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Mia May

Mia May
Drehbuch, Mitarbeit, Darsteller

* 02. Juni 1884
Wien
Österreich
† 28. November 1980
Hollywood (Kalifornien)
USA

MIA MAY • Biographie Seite 1/1

Die Schauspielerin Mia May steht häufig im Schatten ihres Ehemannes, dem Regisseur und Produzenten Joe May. Dabei gehört die Darstellerin neben Asta Nielsen, Henny Porten und Pola Negri zu den beliebesten Darstellerinnen ihrer Zeit. Sie tritt in den großen Monumentalfilmen auf, agiert in melodramatischen Stoffe.

Mia May wird am 02. Juni 1884 als Hermine Pfleger in Wien geboren; ihr Taufname ist Mia. Ihr Vater arbeitet als Bäcker. Sie besucht eine höhere Töchterschule in ihrer Heimatstadt und erhält bereits im Alter von 5 Jahren Ballett-Unterricht. Seit dieser Zeit tritt sie auf der Bühne im Prater auf, spielt zahlreiche Kinderrollen. Als sie 14 Jahre ist, erhält sie ein Engagement am Apollo-Theater.

Bis 1902 spielt, singt und tanzt sie unter dem Intendanten Ben Tieber. Mia May heiratet mit 18 Jahren Julius Otto Mandl, Künstlername Joe May. Im Juni 1902 wird ihre gemeinsame Tochter Eva geboren, die später unter dem Namen Eva May ab 1917 ebenfalls überaus erfolgreich als Schauspielerin arbeiten wird. Nach Heirats- und Babypause tritt sie nach einigen Jahren unter dem Namen Mia May wieder im Apollo-Theater auf.

Um 1911 geht Mia May nach Hamburg. Sie hat ein Engagement am Neuen Operettentheater erhalten und spielt dort die Clo-Clo in der Operette "Madame Serafin". Unter der Regie ihres Mannes Joe May dreht sie ihren ersten Film. Danach siedelt die Familie nach Berlin, wo Mia May zunächst am Friedrich Wilhelmstädtischen Theater spielt. Nachdem ihr Ehemann bei der Continental-Kunstfilm GmbH als Regisseur arbeitet, tritt sie regelmäßig in seinen Filmen auf, wird auch von anderen Produzenten engagiert. Zeitweise ist die Familie wieder in Wien ansässig, Joe May muß seinen Wehrdienst ableisten. Dort macht er sich 1915 selbständig. Mia May übernimmt zeitweise die Stelle der Geschäftsführerin der May-Film GmbH. Als Schauspielerin ist sie in den Joe Deebs-Detektivfilmen derart erfolgreich, daß 1916 eine eigene Mia-May-Filmserie gestartet wird. Meist sind es melodramatische Stoffe um die Schicksale junger Frauen. Bald gehört sie neben Asta Nielsen und Henny Porten zu den beliebesten Darstellerinnen der Zeit.

Zu den bekanntesten Filmen der Darstellerin zählen unter anderem der Episodenfilm VERITAS VINCIT (1919), in dem sie in drei weiblichen Rollen auftritt. Mit DIE HERRIN DER WELT - 1. TEIL: DIE FREUNDIN DES GELBEN MANNES (1919) beginnt der überaus erfolgreiche monumentale Achtteiler, in dem sie die weibliche Hauptrolle spielt und diverse Abenteuer in Europa, Asien, Afrika und Amerika erlebt. Allein 1919 ist sie in acht Filmen zu sehen. In DAS INDISCHE GRABMAL - 1. TEIL: DIE SENDUNG DES JOGHI (1921), zu dem Fritz Lang das Drehbuch liefert, agiert sie an der Seite von Olaf Fönss und Conrad Veidt. Sie spielt Irene, die Verlobte des Architekten Herbert Rowland, in die sich der Maharadscha von Eschnapur verliebt. TRAGÖDIE DER LIEBE - 1. TEIL (1923) wird der Beginn einer ihrer letzten großen Serienfilme; als Gräfin Manon Moreau sucht sie den Mörder ihres Mannes.

Nach dem Selbstmord ihrer Tochter Eva May im September 1924 zieht sich die Schauspielerin von Filmgeschäft zurück. Als die Nationalsozialisten im Januar 1933 an die Macht gelangen, emigriert das Ehepaar May über Frankreich nach Amerika. Da selten Anstellungen im Filmgeschäft erfolgen, verarmen die Mays mehr und mehr. Im April 1949 eröffnen sie mit Hilfe einiger Kollegen das Wiener Restaurant "Blue Danube" am South Robertson Boulevard in West Los Angeles. Das Restaurant geht nach einigen Monaten bankrott. Die Mays leben danach mit der Unterstützung von Freunden.

Mia May stirbt am 28. November 1980 in Hollywood.

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