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Erich Kaiser-Titz

Erich Kaiser-Titz
Schnitt, Mitarbeit, Darsteller

* 07. Oktober 1875
Berlin
Deutschland
† 22. November 1928
Berlin
Deutschland
andere Namen Heinrich Felix Erich Kaiser-Titz

ERICH KAISER-TITZ • Biographie Seite 1/1

Der Schauspieler Erich Kaiser-Titz hat deutsche Filmgeschichte geschrieben. Wahrscheinlich ist er der am meisten beschäftigste Darsteller der deutschen Stummfilmzeit. Nach einigen Quellen spielt er von 1911 bis 1928 in mehr als 300 Filmen mit.

Erich Kaiser-Titz wird am 07. Oktober 1875 in Berlin geboren. Sein Vater ist Architekt. Auf dessen Wunsch hin soll der Sohn ebenfalls Architekt werden. Erich Kaiser-Titz beginnt nach seiner Schulausbildung eine Ausbildung als Kunstschlosser. Er geht auf Baustellen, arbeitet als Maurer, Zimmermann und wird später auch Baustellenleiter. Erst Mitte der 20er Jahre entscheidet sich der junge Mann für einen anderen Berufszweig: er wird Schauspieler.

Erste Engagements führen den Schauspieler in den Norden Deutschlands. Er spielt in Lübeck, Kolberg, steht in Hannover und Bremen auf der Bühne. 1906 spielt er zum ersten Mal in der Hauptstadt Berlin. Er tritt im Neuen Theater auf, später steht er auch im Deutschen Theater unter Max Reinhardt auf der Bühne. Neben seiner intensiven Filmarbeit wird sich der Schauspieler dem Theater immer verpflichtet fühlen.

1911 debütiert Erich Kaiser-Titz bei dem neuen Medium Film. Er wird einer der meistgeschäftigsten Schauspieler der frühen Stummfilmzeit. Nach einigen Quellen spielt er in mehr als 300 Filmen mit. Seine erste Rolle erhält er bei der Messter Projektions GmbH in dem Streifen DAS GEFÄHRLICHE ALTER (1911) in der Regie des Routiniers Adolf Gärtner. Nach einer zweijährigen Pause beginnt seine eigentliche Filmkarriere, denn ab 1913 dreht er pro Jahr meistens nicht weniger als zwei Filme, häufig sind es fünf oder sechs Streifen, in denen er pro Jahr vor der Kamera steht. Für die nächsten zwei Jahre bis 1915 arbeitet er allein für die Messter Projektions GmbH. Er spielt an der Seite des Leinwand-Stars Henny Porten, gibt bevorzugt Kavaliere und Ehegatten, Liebhaber und Frauenhelden. Ab 1916 ist er auch für anderen Filmfirmen in ganz Berlin tätig. In diesem Jahr feiern ganze sechzehn Filme mit dem Schauspieler ihre Uraufführung.

Einen enormen Schub erhält seine Karriere, als die Detektive das frühe Kino erobern. Mitte der 10er Jahre sind Detektivfilme bei den Zuschauern überaus beliebt. Neben dem Klassiker Sherlock Holmes werden für den deutschen Markt Stewart Webbs, Joe Deebs, Harry Higgs oder Rat Anheim erfunden. Dies sind nur einige Name jener ersten Detektive, die sich durch die Verbrecherwelt kämpfen und jeden Fall lösen. Erich Kaiser-Titz macht sich einen Namen als Detektiv Engelbert Fox unter der Regie von Richard Oswald, gibt auch mal den legendären Sherlock Holmes. Er ist ebenso in mehreren Filmen der rätselhafte Phantomas für die Greenbaum-Film GmbH.

Während des I. Weltkrieges kann sich der Schauspieler auch in dramatischen Rollen beweisen. In Richard Oswalds Literaturverfilmung HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN (1915) spielt er die Hauptrolle. In der Folge wird der Schauspieler auch als historische Person besetzt; er gibt den Begründer der Sozialdemokratie in FERDINAND LASSALLE (1918) unter der Regie von Rudolf Meinert. In zahlreichen Filmen arbeitet Erich Kaiser-Titz mit den wichtigsten Regisseuren der Zeit zusammen, dazu gehören neben Richard Oswald und Rudolf Meinert unter anderem auch Walter Schmidthässler oder Lupu Pick. Der Schauspieler steht bei fast allen bedeutenden Produktionsfirma mehrmals unter Vertrag.

Erich Kaiser-Titz stirbt am 22. November 1928 in Berlin, kurz nachdem er die Dreharbeiten zu seinem letzten Film UNGARISCHE RHAPSODIE (1928) beendet hat.

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