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Marlon Brando

Marlon Brando
Darsteller

* 03. April 1924
Omaha (Nebraska)
USA
† 01. Juli 2004
Los Angeles (Kalifornien)
USA

MARLON BRANDO • Biographie Seite 1/1

Der Schauspieler Marlon Brando ist der Rebell von Hollywood. Vielen gilt er als der beste Schauspieler des vergangenen Jahrhundert, als "Schauspieler-Gott", der seine Rollen nicht nur spielt, sondern lebt. Viele Stars nach ihm hat er inspiriert - mit sparsamen Gesten und aussagekräftiger Mimik, die seine angespannte Wildheit und seine heißes Temperament fast immer unter Verschluß halten. Wenn sie dann ausbrechen, prallen sie mit darstellerischer Wucht auf Gegenspieler und Zuschauer ein.

Marlon Brando wird am 03. April 1924 in Omaha (Nebraska). Er wächst in schwierigen Verhältnissen auf. Vater wie Mutter sind Trinker. Schon während der Schulausbildung spielt er Theater. Er absolviert auf der Shattuck Military Academy in Minnesota seinen Militärdienst, wird aber vorzeitig aus dem Dienst verwiesen, weil er sich gegen den Drill in der Anstalt wehrt. Danach geht er nach New York, wo er unter anderem bei dem deutschen Emigranten Erwin Piscator an dessen Dramatic Workshop der "New School of Social Reserch" Schauspielunterricht nimmt. Desweiteren lernt er bei Stella Adler, die sich der Konstantin Stanislawsky-Schule verpflichtet fühlt und später in dem renommierten Actor's Studio von Leo Strasberg.

In New York lernt er den Regisseur Elia Kazan kennen, mit dem er später mehrmals zusammenarbeiten wird. Mit 20 Jahren steht Marlon Brando auf der Theaterbühne und überzeugt in Stücken wie "I Remember Mama", "Candida" und "Endstation Sehnsucht". Er wird zur Sensation am Broadway; Hollywood läßt nicht lange auf sich warten.

Der Regisseur Fred Zinnemann verhilft Marlon Brando zu seine ersten Filmrolle. In seinem Film DIE MÄNNER (1950) gibt er ihm die Hauptrolle des querschnittgelähmte Kriegsheimkehrer Ken Wilcheck, der es sich und seiner Familie unglaublich schwer macht. Schon mit seinem zweiten Film wird Marlon Brando zum Mega-Star. In Elia Kazans Verfilmung des gleichnamigen Tennessee Williams-Theaterstückes ENDSTATION SEHNSUCHT (1951) brilliert er als Stanley Kowalski. Der Film wird ein Welterfolg, erringt 4 Oscars. Für seine Darstellung des Freiheitshelden in VIVA ZAPATA (1952) wird er in Cannes mit dem Preis "Bester Darsteller des Jahres" ausgezeichnet. Ein Jahr später erhält er den British Film Academy Award für seinen Marc Antonius in dem Film JULIUS CAESAR (1953). In der Folge gehört der Darsteller zu den höchstbezahltesten seiner Zeit.

Marlon Brando wird zum Idol der amerikanischen Jugend; er steht für Rebellion gegen die vorherrschende Ordnung gepaart mit Sexappeal. Mit dem Film DER Wilde (1953) begründet er dieses Image. Er spielt den Anführer einer Motorrad-Gang, die an Wochenenden über unschuldige Kleinstädte herfällt. Mit seiner Darstellung des Dockarbeiters Terry Malloy in dem Film DIE FAUST IM NACKEN (1954), wieder unter der Regie von Elia Kazan, kann er endlich seinen ersten Oscar erringen. Als New Yorker Hafenarbeiter bietet er den korrupten Gewerkschaftern die Stirn.

Die nächsten Filme, Erfolge an den Kinokassen, fordern den Darstellern nicht wirklich. Er spielt Napoleon Bonaparte, den Steuermann Fletcher Christian auf der Bounty, einen Südstaaten-Sheriff in EIN MANN WIRD GEJAGT (1965). Außerdem inszeniert er seinen ersten eigenen Film DER BESESSENE (1960), der allerdings nicht den erhofften Erfolg hat. Es folgen zahlreiche Flops und Fehlschläge. Anfang der 70er Jahre feiert der Darsteller ein fulminantes Comeback. In DER PATE - 1. TEIL (1972) von Francis Ford Coppola spielt er den Don Vito Corleone, Mafiaboss. Seinen Oscar, den er erhält, holt er nicht selbst ab. Er schickt eine Schauspielerin im Indianerkostüm, die in seinem Namen gegen die Unterdrückung der amerikanischen Ureinwohner protestiert. Danach erhält er von Bernardo Bertolucci eine weitere Hauptrolle, die ihm seinen alten Status zurückgibt. In DER LETZTE TANGO IN PARIS (1972) spielt er einen Witwer in Paris, der seine sexuellen Bedürfnisse hemmungslos auslebt.

In der Folge verdient Marlon Brando sein Geld mit kurzen Auftritten. In dem Vietnamkriegsdrama APOCALYPSE NOW (1979) gibt er den Colonel Kurtz. In SUPERMAN (1978) gibt er Jor-El. Zu seinen letzten Hauptrollen zählt der engagierte Anwalt gegen das südafrikanische Apartheid-Regime WEIßE ZEIT DER DÜRRE (1989). Marlon Brandos bisher letzter Film ist THE SCORE, (2001), in dem er an der Seite seiner jüngeren Kollegen Robert De Niro und Edward Norton vor der Kamera steht.

Auch privat hat der Darsteller seinen Ruf gepflegt. Er führt vier Ehen. Seine letzte Ehefrau lernt er bei den Dreharbeiten zu MEUTEREI AUF DER BOUNTY (1962) kennen. Er kauft ein Südseeatoll bei Tahiti, auf dem der zeitweise lebt. Er stirbt am 01. Juni 2004 in einem Krankenhaus in Los Angeles an Lungenversagen.

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