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Christine Laszar

Christine Laszar
Darsteller

* 19. Dezember 1931
Ortelsburg (Ostpreußen)
Deutschland (heute Polen)

CHRISTINE LASZAR • Biographie Seite 1/1

Die Schauspielerin Christine Laszar hat Anfang der 60er Jahre ihren absoluten Karrierehöhepunkt. Sie ist in zahlreichen DEFA-Filmen zu sehen, vorrangig in politischen Abenteuerfilmen, Spionage- und Agentenstreifen. In vielen Fällen verkörpert sie kühl-distanzierte Frauen, die über eine natürliche Eleganz verfügen und in den politischen Kämpfen der Zeit - sei es als Journalistin, Ärztin, Künstlerin oder einfach Ehegattin - nicht immer auf der richtigen Seite steht.

Christine Laszar wird am 19. Dezember 1931 in Ortelsburg, Ostpreußen (heute Szczytno, Polen) geboren. Über ihre familiäre Herkunft ist derzeit nichts bekannt. Sie absolviert nach ihrer Schulausbildung die Westberliner Schauspielschule und beginnt ihre Theaterlaufbahn am Renaissance-Theater in Berlin. Außerdem sammelt die junge Schauspielerin Erfahrungen beim Westberliner Kabarett "Die Stachelschweine" und in der Münchner "Schaubude". Sie ist ebenso in kleineren Fernsehstudios tätig. In der DDR gastiert sie an der Volksbühne in Berlin.

Mit ihrer letzten Theaterrolle in München debütiert sie vor der DEFA-Kamera. Sie gibt die Geliebte eines amerikanischen Generals in dem letzten Filmwerk von Regisseur Erich Engel. Sein politischer Abenteuerfilm GESCHWADER FLEDERMAUS (1958) nach einem Bühnenstück von Rolf Honold ist mit Wolfgang Heinz, Günther Simon und Norbert Christian prominent besetzt. Im Film unterstützt ein amerikanisches Transportgeschwader die französische Kolonialarmee im Krieg gegen Vietnam. Sie fliegen Munition unter Missachtung des Völkerrechts. Nur Chefpilot Bryk weigert sich zu fliegen und flieht später mit der Dolmetscherin Thao in den befreiten Teil Vietnams. Die weibliche Hauptrolle bringt Christine Laszar eine Festanstellung bei der DEFA ein, sie siedelt 1958 in die DDR über. In der Folge gehört die Darstellerin Anfang der 60er Jahre zu den Spitzenschauspielern der DEFA, spielt zahlreiche Hauptrolle und steigt damit in der Gunst des Publikums ganz nach oben. In vielen Fällen sind es Kriminalfälle, Politthriller und Spionagegeschichten, in denen die häufig kühl und distanziert agierende Schauspielerin zu sehen ist.

In dem Agentenfilm DIE PREMIERE FÄLLT AUS (1959) von Kurt Jung-Alsen gibt sie die junge Schauspielerin Vera Herrmann am Bärenfurter Stadttheater, die mit dem Verdächtigen Oberspielleiter Born liiert ist. Unter der Regie von Gottfried Kolditz spielt sie in WEISSES BLUT (1959) die Ehefrau eines jungen Bundeswehr-Offiziers, der bei einem Atombombentest Strahlung abbekommen hat und unheilbar krank geworden ist. Beide wenden sich an die Öffentlichkeit und treten gegen die atomare Rüstung auf. Als Wirtschaftsredakteurin Christine Koch bringt sie in BEVOR DER BLITZ EINSCHLÄGT (1959) von Richard Groschopp dem talentierten, aber etwas oberflächlichen Reporter einer Berliner Zeitung Verantwortung bei. Als Dr. Barbara Frei überzeugt sie in DER TOD HAT EIN GESICHT (1961) unter der Regie von Joachim Hasler. Hier kämpft sie als junge Chemikerin gegen die Verwendung eines neuen Giftstoffes, der jegliches Leben vernichten, ohne die materiellen Werte zu zerstören. In dem Kurt Maetzig-Film DER TRAUM DES HAUPTMANN LOY (1961) wird sie in einem amerikanischen Militärflugzeug als Corporal Doris Graves von der United States Air Force von einem Agenten getötet. In DER ARZT VON BOTHENOW (1961) von Johannes Kittel verkörpert sie an der Seite von Otto Mellies dessen anspruchsvolle und strapaziöse Ehefrau.

Christine Laszar ist in dem erfolgreichen Spionage-Thriller FOR EYES ONLY (1963) von Janos Veiczi sowie in dem Agentenfilm SCHWARZER SAMT (1963) von Heinz Thiel zu sehen. In letzterem entpuppt sie sich als eiskalte Mörderin. In HAMIDA (1963) von Jean Michaud-Mailland spielt sie Helene, die Mutter des kleinen Renaud und Mitglied einer französischen Farmerfamilie in Tunesien der 50er Jahre, die sich hartherzig gegen die arabischen Landarbeiter verhalten. MÖRDER AUF URLAUB (1964) unter der Regie von Bosko Boskovic schildert einen Erpressungs- und Mordfall im jugoslawischen Ferienparadies St. Stephan. Hier verkörpert Christine Laszar die Ehefrau eines Schweizer Fabrikanten und kann kurz vor ihrem zweiten Mord verhaftet werden. In PENSION BOULANKA (1964) von Helmut Krätzig wird sie ebenfalls als Mörderin entlarvt; als Hundedresseurin Sievers ist sie die ehemalige Komplizin und Mörderin Gruyters, der mit Rauschgift gehandelt hat.

Mitte der 60er Jahre ist die stagniert die Filmkarriere der Schauspielerin, ist eigentlich beendet. Christine Laszar agiert noch in einigen Fernsehfilmen, unter anderem in den Filmbiographien CARL VON OSSIETZKY (1964) und KRUPP UND KRAUSE (1969). Anfang der 70er Jahre wechselt sie ihren Arbeitsschwerpunkt, wird Fernsehredakteurin beim Deutschen Fernsehfunk. Sie stellt unter anderem als Redakteurin Künstlerporträts her.

Nach einer Erkrankung zieht sich die Schauspielerin in den 80er Jahren aus dem öffentlichen Leben zurück. In erster Ehe ist sie mit dem Schauspieler und Regisseur Rudolf Schündler verheiratet. Ihre gemeinsame Tochter Katrin wird später als Redakteurin arbeiten und Sendungen des Deutschen Fernsehfunks moderieren.

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