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Stewart Granger

Stewart Granger
Darsteller

* 06. Mai 1913
London
Großbritannien
† 16. August 1993
Santa Monica (Kalifornien)
USA

STEWART GRANGER • Biographie Seite 1/1

Der Schauspieler Stewart Granger hat die Blütezeit des englischen Films mitgeprägt, ist bis zu Beginn der 1950er Jahre der romantische Held der heimischen Filmindustrie. Als gutaussehender Mann verkörpert er allerlei saubere Helden. Der Sprung nach Hollywood gelingt dem Schauspieler als Abenteurer und strahlender Schwerenöter, der in allen Regionen der Welt immer das Gute rettet. Abenteuerfilme, Western und vor allem Mantel-und-Degen-Melodramen sind seine Domain. Selten hat jemand so elegant, temporeich und unterhaltsam wie er den Degen geführt.

Stewart Granger wird am 16. Mai 1913 in London als James Lablanche Stewart geboren. Über seine familiären Hintergründe ist derzeit nichts bekannt. Um 1933 beginnt er als Statist beim Film zu arbeiten, nimmt Schauspielunterricht an der Webber-Douglas School of Dramatic Art und erhält kleinere Parts auf der Theaterbühne und beim Film. Auf den Brettern, die die Welt bedeuten macht er sich einen Namen am Old Vic in London, steht an der Seite solcher Großen wie Vivien Leigh und Flora Robson, mit John Gielgud und Michael Redgrave. Er debütiert in dem Film A SOUTHERN MAID (1933). Um nicht mit dem US-Schauspieler James Stewart verwechselt zu werden, ändert er seinen Namen. Aber es braucht noch einige Zeit, bis sein Bekanntheitsgrad wächst: Eine größere Nebenrolle in SO THIS LONDON (1938) von. Es braucht weitere fünf Jahre bis er mit seinen ersten beiden Hauptrollen in dem wehmütigen Liebesdrama LOVE STORY (1944) von Leslie Arliss und als Bandenführer in dem rührseligen Melodram MADONNA DER SIEBEN MONDE (1945) ganz oben angekommen ist.

In der Folge steht er mit den weiblichen Stars der Zeit vor der Kamera, gibt den romantischen Helden, gutaussehend und positiv handelnd. In dem Anthony Asquith-Film GASLICHT UND SCHATTEN (1944) an der Seite von Phyllis Calvert, in der Verfilmung des Bühnenstücks von George Bernard Shaw CAESAR UND CLEOPATRA (1946) neben Vivien Leigh, steht auch gemeinsam mit Joan Greenwood und Jean Simmons vor der Kamera. Neben zahlreichen adligen und gutbürgerlichen Mannen sowie irischen Bauern spielt er auch historische Figuren, etwa Paganini. Seine Filme sind keine Kunstware, sondern orientieren sich am Kolportage- und Groschenroman der Zeit, sind oft rührselig und kitschig, aber mit viel Schauwerten in Szene gesetzt. Vorrangig ist der smarte Darsteller, der besonders mit seinem Charme und seinen Benehmen die Herzen der Zuschauer erobert, zu dieser Zeit in Familienmelodramen, Liebesromanzen und Kriminalgeschichten präsent.

Anfang der 1950er Jahre folgt er einem Ruf Hollywoods und unterschreibt einen Vertrag bei MGM. Schon sein erster Film KÖNIGS SALOMONS DIAMANTEN (1950) von Compton Bennett und Andrew Marton wird ein Erfolg. Als Großwildjäger Allan Quartermain unterstützt er eine Ehefrau (Deborah Kerr) bei der Suche nach ihrem verschollenen Mann in Afrika. Gleich drei Oscar-Nominierungen erhält der Film, zwei Oscars werden nach der Verleihung dem Kameramann Robert Surtees und den Cuttern zugesprochen. Stewart Granger ist danach viele Jahre auf einen Rollentyp festgelegt: In Mantel-und-Degen-Melodramen gibt er den charmanten Abenteurer, jungen Draufgänger und amüsanten Schwerenöter, schön, edel, galant und strahlend. Er kann das Publikum - vorzugsweise das weibliche - besonders betören: In Erinnerung bleibt er mit DER GEFANGENE VON ZENDA (1952) von Richard Thorpe, SCARAMOUCHE, DER GALANTE VERFÜHRER (1952) von George Sidney sowie BEAU BRUMMEL (1954) von Kurt Bernhardt. Seine Degen-Szenen gehören zu den besten der Filmgeschichte, sein körperlich-athletisches Spiel überzeugt Zuschauer wie Kritiker: Selten hat einer wie er den Degen so elegant, temporeich und unterhaltsam geführt. Mit DIE THRONFOLGERIN (1952) und SALOME (1953) von George Sidney neben Rita Hayworth unter der Regie von Wilhelm Dieterle festigt er seinen Ruf. Zufrieden ist er mit seinem Rollentyp nicht, in den seltensten Fällen wird mehr von ihm verlangt, als gutaussehend zu fechten und zu flirten. Dabei steckt mehr in dem Schauspieler.

Stewart Granger arbeitet mit den bekanntesten Regisseuren der Zeit, die auch immer wieder versuchen, seinem Rollentyp düstere oder ironische Momente abzugewinnen. Er dreht mit Fritz Lang den Historienfilm DAS SCHLOß IM SCHATTEN (1955). Regisseur George Cukor holt ihn vor seine Kamera in dem Indien-Drama KNOTENPUNKT BHOWANI (1956) und Henry Hathaway für den Abenteuerfilm LAND DER TAUSEND ABENTEUER (1960). Allen gemeinsam ist, das sie seinen klassischen Rollentyp unterlaufen und das schauspielerischen Können des Darstellers herausfiltern. Aber Filme ausßerhalb des Abenteuer-Genre bleiben Ausnahmen.

Auch als graumelierter Gentleman bleibt er ein Kassengarant. 1956 erhält Stewart Granger die amerikanische Staatsbürgerschaft, verlässt aber 1960 das Land, weil gute Rollenangebote ausbleiben. In Europa ist er zunächst in italienisch-französischen Abenteuerfilmen zu sehen. Zum Klassiker wird der Historienfilm SODOM UND GOMORRHA (1961) unter der Regie von Robert Aldrich und Sergio Leone. Hier verkörpert er den weisen Lot, der sein Volk aus der untergehenden Stadt führt. In Deutschland wird Stewart Granger besonders populär. 1949 und 1950 wird er jeweils als Beliebtester ausländischer Darsteller mit einem "Bambi" ausgezeichnet. Im deutschen Film wird er als Old Surehand bekannt, der sich seinen Gegner distanziert-ironisch stellt. In der Karl May-Verfilmung UNTER GEIERN (1964) von Alfred Vohrer spielt er diese Rolle zum ersten Mal. Als aufrechter Trapper wird er auch im Folgejahr Millionen Zuschauer ins Kino locken, in DER ÖLPRINZ (1965) unter der Regie von Harald Philipp sowie in OLD SUREHAND - 1. TEIL (1965). In den 1980er-Jahren kehrt er nochmals nach Deutschland zurück und tritt in der erfolgreichen ZDF-Serie "Das Erbe der Guldenburgs" auf.

1967 endet die Kinokarriere des Stewart Granger, mehr und mehr zieht er sich auf die Insel Casta del Sol zurück, wo er lebt und sich zeitweise als Immobilienmakler versucht. Ab den 1970er Jahren nimmt der Schauspieler verstärkt Rollen in Fernsehserien und -filmen an. So ist er in "Die Leute von der Shiloh Ranch" (1971) zu sehen. Sein Kollege Richard Burton holt ihn nochmals auf die große Leinwand zurück: In dem Kriegsfilm DIE WILDGÄNSE KOMMEN (1977) von Andrew V. McLaglen spielt er mit. Unter dem Titel "Sparks Fly Upward" veröffentlicht er 1981 seine Autobiographie.

1938 heiratet der Schauspieler Elspeth March, mit der der er zwei gemeinsame Kinder, Jamie und Lindsay, hat. Die Ehe wird 1948 geschieden. 1950 tritt er zum zweiten Mal vor den Traualtar mit seiner Schauspielkollegin Jean Simmons. Gemeinsam gehen sie nach Hollywood, trennen sich 1960. Vier Jahre später heiratet er Caroline LeCerf, mit der er eine Tochter hat. 1969 lassen sie sich wieder scheiden.

Stewart Granger stirbt am 16. August 1993 in Santa Monica, Kalifornien, an den Folgen einer Krebserkrankung.

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