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Jean-Pierre Melville

Jean-Pierre Melville
Regie

* 20. Oktober 1917
Paris
Frankreich
† 02. August 1973
Paris
Frankreich

JEAN-PIERRE MELVILLE • Biographie Seite 1/1

Der Regisseur Jean-Pierre Melville ist mit seinen Filmen in der Gangsterwelt zuhause. Das bevorzugte Sujet von "nur" 13 Filmen sind die psychologischen und sozialen Untiefen der kriminellen Welt Frankreichs. Er hat einige der wichtigsten Filme des Genre inszeniert und Stars des französischen Kinos - Jean-Paul Belmondo, Alain Delon und Lino Ventura - hervorgebracht.

Jean-Pierre Meville wird als Jean-Pierre Grumbach am 20. Oktober 1917 in Paris geboren. Mit 6 Jahren bekommt er eine Pathé Baby Kamera geschenkt und dreht seitdem Amateurfilme. Während seines Militärdienstes in der Französischen Armee beginnt der II. Weltkrieg. Er nimmt am Krieg in Nordafrika und Italien teil. Als Tarnname wählt er sich den Nachnamen seines Lieblingsautors Hermann Melville.

Zurückgekehrt aus dem Krieg gründet der nunmehr 33jährige seine eigene kleine Film-Produktionsfirma "Organisation Générale Cinématographique". Zeit seines Lebens wird er unabhängig bleiben und sein eigener Produzent, Autor und Regisseur, manchmal auch Darsteller bei befreundeten Regisseuren sein. Legendär ist sein kleines Studio mit Schneide- und Vorführraum, darüber seine Wohnung, in der er nur für den Film lebt.

1946 entstehen erste Kurzfilme. Schnell folgt ein abendfüllender Spielfilm DAS SCHWEIGEN DES MEERES (1949), eine Geschichte über die Resistance. Zwanzig Jahre später wird er sich nochmals mit dem französischen Widerstand auseinandersetzem. Über zehn Jahre arbeitet Jean-Paul Melville an seinem Filmprojekt ARMEE IM SCHATTEN (1969). Er inszeniert eine Geschichte um eine französische Widerstandsgruppe mit Lino Ventura und Simone Signoret.
Auf Bitten des Regisseurs Jean Cocteau verfilmt Jean-Pierre Melville dessen Erzählung DIE SCHRECKLICHEN KINDER (1950). Formal ist der Film stark an Jean Cocteaus Ästhetik angelehnt. Deutlich wird hier ein hervorstechendes Merkmal fast aller Jean-Paul Melville-Filme: die trostlose Vereinsamung des moderen Individuums.

Mit einem seiner nächsten Filme DREI UHR NACHTS (1955) findet Jean-Pierre Melville seinen eigenen Stil und sein bevorzugtes Genre: den Gangsterfilm. Die Filme wie DER TEUFEL MIT DER WEIßEN WESTE (1962) mit Jean-Paul Belmondo, DER ZWEITE ATEM (1966) mit Lino Ventura in der Hauptrolle oder DER CHEF (1972) mit Alain Delon sind kühl, zynisch und dicht inszenierte Geschichten, die das Geflecht von Freundschaft und Ehre, Gewalt und Gegengewalt zwischen Gangstern und Polizisten erzählen.

Sein wohl bester Film erscheint 1967: DER EISKALTE ENGEL. Alain Delon spielt den einsamen Vertragskiller Jeff Costello, der routiniert, präzise und regungslos seinen Auftrag ausführt. Als er selbst zum Auftrag wird, arrangiert er seinen eigenen Tod ebenso eiskalt. Der Film zieht seine Atmosphäre aus dem unterkühlten Spiel von Alain Delon, der dafür von der Kritik hochgelobt wird.

Einer der kommerziell erfolgreichsten Gangster-Filme wird VIER IM ROTEN KREIS (1970). Der Regisseur inszeniert einen schnörkellosen, äußerst konzentrierten Thriller. Die völlig dialogfreie Einbruchsszene gehört trotz ihrer Länge von 30 Minuten zu den Spannendsten was das Genre des Coup-Thrillers hervorgebracht hat.

Neben seinen Regiearbeiten ist Jean-Paul Melville auch als Schauspieler tätig. In Jean Cocteaus Film ORPHEE (1950), einem der Klassiker der nouvelle vogue AUßER ATEM (1959) von Jean-Luc Godard sowie in LANDRU - DER FRAUENMÖRDER VON PARIS (1962) in der Regie von Claude Chabrol spielt er mit.

Jean-Paul Melville stirbt am 02. August 1973 in Paris im Alter von 56 Jahren.

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