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Jane Birkin

Jane Birkin
Darsteller

* 14. Dezember 1946
London
Großbritannien

JANE BIRKIN • Biographie Seite 1/1

Jane Birkin ist seit Ende der 1960er Jahre bis heute eine Legende der französischen Film- und Musikszene. Ihre Ausstrahlung, Natürlichkeit und - wie sie selber sagt - der absolute Zufall lassen sie zum größten Star und Sex-Symbol Frankreichs zur Zeit der Sexuellen Revolution werden. Als erfolgreiche Schauspielerin und Sängerin versucht sie, das Klischee der Sex-Ikone zu vermeiden und sich als ernstzunehmende Künstlerin zu etablieren. In mehr als 40 Jahre Arbeit hat sie mehr als 70 Filme und 19 Alben produziert. Ihr Liebeslied "Je t’aime" gehört dabei zu den Klassikern.

Jane Birkin wird als Jane Mallory Birkin am 14. Dezember 1946 in London geboren. Ihre Mutter Judi Campbell ist Schauspielerin, ihr Vater David Birkin ist Kapitän, ihr Bruder der britische Regisseur und Drehbuchschreiber Andrew Birkin. Nach ihrer Schulausbildung beginnt sie ein Schauspiel-Studium an der Kensington Akademie. Ihr Debüt auf der Theaterbühne feiert sie bei der Graham Greenes Produktion "Carving a Statue" (1964). 1968 zieht sie nach Frankreich, um französisch zu lernen. Sie bleibt in dem Land.

Die erste Kinorolle bekommt Jane Birkin als sie 20 ist. Sie spielt in Michelangelo Antonionis Filmklassiker BLOW UP (1966) eine Rolle als Nacktmodell. Damit prägt sie ihr späteres Image als Sex-Symbol. Der Film erhält die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes. Für die Verfilmung von SLOGAN (1968) in Frankreich sucht der Regisseur Pierre Grimblat nach einer englischen Schauspielerin, die an der Seite des französischen Sänger und Schauspieler Serge Gainsbourg die Rolle der Evelyne Nicholson spielt. Bei den Dreharbeiten lernen sich Jane Birkin und Serge Gainsbourg kennen und lieben, sie werden eines der wichtigsten Künstlerpaare der Zeit in Frankreich.

Mit dem Sänger interpretiert sie 1969 Song "Je t'aime ... moi non plus", haucht Erotik pur ins Mikrofon. Beide avancieren damit zum Stadtgespräch und zur Legende in den Pariser Szene-Bars der 1968er. Die Aufnahme wird in vielen Ländern verboten, in Frankreich verkauft sie sich innerhalb weniger Monate millionenfach und macht das Paar berühmt. Ende der 1960er Jahre ist Jane Birkin ein Sex-Symbol zudem große Muse des Chansonniers; im Zuge der Sexuellen Revolution konkurriert mit ihrer blonden Kollegin Brigitte Bardot.

Während der 1970er Jahren produzieren Jane Birkin und Serge Gainsbourg gemeinsam und solo Musik. Nach 2 Jahre Pause wegen der Geburt ihrer zweiten Tochter veröffentlich Jane Birkin 1973 "Di Doo Dah", ihr erstes Soloalbum. Außerdem arbeitet sie auch weiter als Schauspielerin. In dem Klassiker DER SWIMMINGPOOL (1968) von Jacques Deray ist sie als junges Mädchen an der Seite von Alain Delon und Romy Schneider zu sehen. Für die Rolle des jungen, naiven, begehrenswerten und alles versprechenden Mädchens ist die Schauspielerin prädestiniert. Sie wirkt gebrechlich und schutzbedürftig. Die Rolle spielt sie gekonnt in den Kriminalfällen nach Agatha Christie TOD AUF DEM NIL (1977) von John Guillermin und DAS BÖSE UNTER DER SONNE (1981) von Guy Hamilton, in denen der exzentrische Detektiv Hercule Poirot (Peter Ustinov) Morde aufklärt.

Der Schauspielerin fallen meist androgyne, auch bisexuelle Rollen zu. Bis 1980 umfasst ihre Kinokarriere mehr als 20 Filme. Darunter sind solch französische Klassiker wie DON JUAN 73 (1973) von Roger Vadim, in dem sie die Liebhaberin von Brigitte Bardot spielt, DAS WILDE SCHAF (1973) von Michel Deville und die deutsch-französische Filmbiografie über den expressionistischen Maler Egon Schiele EGON SCHIELE-EXZESSE (1980) unter der Regie von Herbert Vesely. Ihr Image wandelt sich mehr und mehr zur seriösen Schauspielerin.

Jane Birkin und Serge Gainsbourg etablieren sich nicht nur als bedeutende Künstler in der französischen Szene, sondern auch als Provokateure. Mitte der 1970er Jahre spielt Jane in JE T'AIME MOI NON PLUS (1975) von Serge Gainsbourg eine junge Frau, die, um mit dem schwulen gutgebauten Fahrer Krassky (Joe Dallesandro) zusammen zu sein, wie ein Mann agieren muss. Bei der Filmpremiere ist Frankreich schockiert. Der Film gilt als pornografisch, unmoralisch, skandalös und wird verboten. Jane Birkin verliert für kurze Zeit ihr Kinoprestige.

Nach der Trennung von Serge Gainsbourg Anfang der 1980er Jahren veröffentlicht Jane Birkin mit dem Regisseur Jacques Doillon einige bedeutende Filme, in denen sie ihre Glaubwürdigkeit als Schauspielerin mit dramatisch ausgefeilten Rollen unter Beweis stellt und mit anspruchsvollen Rollen überzeugen kann. In der Drama EIN KLEINES LUDER (1980) unter der Regie von Jacques Doillon spielt sie eine nervöse Depressive, an der Seite von Michel Piccoli als Vater. In dem erotischen Drama DIE PIRATIN (1984) unter der Regie von Jacques Doillon spielt sie noch einmal eine lesbische Frau, die sich zwischen ihrer Geliebten und ihrem Ehemann entscheiden muss. In THEATER DER LIEBE (1985) von Jacques Rivette ist sie eine der Schauspielerinnen, die ein neues Stück einstudiert und bald nicht mehr zwischen Dichtung und Wahrheit unterscheiden kann. In DIE FRAU MEINES LEBENS (1986) von Régis Wargnier stellt sie die Ehefrau eines alkoholkranken Violin-Solisten dar. Ihre Darstellung bringt ihr eine Nominierung für den Französischen Filmpreis ein, insgesamt wird sie 3mal nominiert.

Mit dem Agnès Vardas Film DIE ZEIT MIT JULIEN (1987) erweist sie sich wiederholt als Charakterdarstellerin. Der Film erzählt die Liebesgeschichte zwischen einer 40-jährigen Frau und einem 15-jährigen Jungen. Die französische Regisseurin und Jane Birkin -Verehrerin widmet ihr das Filmporträt JANE B. ... WIE BIRKIN (1987). Gleichzeitig produziert die Schauspielerin weiterhin Musik. 1987 kommt ihr Album "Last song" in die Läden. Filmisch wird einer ihrer größten Erfolge DIE SCHÖNE QUERULANTIN (1991) nochmals unter der Regie von Jacques Rivette. Sie ist Liz, die Ehefrau des Malers und sein früheres Model, die schöne Querulantin. Ihr Bild bleibt unvollendet. Der Film ist ein Klassiker, der gekonnt die Themenbereiche Kunst und Leben mit einander verquickt. Bei den 44. Internationale Filmfestspiele in Cannes 1991 erhält er den Großen Preis der Jury.

Serge Gainsbourg widmet Jane Birkin 1990 sein letztes Album "Amours des feintes". Nach seinem Tod im Jahre 1991 beendet Jane Birkin bis 1998 ihre musikalische Karriere. Dann veröffentlicht sie "A la légère" und produziert Musik gemeinsam mit Künstler wie Manu Chao, Brian Molko, Bryan Ferry, Beth Gibbons und Beck. Sie schreibt die Texte für ihre Lieder selbst, macht auch eigenhändig Musik, singt für Amnesty International und produziert einen Kurzfilm für den Kampf gegen AIDS. Anfang der 1990er Jahren während des Krieges in Bosnien fährt sie für eine Hilfsorganisation nach Sarajevo. Mit "Elektra" von Sophokles kehrt sie zum Theater zurück. Sie tourt mit dem Stück durch Frankreich und wird gefeiert. Außerdem stellt sie ihren eigenen ersten Film als Regisseurin und Schauspielerin vor: In BOXES (2007) inszeniert sie ihre Schauspielkollegen Michel Piccoli, Geraldine Chaplin, Maurice Bénichou, Tchéky Karyo, Natacha Régnier und ihrer Tochter Lou Doillon.

2008 veröffentlicht sie als Musikerin ihr neues Album "Enfants d'hiver". In einem der Lieder kritisiert sie den langjährigen Hausarrest der birmanischen Bürgerrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi.

Jane Birkin hat drei Töchter von drei Männern. Mit 17 Jahre lernt sie den Komponisten der James Bond-Musik John Berry kennen. Von 1965 bis 1968 sind sie verheiratet, haben gemeinsam die Tochter Kate Barry. Von 1969 bis 1981 ist Jane Birkin Ehefrau des Sängers Serge Gainsbourg, der der Vater ihrer Tochter - der Schauspielerin Charlotte Gainsbourg - ist. Anfang der 1980er Jahren lebt sie mit dem Regisseur und Drehbuchautor Jacques Doillon zusammen, ihre gemeinsame Tochter ist die französische Schauspielerin Lou Doillon. Seit 2002 lebt Jane Birkin in Paris.

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Autorin: Cveta Dobreva
Stand: November 2008

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