Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

Karl Hartl

Karl Hartl
Regie, Regie-Assistenz, Drehbuch, Schnitt

* 10. Mai 1899
Wien
Österreich
† 29. August 1978
Wien
Österreich

KARL HARTL • Biographie Seite 1/1

Der Name Karl Hartl ist eng mit der österreichischen Filmproduktion verbunden. In den fast 50 Jahren, die er in der Filmproduktion vor oder hinter der Kamera steht, ist er an etwa 100 Filmen beteiligt - als Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor oder Produktionsleiter.

Karl Hartl wird als Karl Anton Hartl am 10. Mai 1899 in Wien geboren. Er entstammt einer Arbeiterfamilie. Sein Schulfreund ist Gustav Ucicky, der später ebenfalls Regisseur werden wird. Beide bewerben sich nach ihrer Ausbildung kurzentschlossen bei der Sascha-Film, damals einer der bekanntesten Wiener Produktionsgesellschaften, und werden eingestellt.

Karl Hartl fängt klein an. Er arbeitet als "Hilfsregisseur" für den routinierten Regisseur Fritz Freisler. Ab 1918 ist er der Assistent und später Produktionsleiter bei den Produktionen von Alexander Korda, einem ungarischen Regisseur, der in Wien und Berlin dreht. Karl Hartl folgt dem Regisseur nach Berlin. Manchmal steht er auch vor der Kamera, u.a. in ZIGEUNERLIEBE (1922) oder FRAUEN AUS DER WIENER VORSTADT (1925). Er kehrt erst 1926 in seine Heimatstadt zurück. Hier ist er zwischenzeitlich im Bereich Schnitt und Zwischentitel ausländischer Filme der Sascha-Film tätig. Ab 1928 ist er Produktionsleiter, u.a. für seinen alten Schulfreund Gustav Ucicky. Er reist zwischen Berlin und Wien hin und her. Ab dieser Zeit schreibt er auch Drehbücher, u.a. für VERERBTE TRIEBE (1929) oder DER STRÄFLING AUS STAMBUL (1929).

Seit 1930 arbeitet Karl Hartl auch als Regisseur. Sein erster Film, den er selbst inszeniert, wird EIN BURSCHENLIED AUS HEIDELBERG (1930). Als nächstes arbeitet er gemeinsam mit dem Schauspieler und Regisseur Luis Trenker an dem Film BERGE IN FLAMMEN (1931). Während der Dreharbeiten kommt es zu einem folgenschweren Unfall. Karl Hartl erblindet auf einem Auge. Auf seine Regie-Arbeit hat dies keinen Einfluß. Mit seinen nächsten Filmen verschafft er sich endlich die ersehnte Anerkennung.

1932 kann er mit dem Film DIE GRÄFIN VON MONTE CHRISTO (1932) mit Brigitte Helm Aufmerksamkeit erregen. Der folgende - einer der wenigen deutschen Science Fiction F.P. 1 ANTWORTET NICHT (1932) - wird eine überaus erfolgreiche 3-Sprachen-Produktionen. Er arbeitet jeweils mit einem anderen Hauptdarsteller: Hans Albers in der deutschen, Conrad Veidt in der englischen und Charles Boyer in der französischen Version. In der Folge inszeniert Karl Hartl routiniert und souverän Liebesgeschichten und Operetten, Abenteuerfilme und Science Fiction, Kriminalgeschichten. Allein von 1933 bis 1938 haben acht Filme, an denen er beteiligt ist und die häufig in mehreren Sprachversionen gedreht sind, Premiere.

Nach dem "Anschluß Österreichs", seit 1938 ist Karl Hartl Produktionschef der Wien-Film GmbH, die aus der Sascha-Film hervorgeht und zu der erfolgreichsten österreichischen Produktionsgesellschaft wird. Sie faßt alle österreichischen Filmgesellschaften zusammen - staatlicher Seite verordnet. Bis 1945 ist er für die Produktionen zuständig. Inszeniert werden leichte Unterhaltungskomödien im typischen Wiener Stil, Lustspiele, aber auch dramatische Stoffe wie DER POSTMEISTER (1940) mit Heinrich George oder Musik-Revuen wie der erfolgreiche DER WEIßE TRAUM (1943) in der Regie von Geza von Cziffra. Häufig wird in der Literatur darauf verwiesen, daß es durch die Arbeit von Karl Hartl gelingt, die Filmproduktionen der Wien Film GmbH von Propaganda frei zu halten.

Nach dem II. Weltkrieg geht die Arbeit als Produktionsleiter noch für die letzten Produktionen weiter. Bis 1948 wickelt er als kommissarischer Leiter die Wien Film GmbH ab. Danach inszeniert der Regisseur wieder einen eigenen Film. ENGEL MIT DER POSAUNE (1948) wird zu einem der größten Erfolge der Nachkriegsgeschichte. Mit Familiengeschichte erzählt Karl Hartl hier die politische Geschichte Österreichs. Danach sitzt Karl Hartl wieder mehrfach auf dem Regiestuhl und inszeniert Unterhaltungskino.

Seit 1930 ist Karl Hartl mit der Schauspielerin Marte Harell verheiratet.
Er stirbt am 29. August 1978 in seiner Heimatstadt Wien.

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,95973