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Horst Drinda

Horst Drinda
Darsteller

* 01. Mai 1927
Berlin
Deutschland
† 21. Februar 2005
Berlin
Deutschland

HORST DRINDA • Biographie Seite 1/1

Dem ostdeutschen Publikum wird Horst Drinda in Erinnerung bleiben als Kapitän Karsten in der erfolgreichen TV-Serie ZUR SEE (1974/76). Vor seiner beachtlichen Karriere beim deutschen Fernsehen stehen seine Erfolge in den Kinoproduktionen der DEFA. Als junger Held beginnt er.

Horst Drinda wird am 1. Mai 1927 in Berlin geboren. Am Ende des II. Weltkrieges beginnt er eine Lehrausbildung und wird Flugzeugbauer. Sein größter Traum ist, Flugzeugingenieur zu werden. Dafür wird er auch vorbereitet. Er soll die Laufbahn eines technischen Offiziers einschlagen. In der Schlacht um Berlin wird er mit 18 Jahren in der Infanterie eingesetzt, im Februar 1945. Er wird verwundet und übersteht das Ende des III. Reiches im Wedding. Danach ist der Trümmerarbeiter, Gerüstbauer.

Im September 1945 spricht er an der Schauspielschule des Deutschen Theaters in Berlin dem aus der Sowjetunion zurückgekehrten Schauspieler und Regisseur Gustav von Wangenheim vor. Er wird aufgenommen und einer der ersten Stipendiaten. Zusätzlich nimmt er Unterricht bei Horst Caspar und Inge von Wangenheim. Bereits ein Jahr später debütiert er an diesem Haus und erhält danach immer mehr Rollen. Als jugendlicher Held und Charakterdarsteller macht er auf sich aufmerksam. Er spielt den Ferdinand in "Egmont". In der Besson-Inszenierung "Der Drache" feiert er internationalen Erfolg. Bis Anfang der 70er Jahre bleibt er dem Theaterhaus treu und ist Ensemblemitglied. Nachdem er zum Fernsehen der DDR wechselt, tritt er auch als Gast am Deutschen Theater auf.

Ab 1948 arbeitet Horst Drinda auch für die DEFA. In dem Film UND WIEDER 48 (1948) in der Regie seines Theater-Mentors Gustav von Wangenheim feiert er sein Debüt vor der Kamera. Anfangs spielt er kleinere Rollen. Diese nicht in den großen Kinoproduktionen, sondern in der "Stacheltier"-Produktion.
1954 wird er mit der Hauptrolle in dem Studienabschlußfilm von Konrad Wolf EINMAL IST KEINMAL (1954) besetzt. Durch diesen sozialistischen Heimatfilm wird er zum Liebling der jungen Mädchen. Die Rolle des smarten Sonnyboy, umschwärmt von den Frauen, spielt er auch in einem der erfolgreichsten DEFA-Filme der Zeit DIE LIEBE UND DER CO-PILOT (1960). Sein komödiantisches Talent kann er in DER DIEB VON SAN MARENGO (1962) beweisen.

Aber es folgen auch anspruchsvollere Rollen. In dem Konrad Wolf-Film LISSY (1956) spielt er den kleinbürgerlichen Angestellten Fromeyer. In Günther Rückerts DIE BESTEN JAHRE (1964) ist er der Neulehrer Ernst Machner. In einer der teuersten DEFA-Produktionen KLX AN PTX - DIE ROTE KAPELLE (1971) spielt er den Juristen und Wirtschaftsexperten Arvid Harnack, der die Widerstandsgruppe Rote Kapelle gründet.

Horst Drinda ist auf dem Höhepunkt seiner Popularität angelangt und verläßt die DEFA, wechselt zum Ensemble des Fernsehen der DDR. Er spielt in Serie des POLIZEIRUF 110, in DER STAATSANWALT HAT DAS WORT und eben jenen Kapitän Karsten in dem Mehrteiler ZUR SEE, der ihn beim Publikum außerordentlich beliebt macht. Aber es sind nicht nur die unterhaltenden Serienproduktionen, sondern auch seine Darstellungen von historischen Figuren, mit denen er das Publikum gewinnt. Er ist Axel Caesar Springer, Georgi Dimitroff, Karl Marx, Salvador Allende oder den preußische Generalstabschef Scharnhorst. Beim Fernsehen führt er auch Regie, etwa bei der Triologie DIE HOSE, SNOB, 1913.

In den 90er Jahren zieht sich Horst Drinda aus dem Filmgeschäft zurück.
Er lebt in Berlin und übernimmt noch kleinere Gastrollen in Fernsehfilmen und -serien.

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