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Humphrey Bogart

Humphrey Bogart
Darsteller

* 25. Dezember 1899
New York (New York)
USA
† 14. Januar 1957
Hollywood (Kalifornien)
USA
andere Namen Humphrey DeForest Bogart

HUMPHREY BOGART • Biographie Seite 1/1

Humphrey Bogart ist der Bösewicht, der millionenfach geliebt wird. Seine Gangster und Verbrecher sowie seine Privatdetektive verbergen hinter ihrer rauhen Schale, ihrer zynischen Welt-Verachtung einen romantischen und melancholischen Kern. Er wird zum Synonym von 'Coolness': mit der Zigarette, lässig im Mundwinkel gehalten, spricht er; sein Trenchcoat ist zerknittert; der schräg sitzenden Hut mit breiter Krempe tut das seinige zum Erscheinungsbild eines einsamen, aber unabhängigen Wolfes dazu.

Humphrey Bogart wird am 25. Dezember 1899 in New York geboren. In einigen Quellen findet sich das Geburtsdatum 25. Dezember 1900 (auch 1899), welches aber nur von Werbestrategen erfunden worden ist. Sein Vater ist Arzt, seine Mutter eine, in Amerika bekannte Illustratorin und die Tochter eines wohlhabenden Fabrikanten. Er besucht die Trinity-Eliteschule in New York, später die Phillips Academy in Andover, bei Boston, eine der ältesten und angesehensten Privatschulen der USA. Seine mangelnden Leistungen führen zum Rausschmiß. Kurz vor Ende des Ersten Weltkrieges tritt er der Marine bei, ohne an Kriegshandlungen teilzunehmen.

Seine Karriere beginnt nach dem Ersten Weltkrieg. Durch Freunde erhält er Kontakt zum Theater, freundet sich mit dem Theaterproduzenten William Brady sen. an und wird auf dessen Bühne für verschiedene Handlangerdienste angestellt, arbeitet als Laufbursche und Kulissenschieber. Schnell steigt der junge Mann auf der Karriereleiter nach oben: eine Tournee der Theaterensembles mit dem Stück "The Ruined Lady" (1920) begleitet er bereits als Manager. 1920 debütiert er in einer kleinen Rolle in dem Bühnenstück "Experience". In der Folge erhält er zahlreiche Rollen, meistens als jugendlicher Held.

Anfang der 1930er Jahre wird er von den Fox Studios unter Vertrag genommen. Er steht unter anderem mit dem Debütanten Spencer Tracy vor der Kamera, aber die Filme, in denen er spielt, bringen nicht den gewünschten Erfolg. Humphrey Bogart spielt weiter auf der Theaterbühne. Seine Rolle des erbarmungsloser Gangster Duke Mantee in dem Theaterstück "Der versteinerte Wald" (1935) an der Seite von Leslie Howard und Bette Davis wird zum großen Einstieg in die Filmkarriere. Das Stück wird von Archie Mayo verfilmt und auf Druck des Hauptdarsteller Leslie Howard mit Humphrey Bogart als seinen Partner besetzt. Die Rolle, die der junge Schauspieler hier verkörpert, wird für lange Zeit seine vorherrschende sein: der üble Schurke, hinterhältig und unbarmherzig. Bis Ende der 30er Jahre steht er in Filmen wie OKLAHOMA KID (1938) oder CHICAGO - ENGEL MIT SCHMUTZIGEN GESICHTERN (1938), in dem er James Frazier spielt, vor der Kamera. Von 1936 bis 1939 dreht der Schauspieler 25 Filme, die schnell heruntergedreht sind und wenig Ambitionen erkennen lassen.

Mit Beginn der 1940er Jahre wandelt sich sein Image. Er ist nicht mehr nur der skrupellose Bösewicht, sondern wird zum Gangster, hinter dessen rauher Schale sich ein romantischer und melancholischer Kern verbirgt. In DIE ENTSCHEIDUNG IN DER SIERRA (1940) spielt er an der Seite von Ida Lupino den entflohenden Sträfling Roy Earle. Der Film legt den Grundstein für den späteren Starruhm des Schauspielers. Seine nächste Rolle spielt er in dem Meisterwerk von John Huston DER MALTESERFALKE (1941). Der Film wird zum Meilenstein der Filmgeschichte und zum Synonym für den film noir. Bis heute bleibt die Darstellung des zynischen Privatdetektivs Sam Spade unerreicht. Als cooler Einzelgänger löst er seine Fälle. Trotz Zynismus und Verachtung für die Welt ist auf ihn Verlaß. Der Film erhält Oscarnominierungen für das Beste Drehbuch, den Besten Film und die Beste männliche Nebenrolle für Syndey Greenstreet, geht jedoch leer aus.

Der nächste große Schritt seiner Karriere ist CASABLANCA (1942) von Michael Curtiz. Der Film strahlt in der Folgezeit eine weltweite Faszination aus, wie sie nur ganz wenigen Kultfilmen zu eigen ist, von jeder nachwachsenden Generation immer wieder neu entdeckt und liebevoll verehrt. Das zeitlose Meisterwerk mit seiner intensiven, erregenden Atmosphäre stürzt den Zuschauer in ein regelrechtes Wechselbad der Emotionen. Einige Kernsätze des Films wie "Ich seh' dir in die Augen, Kleines" oder "Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft" werden zu geflügelten Wörtern. Humphrey Bogart spielt den unabhängigen und zynischen Nachtclubbesitzer Rick. Auch dieser kühl angelegten Figur verleiht er eine romantische Ader, die sich sehnsuchtsvoll nach seiner ehemaligen weiblichen Partnerin Ilsa Lund Laszlo, verkörpert von Ingrid Bergman, umsieht, aber aus diversen Gründen verzichtet. Für die Rolle wird der Schauspieler erstmals für den Oscar nominiert. Der Film selbst wurde mit drei Oscars in den Kategorien Bester Film, Bestes Drehbuch und Beste Regie ausgezeichnet.

Humphrey Bogart zählt nun zu den Top-Schauspielern Hollywoods, kann sich seine Rollen aussuchen. Neben Kriegsfilmen, Thrillern und Western ist er auch in Dramen zu sehen. Einmal mehr ist er in dem Meisterwerk TOTE SCHLAFEN NICHT (1946) von Howard Hawks als Privatdetektiv Philip Marlowe zu sehen, der in einem Erpressungsfall ermittelt. Seinen Oscar als Bester Hauptdarsteller erhält er für seine Verkörperung des griesgrämigen und alkoholverliebten Kapitäns der alten Flussbarkasse AFRICAN QUEEN (1951), der sich in seine unfreiwillige und altjungferliche Partnerin Katharine Hepburn verliebt und das Boot durch den Dschungel schifft. Bis 1957 dreht er noch vier weitere Filme, unter anderem unter der Regie von Billy Wilder und mit Audrey Hepburn als Partnerin SABRINA (1953).

1947 protestiert der Schauspieler gemeinsam mit John Huston, Gene Kelly, Danny Kaye, Paul Henreid, Katharine Hepburn und anderen KollegInnen in Washington gegen den berüchtigten Ausschuss zur Untersuchung "unamerikanischer Umtriebe" des Joseph McCarthy. Später schreibt er einen Zeitungsartikel unter dem Titel "Ich bin kein Kommunist", um sich gegen die öffentliche Meinung zu schützen. Er setzt sich 1952 für den liberalen demokratischen Präsidentschafts-Kandidaten ein.

Humphrey Bogart ist viermal verheiratet. 1926 schließt er mit der Schauspielerin Helen Menken den Bund fürs Leben, der allerdings nur ein Jahr hält. Seine zweite Frau wird 1928 Mary Philips, ebenfalls Schauspielerin. In dritter Ehe ist er mit der Schauspielerin Mayo Methot verheiratet. Zum vierten Mal ist der Schauspieler mit Lauren Bacall verheiratet, die er als 19jährige Schauspielerin bei Dreharbeiten zu HABEN UND NICHTHABEN (1945) kennen und lieben lernt.

1956 erkrankt der Schauspieler an Krebs. Am 14. Januar 1957, drei Wochen nach seinem 57. Geburtstag, verstirbt Humphrey Bogart in einem Spital in Hollywood.

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