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Viktor de Kowa

Viktor de Kowa
Darsteller

* 08. März 1904
Hochkirch, Görlitz
Deutschland
† 08. April 1973
Berlin
Deutschland

VIKTOR DE KOWA • Biographie Seite 1/1

Der Schauspieler Viktor de Kowa gehört in den 1930er und 1940er Jahren zu den gefeierten Ufa-Stars. Er schafft den Sprung von jugendlichen Liebhaber zum Charakterdarsteller, wird als "Bonvivant der leichten Muse" gefeiert. Zugleich macht er sich einen Namen als Film- und Theaterregisseur, schreibt Theaterstücke, malt und veröffentlicht eine Reihe von Büchern.

Viktor de Kowa wird am 08. März 1904 in Hochkirch bei Görlitz als Viktor Paul Karl Kowalczyk geboren. Sein Vater ist Landwirt. Seine Kindheit verbringt er in Dresden, besucht dort auch das Gymnasium. Nach seiner Schulausbildung besucht er die königlich-sächsische Kadettenanstalt, wechselt 1918 zur Dresdner Kunstakademie. Dort lässt er sich als Plakat- und Modezeichner ausbilden. Nebenbei nimmt er Schauspielunterricht bei Erich Ponto. Bald gibt er seine Ausbildung auf, um sich ganz auf die Schauspielerei zu konzentrieren.

Viktor de Kowa debütiert im Waldtheater Schland an der Spree. Danach ist er auf verschiedenen Bühnen zu sehen, am Dresdner Staatstheater, in Lübeck, Frankfurt, Hamburg. 1928 erhält er ein Engagement an der Volksbühne in Berlin, ein Jahr später spielt er unter Max Reinhardt am Deutschen Theater. Er erarbeitet sich ein umfangreiches Repertoire, wird als junger Liebhaber gefeiert.

Ende der 20er Jahre ist Viktor de Kowa in einem der letzten Stummfilme zu sehen: KATHARINA KNIE (1929) in der Regie von Karl Grune. Der Tonfilm bietet dann dem Darsteller zahlreiche Rollen. In dem Antikriegsfilm DIE ANDERE SEITE (1931) von Heinz Paul überzeugt er genauso wie in der Hans Fallada-Verfilmung KLEINER MANN - WAS NUN? (1933). Mehrmals arbeitet er mit dem Regisseur Richard Oswald zusammen, ist unter der Regie von Georg Jacoby und Hans Steinhoff zu sehen. Viktor de Kowa wird mit Vorliebe als eleganter Frauenliebling besetzt. Ab 1939 führt der Schauspieler auch Regie. Sein erster Film hinter der Kamera wird SCHNEIDER WIBBEL (1939). Außerdem schreibt er Drehbücher und synchronisiert beim Film.

Ab den 1940er Jahren schafft Viktor de Kowa den Sprung ins Charakterfach, beim Film und auf der Bühne. Unter dem Intendanten Gustaf Gründgens spielt er am Preußischen Staatstheater. In der Spiel-Saison 1943/44 wird er selbst Intendant am Theaters am Kurfürstendamm. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges eröffnet er in Berlin das Theater Tribüne. Außerdem gründet er gemeinsam mit der Schauspielerin Winnie Markus die Produktionsfirma Studio 45 Film-GmbH, Berlin. Im westlich besetzten Teil von Berlin produziert die Firma mit britischer Lizenz drei Filme.

Ab Ende der 1940er Jahre hat Viktor de Kowa einen ausgefüllten Terminkalender. Er gastiert in zahlreichen Bühnen un Westdeutschland, spielt klassisches Theater. Gastspielreisen führen ihn 1949 und 1952 nach Südamerika. Er bearbeitet Bühnenstücke, arbeitet als Regisseur auf der Theaterbühne. Beim Film feiert er besonders in den Streifen von Helmut Käutner Erfolge. In DES TEUFELS GENERAL (1954) gibt er den undurchsichtigen SS-Gruppenführer Schmidt-Lausitz, in EIN MÄDCHEN AUS FLANDERN (1955) mimt er den Militärarzt. Aber am häufigsten wird der Darsteller als Schwerenöter besetzt, er kommuniziert gewandt und ist auch mit grauen Haaren ein liebenswerter Chameur. Diesen Typ gestaltet er auch in zahlreichen TV-Fernsehspielen ab den 1960er Jahren.

Viktor de Kowa engagiert sich politisch. Er fördert verschiedenen Friedensbewegungen, gilt als Pazifist. 1961 wird er Präsident der Deutschen Union der Filmschaffenden. Von 1962 bis 1966 ist er Vorsitzender der Gewerkschaft Kunst und Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Der Schauspieler und Regisseur ist mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem erhält er 1972 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik.

Viktor de Kowa ist zweimal verheiratet. Die erste Ehe führt er mit der Schauspielerin Ursula Grabley. Seit 1941 ist er mit der japanischen Opernsängerin Michi Tanaka verheiratet. Von 1971 bis 1974 übernimmt er in der Nähe ihres Heimatortes Osaka einen Lehrauftrag für europäische Schauspielkunst. Er stirbt am 08. April 1973 in Berlin an Krebs.

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