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Harald Madsen

Harald Madsen
Darsteller

* 20. November 1890
Silkeborg
Dänemark
† 13. Juli 1949
Kopenhagen
Dänemark

HARALD MADSEN • Biographie Seite 1/1

Der dänische Schauspieler Harald Madsen ist Patachon; in keiner anderen Rolle ist der Darsteller in Erinnerung geblieben. Mit seinem Partner Pat - gespielt von Carl Schenström - feiert er in ganz Europa Erfolge. Über 10 Jahre hinweg liefern sie Jahr für Jahr eine neue komische Begebenheit mit den zwei liebenswerten, in Lumpen gehüllten Landstreichern, die meisten in einer ausweglosen Situation stecken und sich durch Witz und Charme aus dieser befreien.

Harald Madsen wird am 20. November 1890 in Silkeborg (Ostjüdland) geboren. Sein Vater ist Schuhmacher; der Sohn soll das gleiche Handwerk erlernen. Aber den jungen Harald zieht es zum Zirkus. Er lernt etwas Artistik, übt mit Musik-Instrumenten. Mit 14 Jahren bewirbt er sich beim Wanderzirkus Miehe, wird engagiert und begibt sich auf Tournee durch die skandinavischen Länder. Mit seinen kraftvollen Übungen wird Harald Madsen bald zum Star des kleinen Ensembles. 1915 steigt er aus dem Miehe-Zirkus aus und gründet mit zwei Kollegen eine eigene Clowns-Gruppe: "Die drei Miehes". Als Trio arbeiten sie für verschiedene Unternehmen, werden bei Orlando engagiert, stehen in der Manege des Zirkus Schumann, sind in Deutschland und Frankreich zu sehen.

Bereits während des I. Weltkrieges ist Harald Madsen beim Film beschäftigt. In Schweden wird er von Gustaf Molander entdeckt, der ihm die Rolle des Lampe in der Svensk Filmindustri-Produktion ALEXANDER DER GROßE (1917) gibt. Danach kommt es zu gelegentlichen Filmauftritten, aber erst mit der Entdeckung durch den Regisseur Lau Lauritzen startet die eigentliche Filmkarriere des Harald Madsen. Lau Lauritzen ist auf der Suche nach einem neuen Partner für Carl Schenström und findet ihn in der Manege in Gestalt des kleinen Clowns.

Ab 1921 drehen Pat & Patachon für die A/S Palladium Filme und feiern einen Erfolg nach dem anderen. Ihre Geschichten folgen einer grundlegenden Struktur. Beide unterstützen die Schwachen der Gesellschaft und helfen einander; werden zu Robin Hoods der modernen Gesellschaft. Üblicherweise ist es Pat, der Patachon aus der Klemme hilft. Lau Lauritzen schreibt meist die Drehbücher und führt Regie. Die Entdeckung des Paares und die Entwickung zahlreicher Grotesken und Filmfarcen wird zu seinem größten Erfolg. In Deutschland, Italien, Österreich oder England wurden die Filme Publikumserfolge. Zu den erfolgreichsten und gelungensten gehören DON QUIXOTE (1925) und PAT UND PATACHON AM NORDSEESTRAND (1927). Der erstere ist in Spanien aufgenommen und bearbeitet orginell den Stoff von Cervantes.

Die Zirkusarbeit rückt für Harald Madsen bald in den Hintergrund. Allerdings beginnt mit dem Aufkommen des Tonfilms der internationale Stern der zwei Komiker zu sinken. Zwar dreht das dänische Team noch mehrfach in Londoner, Wiener und Berliner Ateliers und mit dem Erfolg kommt die Fließband-Produktion. Zahlreiche Regisseure inszenieren Pat & Patachon-Filme in kürzester Zeit. Aber die Geschichten treffen nicht mehr den Nerv des Publikums. Ihr letzter gemeinsamer Auftritt datiert aus dem Jahr 1940.

Ab Mitte der 30er Jahre erkrankt der Schauspieler an verschiedenen Krankheiten, hat Depressionen, die die Drehbarbeiten zusätzlich erschweren. Er leidet unter Verfolgungswahn, trennt sich von seiner Familie, veräußert sein Eigentum und lebt zurückgezogen in einem Zirkuswagen. Als sein Kollegen Carl Schenström am 10. Februar 1942 stirbt, ist die Filmarbeit des Harald Madsen de facto beendet. Unter ärmlichen Verhältnissen lebend, übersteht er den II. Weltkrieg. 1947 versucht er ein Comeback mit einem anderen Partner Calle Reinholdz. Der Film HELDEN WIDER WILLEN (1947) wird ein Flop.

Der Schauspieler stirbt am 13. Juli 1949 im Alter von 59 Jahren an einem Hirnleiden in Kopenhagen.

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