Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

Helen Vita

Helen Vita
* 07. August 1928
Hohenschwangau
Deutschland
† 16. Februar 2001
Berlin
Deutschland

HELEN VITA • Biographie Seite 1/1

Als "alte Schachtel" macht sie sich einen neuen Namen - Helen Vita: Schauspielerin, Kabarettistin und Chansoninterpretin. Ihr Soloprogramm mit dem selbstironischen Titel "Die Alte singt ja immer noch ..." füllt Theatersäle in ganz Deutschland.

Helen Vita wird als Helene Vita Elisabeth Reichel am 07. August 1928 in Hohenschangau (Oberbayern) geboren. Ihr Vater Anton Reichel ist Konzertmeister. Ihre Mutter Jelena Pacis Solo-Cellistin. Sie wird musisch erzogen.

Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten emigriert die Familie in die Schweiz, nach Genf. Dort nimmt Helen Vita Schauspiel- und Gesangsunterricht am "Conservatoire de Genéve" bei Francoise Rosay von der "Comédie Francaise". Bereits 1945 mit 17 Jahren gibt sie ihr Bühnendebüt am Genfer Theater. Sie spielt Emily in Thornton Wilders "Die kleine Stadt" und in Anouihls "Ball der Diebe". Es folgt ein Tournee nach Paris. Ab 1947 wird sie wieder in der Schweiz arbeiten, am Züricher Theater oder im "Cabaret Fédéral". Sie ist die Partnerin von Hans Albers in dem Stück "Liliom", einer Bühnenversion des gleichnamigen Fritz Lang-Films.

Anfang der 50er Jahre geht Helen Vita nach München und hat ihren ersten kleineren Filmauftritt in ABGRÜNDE DES HERZENS (1950). Danach folgen größere Angebote, u.a. für die Paul May-Triologie 08/15 (1955). Anschließend wird Helen Vita ein vielbeschäftigte Schauspielerin im deutschen Film. In Schlagerfilmen und Lustspielen der 50er und 60er Jahren wird sie neben Caterina Valente und Sonja Ziemann erfolgreich. Sie spielt die Eveline in Rolf Thieles Film ROSEN FÜR DEN STAATSANWALT (1958), arbeitet mit Hans Deppe an seiner Verfilmung des ROBERT UND BERTRAM-Stoffes (1961) oder mit Wolfgang Staudte in GANOVENEHRE (1966). Auch beim Neuen Deutschen Film ist ihr Typ gefragt, u.a. arbeitet sie mit Rainer Werner Fassbinder in SATANSBRATEN (1976) oder LILI MARLEEN (1981) zusammen. Ab den 70er Jahren ist Helen Vita auch vermehrt im Fernsehen zu sehen. In einzelnen Fällen des "Tatort" oder "Derrick" ist sie dabei. Aber die Schauspielerin ist immer wieder unzufrieden über die Rollen, die ihr angeboten werden. Wahrscheinlicn ist dies der Grund, warum sie sich auch andere Tätigkeitsfelder erschließt und dort um einiges erfolgreicher ist als im Film.

Bereits Anfang der 50er Jahre erobert Helen Vita mit Chansons das Publikum im Theater "Kleine Freiheit" in München. Das Singen wird sie neben ihren anderen Tätigkeiten immer bevorzugen. Sie geht auf Tournee durch Deutschland, ist bei vielen Shows dabei, veröffentlicht zahlreiche Platten. In den 60er Jahren rufen ihre frivolen Texte die Zensur auf den Plan. 1965 wird ihre Platte "Noch frechere Chansons aus dem alten Frankreich" zeitweilig auf den Index gesetzt. Sie singt Lieder von Friedrich Hollaender, Bertolt Brecht oder Kurt Tucholsky. Zweimal erhält sie den Preis der Deutschen Plattenkritik. Mit ihren Schauspiel-Kolleginnen Evelyn Künneke und Brigitte Mira erarbeitet sie ein Programm. Unter dem Titel "Drei alte Schachteln" geht das Trio über Jahre erfolgreich auf Tournee. Sie arbeitet auch mit der Schauspielerin und Sängerin Gisela May unter dem Motto "Wenn die beste Freundin..." oder geht mit Soloprogrammen auf Tournee. Für ihre jahrelange Tätigkeit auf den Bühnen des Landes wird sie 1985 mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet.

Helen Vita stirbt am 16. Februar 2001 in Berlin im Alter von 72 Jahren. Ihr Ehemann, der Filmkomponist Walter Baumgartner, ist bereits 1997 verstorben. Beide hinterlassen zwei Söhne.

-----
Autorin: Ines Walk
Stand: März 2005

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 1,04667