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Wallace Beery

Wallace Beery
Regie, Drehbuch, Darsteller

* 01. April 1885
Kansas City (Missouri)
USA
† 15. April 1949
Beverly Hills (Kalifornien)
USA

WALLACE BEERY • Biographie Seite 1/1

Wallace Beery war ein Schwergewicht, auf der Leinwand und im Leben. Um 1914 beginnt seine Filmkarriere: Er verkleidet sich als schwedisches Mädchen und hat als Komiker großen Erfolg. In den 1930er Jahren steigt er zum großen Star von MGM auf: Er verkörpert Schurken, Gangster, Sportler. Sein bulliger Körper unterstützt sein Image: Eine harter Kerl, hinter dessen rauer Schale sich häufig eine weiche Seele verbirgt. In etwa 150 Filmrollen steht er vor der Kamera.

Wallace Beery wird am 01. April 1885 in Kansas City, Missouri geboren. Sein Vater Noah Webster Beery verdient den Lebensunterhalt für die Familie als Polizist in Kansas City. Zur Familie gehören noch die Brüder William Beery und Noah Beery sr., wobei letzterer später ebenfalls als Schauspieler in Hollywood arbeiten wird. Früh verlässt er die Familie, um sich im Entertainment-Geschäft zu etablieren. Im Alter von 17 Jahren steht er in der Manege eines Zirkus und tourt mit dem renommierten Ringling-Zirkus durch das Land. Er arbeitet bei den Elefanten, trainiert sie und assistiert bei den Vorstellungen. Später wechselt er zu den Leoparden. Ab 1904 lebt er in New York, tritt dort am Broadway in Vaudelville-Musik-Shows auf. Um 1913 erhält er ein Angebot für einen Film und geht nach Kalifornien.

Zunächst ist der Schauspieler auf lustige Typen festgelegt, spielt unter anderem ein verrücktes schwedisches Mädchen. Aus seiner Figur Sweedy entsteht eine Reihe von Filmen, verkleidet als Hausmädchen lernt er Schwimmen, Reiten oder tritt im Vaudeville-Theater auf. Die Sweedy-Serie ist überaus erfolgreich, macht den Namen des Schauspielers im ganzen Land bekannt. Bei einigen dieser populären Kurzfilme fungiert Wallace Beery auch als Regisseur und Drehbuchautor. Auch in den Kurzkomödien des Produzenten Mark Sennett macht er sich einen Namen. Sein Plan, in Japan Filme zu produzieren, scheitert, so dass er nach Hollywood zurückkehrt.

Anfang der 1920er Jahre ändert sich sein Image: Aus dem Komiker wird ein Schurke. Seine Figur wird immer bulliger und schwergewichtiger; seine Rollen werden es ebenso. Er verkörpert Abenteurer aller Art, Schurken, Cowboys, Matrosen oder Sportler. An der Seite von Hollywood-Star Douglas Fairbanks verkörpert er Richard Löwenherz, im Klassiker BUSTER KEATON - DREI ZEITALTER (1923) steht er neben Buster Keaton vor der Kamera. Als Prof. Challenge reist er Mitte der 1920er Jahre als erster auf das Hochplateau im Amazonasgebiet, um dort in THE LOST WORLD (1925) nach Arthur Conan Doyle die Saurier zu beobachten und in CHINATOWN NIGHTS (1929) von William A. Wellman verkörpert er einen Schurken, der eine junge Frau drogenabhängig macht und sie zur Prostitution zwingt. Sein Wechsel der Produktionsfirma - er geht von Paramount zu MGM - steigert seine Popularität enorm.

Der Übergang vom Stumm- zum Tonfilm gelingt dem Schauspieler zwar mühelos, obwohl sein Slang nicht dem gehobenen Englisch entsprach. Aber der Produzent Irving Thalberg entdeckt sein Potential als Mann aus dem Volk. Auch in der neuen Ära ist er gut beschäftigt und steigt Anfang der 1930er Jahre zum großen Star von MGM auf. in HÖLLE HINTER GITTERN (1930) von George Hill ist er als Maschinengewehr-Butch der Anführer einer Revolte im Gefängnis. Der Film erhält zwei Oscars und ist richtungweisend für das Genre. Er arbeitet mit King Vidor in GEÄCHTET, GEFÜRCHTET, GELIEBT - BILLY THE KID (1930) zusammen, spielt auch unter dessen Regie in THE CHAMP (1931). Für seine Darstellung erhält der den Oscar als Bester Hauptdarsteller. Außerdem spielt unter anderem in FLESH (1932) unter der Regie von John Ford. Hier gibt er einen erfolgreichen deutschen Sportler, der seiner Geliebten nach Amerika folgt, dort aber feststellen muss, dass sie ihn betrügt und nur ausnutzt. Oft ist er der äußerlich harte Kerl, der aber hinter der rauen Schale über eine weiche Seele verfügt. Als Generaldirektor Preysing überzeugt er in MENSCHEN IM HOTEL (1932) von Edmund Goulding. Er spielt den mexikanischen Revolutionsführer Pancho Villa in SCHREI DER GEHETZTEN (1934) von Jack Conway und Howard Hawks und wird dafür beim Filmfestival in Venedig als Bester Schauspieler ausgezeichnet. Außerdem ist er als einbeiniger Long John Silver in DIE SCHATZINSEL (1934) von Victor Fleming zu sehen, der ersten Tonfilm-Adaption des klassischen Abenteuerstoffes von Robert Louis Stevenson.

Anfang der 1940er Jahre sinkt der Stern des Schauspielers, er rückt mehr und mehr in die zweite Reihe und muss sich mit belangloseren Rollen zufrieden geben. Als Nebendarsteller steht er an der Seite solch großer Stars wie Jean Harlow und Clark Gable, als Vaterfigur steht er den Kinderstars Margaret O'Brien und Elizabeth Taylor bei.

In Hollywood lernt der Schauspieler Gloria Swanson kennen. Beide heiraten 1916, aber bereits 1919 trennen sie sich wieder. Eine zweite Ehe führt er mit der Schauspielerin Rita Gilman. Von 1924 bis 1939 sind sie verheiratet und haben eine gemeinsame Tochter Carol Ann.

Wallace Beery stirbt am 15. April 1949 in Beverly Hills, Kalifornien an einem Herzinfakt.

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