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Gertrud Kückelmann

Gertrud Kückelmann
* 03. Januar 1929
München
Deutschland
† 17. Januar 1979
München
Deutschland

GERTRUD KÜCKELMANN • Biographie Seite 1/1

Die Schauspielerin Gertrud Kückelmann gehört zu den großen westdeutschen Bühnenstars, die leider zu selten auf der Kino-Leinwand zu sehen sind. Die Rollenangebote geben ein größeres Engagements für den Kinofilm nicht her. Also konzentriert sich die Schauspielerin auf die Theaterbühne und erregt besonders in ihrer Heimatstadt München über Jahre hinweg Aufsehen.

Gertrud Kückelmann wird am 03. Januar 1929 in München geboren. Ihr Vater ist Arzt. Ihre Mutter ist die Schauspielerin Anna Kückelmann. Zur Familie gehört noch der Bruder Norbert Kückelmann, der später als Filmregisseur arbeiten wird.

Früh erhält Gertrud Kückelmann Ballettunterricht bei der Labanschule Hess, mit 12 Jahren ist sie Ballett-Elevin an der Bayrischen Staatsoper. Bereits mit 16 Jahren spielt sie auf der Bühne in "Der gestiefelte Kater". Sie ist auf fast allen Bühnen ihrer Heimatstadt zu hause, spielt an den Münchener Kammerspielen oder an der Bayrischen Staatsoperette. Nebenbei nimmt sie Gesangs- und Schauspielunterricht bei Friedrich Domin. Zeit ihres Lebens wird Gertrud Kückelmann auf der Theaterbühne stehen. Sie gibt zahlreiche Gastspiele im deutschsprachigen Raum, überzeugt in den großen Klassikern als Ophelia, Gigi oder Jeanne. Bis zu ihrem Tod wird sie Theater spielen, an der Seite solch großer Theater-Namen wie Oskar Werner oder Werner Krauss. Sie brilliert in Rollen moderner Autoren wie Arthur Miller, Oscar Wilde oder Anton Tschechow.

Mit 20 Jahren wird die Schauspielerin für den Film entdeckt. Sie debütiert in dem Märchenfilm HANS IM GLÜCK (1949) in der Regie von Peter Hamel. Da die junge Schauspielerin in ihrer nächsten Rolle im Film RAUSCH EINER NACHT (1950) ein naives Mädchen, daß sich unglücklich in den Ex-Liehaber ihrer Stiefmuter verliebt, spielen muß, wird sie in der Folge auf diesen Typ festgelegt. Die Naive spielt sie überaus eindrucksvoll, später wechselt sie in Fach der gestandenen Frauentypen. In dem Film DIE GOLDENE PEST (1954) mimt sie an der Seite von Karlheinz Böhm und Ivan Desny die junge Franziska Hellmer, die ihren geldgierigen Bruder verläßt und gemeinsam mit einem amerikanischen GI nach Amerika auswandert. Mitte der 50er Jahre agiert die Schauspielerin in dem Artur Brauner-Film FRUCHT OHNE LIEBE (1956), der wegen seiner Thematik der Künstlichen Befruchtung zahlreiche Proteste aus Kirchen-Kreisen hervorruft.

Ihren letzten Kinofilm dreht die Schauspielerin in der DDR bei der DEFA. In der von Artur Pohl inszenierten SPIELBANK-AFFÄRE (1957) spielt sie das Mannequin und die Schauspielschülerin Sybille, die sich von einem Gangster bedenkenlos ausbeuten läßt. Danach ist die Karriere der Schauspielerin für die große Leinwand beendet. Weder aus dem Westen noch aus dem Osten erhält sie interessante Rollenangebote. Nur noch einmal spielt sie in dem Kinofilm DIE ANGST IST EIN ZWEITER SCHATTEN (1975), den ihr Bruder Norbert Kückelmann inszeniert. 1970 gibt sie den Schauspielerberuf für einige Monate auf und arbeitet als Krankenpflegerin.

Eine zweite Filmkarriere beginnt bereits Ende der 50er Jahre für das westdeutsche Fernsehen. Gertrud Kückelmann ist in zahlreichen westdeutschen TV-Spielen und TV-Filmen zu sehen. Sie arbeiten unter der Regie von Hans Schweikart oder Fritz Kortner. Auch als Synchronsprecherin macht sie sich einen Namen. Ihre Stimme leiht sie den Schauspielerinenn Shirley MacLaine, Jean Simmons oder Charlotte Rampling.

Gertrud Kückelmann ist einmal verheiratet. Die Ehe mit dem TV-Regisseur Fritz Schuster wird nach drei Jahren 1971 wieder geschieden.

Mitte der 70er Jahre erkrankt die Schauspielerin an Krebs. Nach einer Operation kehrt sie auf die Theaterbühne zurück. Aber die Krankheit ist nicht bezwungen. Am 17. Januar 1979 nimmt sich die Schauspielerin in ihrer Heimatstadt München das Leben.

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