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Helmut Weiss

Helmut Weiss
* 25. Januar 1907
Göttingen
Deutschland
† 13. Januar 1969
Berlin
Deutschland

HELMUT WEISS • Biographie Seite 1/1

Helmut Weiss hat einen Film gedreht, der aus der deutschen Filmgeschichte nicht mehr wegzudenken ist: DIE FEUERZANGENBOWLE (1943) mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle. Der Film zählt zu den erfolgreichsten Filmkomödien in der Zeit des Dritten Reichs. Nach 1945 wird er im Fernsehen - West wie Ost - gern wieder vorgeführt: ein Unterhaltungsfilm, der konservative (für einige Interpretatoren auch nationalsozialistische) Wertvorstellungen vermittelt.

Helmut Weiss wird am 25. Januar 1907 in Göttingen geboren. Über seine familäre Herkunft ist derzeit nichts bekannt. Als 19jähriger nimmt er Schauspielunterricht in Dresden. Danach bleibt er erstmal in der sächsischen Metropole, er erhält ein erstes Engagement als Schauspieler. Kurze Zeit später geht der junge Schauspieler nach Berlin. Dort spielt er in den folgenden Jahren an unterschiedlichen Bühnen der Stadt. Mitte der 30er Jahre entdeckt er den Film für sich.

Beim Film arbeitet Helmut Weiss zunächst als Schauspieler. Unter anderem ist er unter der Regie von Veit Harlan in dem Film KRACH IM HINTERHAUS (1935) mit Henny Porten zu sehen. Er arbeitet mit den Regisseuren Carl Hoffmann, Herbert Maisch, Hans H. Zerlett und Helmut Käutner zusammen. Hauptrollen bekommt der Darsteller nie, meisten spielt er in der zweiten Reihe in zahllosen Unterhaltungsfilmen.

Seit 1943 konzentriert sich der Schauspieler auf die Regie. Sein erster Film wird auch sein größter Erfolg. Er ist verantwortlich für einen der erfolgreichsten Filme im nationalsozialistischen Deutschland: DIE FEUERZANGENBOWLE (1943) mit Heinz Rühmann. Der junge Schriftsteller Dr. Pfeiffer hatte als Schüler einen Privatlehrer. Bei einer Feuerzangenbowle überreden ihn seine Freunde, die Schulzeit nachzuholen. Im Gymnasium sorgt der Lümmel Pfeiffer mit seinen Streichen für Furore. Er Film zählt mit Abstand zu den bekanntesten und zugleich erfolgreichsten Kino-Inszenierung der Zeit. In der Folge inszeniert der Regisseur noch mehrere Filmstreifen mit dem Star Heinz Rühmann.

Nach dem Ende des II. Weltkrieges arbeitet Helmut Weiß im westlichen Deutschland. Er inszeniert dort einen der ersten Spielfilme SAG DIE WAHRHEIT (1946). An seinen Erstling reichen seine späteren Werke alle nicht heran; der Regisseur dreht Massenunterhaltung, meist romantische Komödien und die damals allgegenwärtigen Heimatfilme. Bis zum Ende der 60er Jahre dreht er etwas mehr als 30 Filme. Sein letzter Film wird DONNERWETTER! DONNERWETTER! BONIFATIUS KIESEWETTER (1969).

Zwischen seiner intensiven Filmarbeit ist Helmut Weiss auch beim Theater beschäftigt. Das Stück "Herzkönig" inszeniert er mehr als 300mal. Das Stück verfilmt er auch 1947 mit dem Produzenten Artur Brauner. Ende der 40er Jahre arbeitet Helmut Weiss als Spielleiter in Baden-Baden.

Seit Mitte der 40er Jahre schreibt Helmut Weiss auch zahlreiche Drehbücher für sich und auch andere Regisseure. Seine Drehbücher für SOPHIENLUND (1944) und ENGEL MIT DEM SAITENSPIEL (1944) verfilmt sein Schauspieler Heinz Rühmann. Er arbeitet unter anderem für Kurt Hoffmann, Rudolf Jugert und Hans Schweikart. Zudem macht er sich als Übersetzer von Bühnenstücken einen Namen.

Helmut Weiss stirbt am 13. Janaur 1969 kurz vor seinem 63. Geburtstag in Berlin.

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Autorin: Ines Walk
Stand: August 2005

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