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Oskar Homolka

Oskar Homolka
Darsteller

* 12. August 1898
Wien
Österreich
† 29. Januar 1978
Sussex
Großbritannien

OSKAR HOMOLKA • Biographie Seite 1/1

Wenige deutsche Schauspieler haben die Ehre, einen heißbegehrten Oscar, den wichtigsten Filmpreis der Welt zu besitzen. Einige mehr sind aufgrund ihrer darstellerischen Leistungen für die kleine Trophäe nominiert worden. Der deutsche Schauspieler Oskar Homolka gehört dazu. Als Emigrant in Hollywood ist er einer der wenigen Darsteller, der sich durchsetzen kann. Er steht als Nebendarsteller an der Seite einiger großer Hollywood-Stars, arbeiten mit Regisseuren wie Alfred Hitchcock, King Vidor und Billy Wilder zusammen.

Oskar Homolka wird am 12. August 1898 als in Wien geboren. Sein Vater ist Waffenschmied, seine Mutter Hausfrau. Beide ermöglichen ihrem Sohn ein Studium an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Von 1915 bis 1917 erhält er dort seine Ausbildung.

Sein Debüt auf der Bühne gibt er 1918 am Komödienhaus in Wien. Danach arbeitet er an verschiedenen Bühnen in Wien, geht kurzzeitig nach Graz. 1924 arbeitet er in München an den Kammerspielen. Legendär ist sein Auftritt in Bertolt Brechts Bühnenstück "Leben Eduards des Zweiten von England". Er ist betrunken, schläft während der Vorstellung ein, fällt fast von der Bühne. Ein Jahr später geht er nach Berlin. Er erhält durch die Fürsprache von Bertolt Brecht ein Engagement im Max Reinhardt-Ensemble. In der Folge wird Oskar Homolka zu einem angesehenden Theaterschauspieler. Er spielt in Stücken von Bertolt Brecht, Gerhard Hauptmann oder Bernhard Shaw. Beschrieben wird häufig seine explosive Kraft und Ausdrucksstärke auf den Brettern, die die Welt bedeuten. 1932 inszeniert er selbst am Lessing-Theater "Pygmalion" und spielt auch die Hauptrolle des Higgins in dem Stück.

Mitte der 1920er Jahre entdeckt der Schauspieler das Medium Film, spielt 1926 in seinem ersten Film mit. Durch seine Größe und seinen Körperbau ist er für Ganoven, Schurken, Zuhälter und brutale Kerle prädestiniert, gibt diese in vielen Fällen wuchtig und gewaltbereit. Er wirkt unberechenbar, immer auf dem Sprung. In Filmen die DIRNENTRAGÖDIE (1927) an der Seite von Asta Nielsen von Bruno Rahn oder SCHINDERHANNES (1928) von Kurt Bernhardt kann er sich unter Beweis stellen. Der Übergang zum Tonfilm bringt für den Schauspieler keine Probleme. Bis 1933 ist er an über 25 Filmen beiteiligt. So steht er in dem Remake ZWISCHEN NACHT UND MORGEN (1931) unter der Regie von Gerhard Lamprecht vor der Kamera. Als Romantiker wird er nicht besetzt, vielmehr ist er wegen der Festlegung auf die Rolle des Kerls hauptsächlich in Kriminalfilmen, Abenteuerstreifen und Spionagethrillern zu sehen.

Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten im Januar 1933 muss Oskar Homolka Deutschland verlassen. Zunächst geht er nach Österreich und spielt dort in dem Film UNSICHTBARE GEGNER (1933) unter der Regie von Rudolf Katscher die Hauptrolle. Ab 1935 arbeitet und lebt er in Großbritannien. Seit dieser Zeit schreibt er sich auch mit einem "c" im Vornamen. Er findet ein Engagement am King's Theatre in Glasgow. Außerdem spielt er auch im Film eines weiteren deutschen Emigranten, des Regisseur Berthold Viertel mit. Er verkörpert Ohm Krüger, den südafrikanischen Burenpräsidenten, in RHODES OF AFRICA (1935). Dies wird seine Eintrittskarte in die englisch-amerikanische Filmproduktion. Danach besetzt ihn Alfred Hitchcock für seinen Film SABOTAGE (1936).

1937 geht Oskar Homolka nach Amerika. Für die Darstellung des prahlerischen Onkels in GEHEIMNIS EINER MUTTER (1948) von George Stevens erhält er seine Oscar-Nominierung. In der Folge wird er ein gern besetzter Nebendarsteller, der sich seine Rollen aussuchen kann und immer wieder mit seinen Auftritten auffällt. Unter anderem ist er an Filmen wie DAS HAUS DER SIEBEN SÜNDEN (1940) von Tay Garnett mit den Stars Marlene Dietrich und John Wayne beteiligt, steht vor der Kamera bei DAS VERFLIXTE 7. JAHR (1955) unter der Regie von Billy Wilder. Er spielt ebenso in den Hollywood-Klassikern wie KRIEG UND FRIEDEN (1956) von King Vidor und RAUBZUG DER WIKINGER (1963) von Jack Cardiff.

Seit den 1950er Jahren ist Oskar Homolka auch im Fernsehen präsent. Kurze Bühnenauftritte führen ihn zudem zurück nach Österreich und Deutschland. Bertolt Brecht will den Schauspieler ganz nach Berlin holen; der lehnt aber ab. Dafür tritt er bei den Salzburger Festspielen als Dorfrichter Adam in Heinrich von Kleists "Der zerbrochene Krug" auf. 1967 wird der Schauspieler mit dem Filmband in Gold für sein langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film ausgezeichnet.

Oskar Homolka ist viermal verheiratet. Seine erste Ehe führt er bis 1933 mit der Schauspielerin Grete Mosheim. 1937 heiratet er die Baronin Vally von Hatvany. 1938 stirbt seine Ehefrau in London. Florence Meyer, die Tochter eines amerikanischen Zeitungsverlegers, ist seine dritte Ehefrau, von der er sich 1946 scheiden läßt. Aus der Ehe gehen die Kinder Lawrence und Vincent hervor. Die Schauspielerin Joan Tetzel ist seine vierte und letzte Ehefrau.

Oscar Homolka stirbt am 29. Januar 1978 in Sussex (England).

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