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Tim Burton

Tim Burton
Regie, Drehbuch, Produzent

* 25. August 1958
Burbank (Kalifornien)
USA

TIM BURTON • Biographie Seite 1/1

Von Regisseur Tim Burton stammen einige der wunderbarsten Märchen und Geschichten, die Hollywood seit den 90er Jahren hervorgebracht hat. Seine Filme sind geprägt durch eine ganz einige, individuelle Handschrift, wie sie sich etwa durch bizarre Handlungsorte, verschrobene Typen und viel Liebe zu seinen schaurigen bis traurigen Figuren äußert. Mit BATMAN (1989) hat er Hollywood erobert und seitdem in mehr als 10 Filmen als Regisseur bewiesen, daß er zu den Auserwählten seiner Zunft gehört, die über einen eigenen Stil verfügen.

Tim Burton wird am 25. August 1957 als Timothy William Burton in Burbank, Kalifornien geboren. Sein Vater arbeitet als Parkwächter, seine Mutter ist Kaufhausmanagerin. Zur Familie gehört noch der Bruder Daniel. Bereits als Kind fällt er mit seinem zeichnerischen Talent auf. Seit seiner Jugend interessiert er sich für Film, wird zum Fan von Horror- und Monsterfilmen. Er experimentiert und dreht mit 14 Jahren seinen ersten eigenen Film. THE ISLAND OF DOCTOR AGOR (1971) ist ein kurzer, animierter Horrorfilm, gedreht auf Super 8.

Nach seinem Schulabschluß erhält er 1976 ein Stipendium für die California Institute of the Arts und belegt dort das Fach Animation. Danach findet er eine Stelle bei Disney und arbeitet als Animator unter anderem an den Filmen CAP UND CAPPER – ZWEI FREUNDE AUF ACHT PFOTEN (1981) und TRON (1982) mit. Die Arbeit am zeichnerischen Fließband sagt dem jungen Künstler nicht besonders zu. Er wird in der Folge für die Konzeption des Films TARAN UND DER ZAUBERKESSEL (1985) eingesetzt. Aber Tim Burtons eigenwilliger Stil und die Disneys Mainstream kommen nicht zusammen. Keine seiner entworfenen Szenerien wird später in dem Film verwendet.

Im Studio erhält Tim Burton einige Freiheiten, so daß er seine ersten Kurzfilme inszenieren kann. Die sechsminütige Animation VINCENT (1982) ist eine Hommage an den Lieblings¬schauspieler seiner Jugend Vincent Price und dessen Horrorfilme. Ein kleiner Junge will selbst Vincent Price werden. Der Film wird auf dem Filmfestival in Ottawa mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Gemeinsam mit Jerry Rees entwickelt er den Kurzfilm LUAU (1982). Für eine TV-Verfilmung des Hänsel- und Gretelstoffes liefert er die Idee. Mit dem 27-minütigen Film FRANKENWEENIE (1984) macht der junge Künstler weiter auf sich aufmerksam. Erzählt wird die Geschichte eines kleinen Jungen, dessen Hund von einem Auto überfahren wird und der alles daran setzt, ihn ins Leben zurückzuholen. Der Film ist seine Eintrittskarte nach Hollywood. Für den Schauspieler und Produzenten Paul Reubens alias Pee-wee Herman dreht er den Klamaukfilm PEE-WEE'S IRRE ABENTEUER (1985). Überraschend wird der Film ein Erfolg.

BEETLE JUICE (1988), besetzt mit zahlreichen Filmstars, ist die erste große Hollywood-Produktion des Regisseurs. Erzählt wird von einem jungen Ehepaar, das nach einem tödlichen Autounfall als Geisterpaar in ihrem eigenen Haus weiterlebt und sich gegen den Beutelgeuse, einen anderen Geist, durchsetzen muß. In diesem Film finden sich bereits zahlreiche Tim Burton-Elemente: ausgefallene Masken, effektvolle Tricke und zahlreiche Verweise auf Fantasy- und Horrorstoffe. Die charmante und parodistische Un-Toten-Geschichte wird ein Erfolg an den Kinokassen und bringt dem Filmteam diverse Preise ein. Unter anderem erhält er 1989 den Oscar für die Beste Maske.

Mit seinen beiden Hollywood-Filmen hat sich Tim Burton wärmstens für größere Projekte empfohlen und erhält den Zuschlag für BATMAN (1989). Mit dem Budget von 50 Mill. Dollar dreht er einen der erfolgreichsten Filme des letzten Jahrhunderts, der mit einer bis dato gigantischen Marketing-Kampagne für Spektakel sorgt. Der Film ist der erste, dessen Einspielergebnis innerhalb von 10 Tagen die 100 Mill. Dollar Marke durchbricht. Mit der Verfilmung des erfolgreichen Comics aus den 40er Jahren setzt Tim Burton Standards. Er inszeniert ein düsteres Gotham City, in dem das Böse in Form von Verbrecherkönig Joker überaus faszinierend herrscht. Der Regisseur ist laut eigenen Aussagen allerdings nicht mit der Verfilmung zufrieden. In seiner Fortsetzung BATMANS RÜCKKEHR (1991) versucht er, die psychologischen Motivationen der Comic-Helden in den Vordergrund zu rücken. Außerdem wird die Stadt noch düsterer, eine Mischung aus Kitsch, Verfall und Gigantomie beherrscht die Kulisse. Die Produktionsfirma Warner ist nicht besonders angetan, den Zuschauern gefällt der Film trotzdem. Bei BATMAN FOREVER (1995), der von Joel Schumacher in Szene gesetzt wird, tritt Tim Burton als Produzent auf. Diese Funktion hat er auch bei anderen Filmen inne.

Zwischen den beiden BATMAN-Filmen inszeniert Tim Burton einen seiner persönlichsten Filme. EDWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN (1990) erzählt von einem künstlichen Mensch, der statt mit Händen mit einer komplizierten Scheren-Konstruktion ausgerüstet ist und von seinem Erfinder allein gelassen worden ist. In einer Familie in einem typisch amerikanischen Vorort macht er sich anfangs beliebt, löst aber wegen seiner Andersartigkeit zahlreiche Ängste und Feindschaften aus. Der Regisseur verbindet hier Motiven von "Frankenstein" und "Die Schöne und das Biest" zu einer modernen Geschichte über Toleranz und Liebe. Wieder überzeugen seine inszenatorischen Ideen sowie die zahlreichen Zitate aus der Filmgeschichte. Erstmals arbeitet er mit Johnny Depp zusammen, der zu einem seiner bevorzugten Darsteller werden wird.

Einen Puppentrickfilm legt Tim Burton als Produzent und Drehbuchautor mit NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS (1993) (NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS (1993) Trailer) vor; Regie führt Henry Selick. Der König des Halloween-Land will auch einmal Weihnachten feiern. Allerdings bleibt ihm der eigentliche Sinn des Festes verborgen. Der Film ist düster und romantisch, komisch und traurig, reich an Phantasie und Skurrilität. Mit ED WOOD (1995) wendet sich der Regisseur wieder einer seiner Filmhelden aus der Jugend zu. Der Schwarz-Weiß-Film erzählt die Lebensgeschichte von Edward D. Wood Jr., dem "schlechtesten Regisseur aller Zeiten". Tim Burton bringt in dieser Tragikomödie seine ganze Sympathie für seine Hauptfigur und dessen bizarre Ideen zu Ausdruck. Zwei Oscars kann der Film erringen: Martin Landau wird für die Rolle des Bela Lugosi als Bester Nebendarsteller ausgezeichnet und die Beste Maske wird mit der Auszeichnung gekürt.

Seine nächste Regiearbeit wird die Science-Fiction Komödie MARS ATTACKS! (1996), der die Invasion der Marsmenschen auf der Erde schildert und den erfolglosen Kampf gegen die Monster. Ein großes Starensemble wird in der Parodie aufgeboten. Zynisch und witzig zugleich setzt sich der Regisseur mit anderen Science Fiction-Werken auseinander. Der Erfolg an den Kinokassen bleibt allerdings aus. Der Gruselfilm SLEEPY HOLLOW - KÖPFE WERDEN ROLLEN (1999) nach dem Buch von Washington Irving ist bedeutend erfolgreicher. Ein junger Aufklärer muß in einer Kleinstadt einem Verbrecher auf die Spur kommen und wird mit den schaurigen Taten eines kopflosen Reiters konfrontiert. Der Film lebt von seiner finsteren Atmosphäre, ist wunderbar ausgestattet und bietet eine ästhetische Homogenität, die ihn zu einem der wichtigsten Werke des Regisseurs macht. Für drei Oscars wird der Film nominiert, letztlich gewinnt er die Trophäe für die Beste Ausstattung.

Mit DER PLANET DER AFFEN (2001) wagt sich der Regisseur mit einem Remake des gleichnamigen Erfolgfilms aus dem Jahr 1968 an die Öffentlichkeit. Im Zentrum des Films steht die Sehnsucht nach einem friedlichen Zusammenleben aller Rassen. Zum wiederholten Male ist es die Maske, die den Film zu etwas Besonderem macht. Die Affen-Masken sind überaus perfekt und strotzen vor phantastischen Einfällen. Mit BIG FISH (2004) legt Tim Burton wieder einen fabulierfreudigen Film vor, der diesmal die Lebensgeschichte eines Südstaatler und dessen Vater-Sohn-Beziehung erzählt. Dabei bleibt offen, inwieweit seine Geschichte, die er seinem erwachsenen Sohn auf dem Sterbebett erzählt, erfunden oder erlebt ist. Die Schelmengeschichte bietet neben dem Lob auf die Phantasie wunderbare Bilder.

Mit dem Fantasy-Abenteuer CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK (2005) nach einer Geschichte von Roald Dahl schafft Tim Burton wieder den Sprung auf Platz 1 der Kinocharts in Amerika. Erzählt wird vom Inhaber einer Schokoladenfabrik Willy Wonka, der fünf Kindern seine Fabrik zeigt. Auch hier zeigt sich der Wille des Regisseurs zu Stilisierung und zur konsequenten Visualisierung in eine eigene Bildsprache. Wieder hat er eine Geschichte kreiert, die in einer fantasievollen und sehr detaillierten Welt spielt. Gleiches ist in dem Puppenfilm TIM BURTONS CORPSE BRIDE - HOCHZEIT MIT EINER LEICHE (2005) (TIM BURTONS CORPSE BRIDE - HOCHZEIT MIT EINER LEICHE (2005) Trailer) zu sehen, der auf den Filmfestspielen in Venedig seine europäische Premiere feierte. Wie schon in seinem anderen Puppentrickfilmen bietet der Regisseur hier makabre Poesie und phantastische Märchenwelten, eine derbe und bunte Geschichte voller Schmerz, Ironie und tieferer Bedeutung.

Tim Burton sammelt um sich ein relativ festes Arbeitsteam. Mehrfach arbeitet er mit dem Filmkomponisten Danny Elfman zusammen, der seit 1985 alle seine Filme vertont und mit seiner Musik dazu beiträgt, daß sie erfolgreich sind. Der Kameramann Pete Kozachik sowie die Kostümbildnerin Colleen Atwood zählen bei einigen seiner Filme zu seinen Mitarbeiter. Mehrfach arbeitet er mit dem Schauspieler Johnny Depp zusammen, der seinen eigenwilligen Figuren Leben einhaucht.

Neben seiner Filmarbeit veröffentlicht der Regisseur auch Bücher. Als Autor und Illustrator fungiert er bei dem Kinderbuch "The Nightmare Before Christmas", das parallel zu dem Film erschienen ist. Sein Buch "The Melancholy Death of Oyster Boy and Other Stories" mit Zeichnungen und Gedichten erzählt von den Leiden eines jugendlichen Außenseiters.

Von 1989 bis 1991 ist Tim Burton mit der Bremer Künstlerin Lena Gieseke verheiratet. Nach seiner Scheidung lebt er mit Model und Schauspielerin Lisa Marie bis 2001 zusammen. Seit 2001 ist seine Lebenspartnerin die Schauspielerin Helena Bonham Carter. Ihr gemeinsamer Sohn Billy Ray wird im Oktober 2003 geboren.

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