes, das Atemholen eines Gedankenstrichs" geben.

Inge Keller wird am 15. Dezember 1923 in Berlin-Friedenau geboren. Ihr Vater ist Fabrikant. Schon früh entdeckt sie ihre Leidenschaft für das Theater. Sie läßt sich nach ihrer Schulausbildung in der Schauspielschule in Berlin ausbilden. 1942 debütiert sie am Theater am Kurfürstendamm. Ihre Wander- und die letzten Kriegsjahre verbringt sie auf Bühnen in Freiberg und Chemnitz. 1949 kehrt sie in ihre Heimatstadt zurück, spielt anfangs in Westberlin am Schloßpark-Theater. Seit 1950 gehört die Schauspielerin zum Ensemble des Deutschen Theaters in Berlin.

Über 50 Jahren steht sie dort auf der Bühne. Immer wieder spielt sie emanzipierte Frauen. Ihr Repertorie ist vielschichtig. In klassischen Stücken wie Johann Wolfgang Goethes "Iphigenie auf Tauris", inszeniert 1963 von Wolfgang Langhoff, oder als Elisabeth in William Shakespeares "Richard III." ist sie zu Hause, genauso wie in modernen Stücken von Ibsen, Tschechow oder Garcia Lorca. Am Deutschen Theater unter der Intendanz und Regie von Heinz Hilpert, Wolfgang Langhoff und Wolfgang Heinz wird Inge Keller zu einer der wichtigen Schauspielerinnen in Deutschland. Sie gilt als Urgestein des Theaters, spielt unverdrossen und hat noch nie, auch im hohen Alter nicht, ihren Text vergessen.

Seit Mitte der 80er Jahre liest die Schauspielerin in Matinees Texte von berühmten deutschen Schrifstellern und Autorinnen: Anna Seghers gehört dazu wie Ingeborg Bachmann und Grete Weil, sie liest Texte von Stefan Zweig, Thomas Mann und Christoph Hein. Ihre Lese-Vormittage werden berühmt. Im nächsten Jahr wird die Schauspielerin in dem Heiner-Müller-Stück "Auftrag" zu sehen sein, das der Schauspieler Ulrich Mühe zum 75. Geburtstag des Dramatikers herausbringt.

Seit Ende der 40er Jahre steht die Schauspielerin auch vor der Kamera. Obwohl das Theater ihre Leidenschaft ist, ist sie in ausgewählten Rollen in DEFA-Filmen zu sehen. In Gerhard Lamprechts Film QUARTETT ZU FÜNFT (1949) debütiert sie. Die Künstlerin spielt in TV-Filmen, kann sich ihre Rollen aussuchen. In Erinnerung bleiben Filme wie der TV-Vierteiler nach Hans Fallada "Wolf unter Wölfen" (1964), wo sie in der Regie von Hans-Joachim Kasprizk an der Seite von Wolfgang Langhoff und Armin Mueller-Stahl brilliert.

Die Künstlerin erlebt das politische Scheitern einiger Filmprojekte wie HAUS IM FEUER von Herbert Ballmann, der den Harry Thürk-Stoff "Die Stunden der toten Augen" 1958 verfilmen will. Die Direktion der DEFA entzieht nach zweijähriger Arbeit dem Regisseur die Produktionsgenehmigung. Inge Keller verteidigt vehement den Film und bittet den Kulturprofessor Alfred Kurella persönlich um Unterstützung, umsonst. Auch in KARLA (1966), der ebenfalls verboten wird und erst 1999 in die Kinos kommt, ist die Schauspielerin beteiligt. Trotzdem bleibt sie in der DDR, aus - wie sie selbst sagt - einem "sozialem Empfinden" heraus. Ein filmisches Comeback vor der Kamera feiert sie als alte Dame mit über 70 Jahren in AIMÉE & JAGUAR (1999).

Inge Keller erhält zahreiche Auszeichnungen, u.a. den Kunstpreis der DDR und den Nationalpreis. Die Schauspielerin ist Mitglied der Akademie der Künste.

Inge Keller ist in erster Ehe seit 1952 mit Karl-Eduard von Schnitzler, damals Kommentator von "Der schwarze Kanal" im DDR-Rundfunk verheiratet. Sie wird Mutter einer Tochter. Barbara Schnitzler wird in die Fußtapfen der Mutter treten und ebenfalls Schauspielerin werden. Auch ihre bevorzugte Spielstätte wird das Deutsche Theater in Berlin. Die Ehe scheitert allerdings und wird geschieden.
Inge Keller lebt und arbeitet in Berlin.

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