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Andy Warhol

Andy Warhol
Mitarbeit

* 06. August 1928
McKeesport (Pennsylvania)
USA
† 22. Februar 1987
New York (New York)
USA

ANDY WARHOL • Biographie Seite 1/1

Sein Markenzeichen sind die weißen Haare und die Sonnenbrille. Er ist einer der bekanntesten Künstler des 20. Jahrhunderts, der mit der Darstellung von Suppendosen von Campell, Streichholzschachteln, Cola-Flaschen oder Dollarnoten Millionen verdient hat. Aber die Wenigsten wissen, daß Andy Warhol ca. 100 Filme dreht und zu den wichtigsten Underground-Regisseuren gehört.

Andy Warhol wird als Andrew Warhola am 06. August 1928 in Pittsburgh (Pennsylvania) geboren. Sein Vater ist ein polnischer Einwanderer, der 1921 in Amerika ankommt und als Bergarbeiter arbeitet. Manche Chronisten nennen Cliveland (Ohio) als Geburtsort und den 06. August 1927 bzw. 07. August 1927 als Geburtstag. Oft ist Warhol auch Sohn eines tschechischen Einwanderer. Sein Vater stirbt 1942 und Andy Warhol wächst bei seiner Mutter Julia Warhola auf. Nach seiner Schulausbildung beginnt er eine Ausbildung als Schaufensterdekorateur.

Mit 17 Jahren beginnt Andy Warhol eine Reihe von Studien, u.a. Bildgestaltung, Kunstgeschichte, Gebrauchsgraphik, Psychologie und Soziologie an dem Carnegie Institute of Technology in Pittsburgh. Nach seinem Abschluß 1949 arbeitet er als Werbegraphiker für eine Schuhfirma. Es folgen erste Arbeiten als Grafiker und Illustrator für verschiedene Magazine wie "Vogue" oder "Harper's Bazar". Außerdem entwirft er auch Bühnenbilder. In dieser Zeit - Anfang der 50er Jahre - ändert er auch seinen Namen. 1952 findet seine erste Einzelausstellung in der Hugo Gallery in New York statt. 1956 gewinnt er seinen ersten großen Kunstpreis, den "Thirty Fifth Annual Art Director's Club Award". In der Folge wird er einer der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts, der die Kunstrichtung Pop Art begründet. Berühmt werden seine Portrait-Bilder mit prominenten Persönlichkeiten aus Musik, Politik oder Film: Ikonen wie Marilyn Monroe, Mao, Elvis Presley, Jackie Kennedy, Goethe oder Elisabeth Taylor sind darunter.

1963 entdeckt Andy Warhol den Film für sich. Er experimentiert mit Bildern und Ton-Technik. Seine bevorzugten Darsteller sind Nico, Candy Darling oder Joe Dallessandro. Er arbeitet mit Mitgliedern und Besuchern seiner "Factory". Etwa 100 Filme dreht er als Regisseur, die nicht kommerziell ausgerichtet sind, sondern in Kunsttheatern laufen. In seinen frühen Filmen stellt er Vorgänge des Alltags dar, thematisiert Zeit, Langeweile und Wiederholung. Frühe Filme heißen KISS (1963), EAT (1963) oder HAIRCUT (1963). In SLEEP (1963) schaut er einem Mann sechs Stunden beim Schlafen zu. In EMPIRE (1965) wird ein anscheinend unendliches Bild vom Empire State Building gezeigt. Alles ist auf Improvisation ausgerichtet, er arbeitet ohne Drehbuch, läßt die Schauspieler frei improvisieren.

Sein kommerziell erfolgreichster Film wird CHELSEA GIRLS (1966). Erzählt wird die Geschichte einer Gruppe von Outsidern, die in einem Hotel in Manhattan verschiedene Rauschgifte einnehmen und diverse Sexualpraktiken ausführen. Erstmal treten seine Schauspieler mit eigenen Namen auf. Auch seine Filme FLESH (1969) und TRASH (1971) werden international beachtet. Aber allen sind ein größerer Erfolg bei den Zuschauern verwehrt, geschuldet ist dies wahrscheinlich ihrer Handlungsarmut. Außerdem sind die Filme häufig extrem lang, zum Beispiel bis zu 25 Stunden.

Anfang der 70er Jahre wendet sich Andy Warhol mehr und mehr der Produktion von Filmen zu. Sein Freund Paul Morrissey ist Regisseur der Filme, die oft in Team-Arbeit der Factory-Mitglieder entstehen. An Filmen wie ANDY WARHOLS FRANKENSTEIN (1973) oder ANDY WARHOLS DRACULA (1973) ist er als Produzent beteiligt. Diese späten Filme folgen einer konventionellen Handlung, sie entstehen nach Drehbüchern. Beide Filme sind gezielte, lustvolle Provokation, in denen alles vorhanden ist, was sich als skandalös vermarkten lässt: ausgiebige Nacktheit, exzessive Splatter-Effekte, Inzest, Nekrophilie. Udo Kier glänzt als Dracula und Frankenstein.

In den 80er Jahren arbeitet Andy Warhol auch für das Fernsehen. Er prodziert für einen Kabelsender die Serie "Andy Warhols TV", in der er selbst auftritt. Außerdem läuft auf MTV die Serie "Andy Warhol's 15 Minutes".

Andy Warhol stirbt am 22. Februar 1987 an den Folgen einer Gallenblasenoperation in einer New Yorker Klinik.

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Autorin: Ines Walk
Stand: Februar 2007

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