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Charles Boyer

Charles Boyer
Darsteller

* 28. August 1897
Figeac
Frankreich
† 26. August 1978
Phoenix (Arizona)
USA

CHARLES BOYER • Biographie Seite 1/1

Er ist der romantische Liebhaber, der mit seinem Augenaufschlag die weiblichen Kinogänger der 1930er und 1940er Jahre bezaubert. Charles Boyer hat an über 80 Filmproduktionen in Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Amerika mitgewirkt.

Charles Boyer wird am 28. August 1897 in Figeac (Frankreich) als einziger Sohn von Maurice und Louise Boyer geboren. Nach seiner Schulausbildung beginnt er ein Studium in Toulouse, wechselt aber nach kurzer Zeit an die Sorbonne in Paris. Er belegt philosophische Kurse. Nebenbei schreibt er sich auch im Fach Schauspiel am Pariser Konservatorium ein. Bald tritt er auf verschiedenen Bühnen in Paris auf, unter anderem am "Theatre Sarah Bernhardt". 1920 wird er von den Regisseur Marcel L'Herbier für den Film entdeckt. Er spielt bis 1929 in sechs Stummfilmen mit.

Erst in der Tonfilmzeit beginnt seine eigentliche Karriere beim Film. Er arbeitet international in Paris, London, Berlin und Hollywood, ist an verschiedenen Sprachversionen beteiligt, unter anderem übernimmt er die Rolle von Conrad Veidt in ICH UND DIE KAISERIN (1933) für die französische und englische Version des Films neben Lilian Harvey, die in allen drei Versionen die Hauptrolle spielt.

1931 spielt Charles Boyer in seiner ersten Hollywood-Produktion THE MAGNIFICENT LIE (1931) unter der Leitung des österreichischen Regisseur und Drehbuchautor Berthold Viertel. Aber er kann sich noch nicht dauerhaft durchsetzen und steht weiter in Europa vor der Kamera. 1934 arbeitet er mit deutschen Regisseur Fritz Lang zusammen, der während seiner Emigration in Frankreich erste Station macht, und den Film Liliom (1934) inszeniert. Charles Royer spielt die Hauptrolle des Liliom, der nach seinem Tod nochmals auf die Erde darf, um sich für seine früheren Vergehen zu entschuldigen.

Im selben Jahr erhält er einen dauerhaften Vertrag in Hollywood und siedelt ganz nach Amerika über. Anfangs muss er sich wegen seiner Sprachschwierigkeiten mühen, aber bald verkörpert er den französischen Chameur mit leichtem Akzent, ist ganz Gentlemen oder romantischer Liebhaber mit besonderer Ausstrahlung. An der Seite amerikanischer Stars wie Jean Harlow, Greta Garbo oder Marlene Dietrich begeistert er das Publikum in zahlreichen Liebesfilmen.

1942 nimmt Charles Boyer die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Seitdem bemüht er sich um einen intensiven Kulturaustausch zwischen den USA und Frankreich. Seine Arbeit trägt Früchte - für die Gründung der French Research Foundation und deren progressives kulturelles Engagement wird er 1943 mit einem Spezial-Oscar ausgezeichnet. Viermal wird er für seine schauspielerischen Leistungen für den Oscar nominiert, erhält ihn aber nie.

Mitte der 1940er Jahre gelingt Charles Boyer an der Seite von Ingrid Bergman der Wechsel in dramatische Fach. Er spielt in DAS HAUS DER LADY ALMQUIST (1945) von George Cukor einen abgebrühten Ehemann, der seine Frau in den Wahnsinn treiben will. Drei Jahre später steht er wieder mit Ingrid Bergman vor der Kamera in DER TRIUMPHBOGEN (1948) von Lewis Milestone. In der Folge spielt er den älteren Gentlemen, ist immer Kavalier der alten Schule. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitet Charles Boyer auch wieder verstärkt in Europa. Für seine Darstellung des Baron Jean Raoul in der Geschichte um den Gauner STAVISKY (1974) von Alain Resnais erhält er beim Filmfestival in Cannes die Goldene Palme als Bester Schauspieler.

1951 gründet Charles Boyer gemeinsam mit seinen englischen Kollegen David Niven und Dick Powell die "For Star Television", ein TV-Filmfirma. Bis in die 1960er Jahre hinein produziert die Gesellschaft TV-Serien, unter anderem "Gauner gegen Gauner", in denen die Schauspieler auch selbst Hauptrollen übernehmen.

Immer wieder steht Charles Boyer auch auf der Theaterbühne. 1948 ist er am Broadway in der ersten Inszenierung von Jean Paul Satres Stück "Die schmutzigen Hände" dabei. Eine Welttournee mit dem Stück "Don Juan in der Hölle" von Bernhard Shaw schließt sich an.

Charles Boyer ist seit 1934 mit der englischen Schauspielerin Pat Paterson verheiratet. Sein Sohn Michael begeht im Alter von 21 Jahren 1965 Selbstmord. Seine Frau stirbt am 26. August 1978. Zwei Tage danach nimmt sich der Schauspieler mit Schlaftabletten das Leben.

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