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Uwe Kockisch

Uwe Kockisch
Darsteller

* 31. Januar 1944
Cottbus
Deutschland

UWE KOCKISCH • Biographie Seite 1/1

Uwe Kockisch gehört zu jenen Schauspielern, die in Ost wie West geschätzt und geliebt werden. Er beginnt seine Theaterkarriere am Maxim-Gorki-Theater in Berlin, dem er seit nunmehr über 20 Jahren treu bleibt, und gehört zu den angesehenden jungen Schauspielern in DEFA-Filmen. Nach dem Fall der Mauer kann sich der Darsteller schnell im gesamtdeutschen Kino- und TV-Bereich durchsetzen.

Uwe Kockisch wird am 31. Januar 1944 in Cottbus geboren. Bevor er sich erfolgreich an der Staatlichen Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin bewirbt, probiert er sich in fünf verschiedenen Berufen aus. Nach dem Abschluß der Ausbildung erhält er ein erstes Engagement in seiner Heimatstadt am dortigen Theater und geht später für kurze Zeit nach Karl-Marx-Stadt. Anfang der 80er Jahre kommt er nach Berlin und spielt seitdem am Maxim-Gorki-Theater, später an der Berliner Schaubühne. Er spieltunzählige Hauptrollen unter namhaften Regisseuren wie Luc Bondy, Robert Wilson und Thomas Langhoff, brilliert in Klassikern wie "Ein Sommernachtstraum" von Shakespeare oder "Drei Schwestern" von Anton Tschechow. Auch in modernen Stücken von Botho Strauß, Peter Handke oder Susan Sontag ist er zu sehen.

Mit dem Film kommt der Schauspieler Mitte der 70er Jahre in Kontakt. Seine erste Rolle erhält er in dem realistischen DEFA-Jugendfilm FÜR DIE LIEBE NOCH ZU MAGER (1975) von Bernhard Stephan. Bereits in seinem zweiten Kinofilm LACHTAUBEN WEINEN NICHT (1979) von Ralf Kirsten erhält er eine Hauptrolle und fällt durch seine natürliche Spielweise auf. Er mimt Rolf Ziener, von seinen Kollegen "Lachtaube" genannt. Seine Schmelzerbrigade kämpft um Demokratie und Mitbestimmung und konfrontiert die Betriebsleitung mit Arbeitsverweigerung.

International bekannt wird Uwe Kockisch mit seiner Darstellung in dem Film DEIN UNBEKANNTER BRUDER (1985) in der Regie von Ulrich Weiß. Der Regisseur adaptiert die gleichnamige Erzählung von Willi Bredel. Geschildert wird die Geschichte einer antifaschistischen Widerstandsgruppe, in die ein Spitzel der Nazis eingeschleust wird. Der Regisseur und Drehbuchautor ändert die Vorlage dahingehend, daß der Verräter aus den eigenen Reihen kommt. Der Film wird nach der offizielen Abnahme für das Max-Ophüls-Festival vorgesehen, erhält eine Einladung zu den Filmfestspielen in Cannes. Aber aus all dem wird nichts: Nach Sichtung des Films durch ein Politbüromitglied, der sich dahingehend äußert, daß seine Kämpfer nicht so waren, wird der Film für die internationale Bühne zurückgezogen und auch national mit keinerlei Auszeichnungen bedacht.

Aber der Schauspieler Uwe Kockisch ist aus der DEFA-Landschaft der 80er Jahre nicht mehr wegzudenken. Es folgen Rollen in dem mehrfach ausgezeichneten Kinderfilm SABINE KLEIST, SIEBEN JAHRE (1982) unter der Regie von Helmut Dziubas; er spielt den Vater in RABENVATER (1985) und tritt in TREFFEN IN TRAVERS (1988) an der Seite von Michael Gwisdek und Corinna Harfouch auf.
Ebenfalls seit Mitte der 70er Jahre ist Uwe Kockisch ein beliebter Schauspieler im DDR-Fernsehen. In zahlreichen Fernsehspielen, unter anderem "Erziehung vor Verdun" (1973) oder "Jenny" (1975) ist er zu sehen. Auch sein großer Erfolg auf der Theaterbühne "Drei Schwestern" wird für das Fernsehen adaptiert.

Nach dem Zusammenbruch der DDR im Herbst 1989 kann sich der Schauspieler schnell im gesamtdeutschen Kino- und TV-Bereich durchsetzen. Uwe Kockisch spielt bevorzugt in diversen Krimi-Serie wie "Tatort", "Rosa Roth" oder "Die Straßen von Berlin" mit, übernimmt in "Zappek" 26-mal die Rolle des ermittelnden Helden, der unrasiert seine Fälle löst. Als Nachfolger von Joachim Król löst er in "Donna Leon" ebenfalls Verbrechen. Auch in aufwendig produzierten Fernsehspielen ist der Schauspieler zu sehen, etwa in der Verfilmung der Manfred Krug-Biographie unter dem Titel "Jurek B" von Frank Beyer. In dem preisgekrönten TV-Spiel "Der Tunnel" (2000) steht er auf der Seite der DDR-Organe und spielt Oberst Krüger.

Die große Leinwand bietet dem Schauspieler gleichfalls Aufgaben. Mehrfach arbeitet Uwe Kockisch mit Michael Gwisdek zusammen; in DIE SPUR DES BERNSTEINZIMMERS (1992) stehen beide als Schauspieler vor der Kamera, in DAS MAMBOSPIEL (1998) spielt er unter der Regie seines Kollegen.

Seine derzeit aktuelle Produktion ist die Ost-West-Komödie KLEINRUPPIN-FOREVER, die im Frühjahr 2004 in die deutschen Kinos kommt. Hier spielt Uwe Kockisch einen Vater, der aus der DDR ausgewandert ist und sich mit viel Ehrgeiz eine erfolgreiche Existenz in Bremen aufgebaut hat, aber seinem Sohn gegebüber nur Kälte zeigen kann.

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