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Brigitte Bardot

Brigitte Bardot
Darsteller

* 28. September 1934
Paris
Frankreich

BRIGITTE BARDOT • Biographie Seite 1/1

Brigitte Bardot ist das Idol der Nachkriegsgeneration; das Sex-Symbol der 50er und 60er Jahre, welches eine ganze Generation beeinflußt hat. Ihre Ehrlichkeit und Freizügigkeit, ihre Mischung aus Unschuld und Provokation, stehen für den Ausbruch aus dem einengenden Puritanismus der Nachkriegszeit. Dadurch wird BB - wie sie auch genannt wird - 1965 sogar zur "Marianne", dem französischen Revolutionssymbol. Die Markenzeichen des Weltstars sind große, braune Augen, eine blonde Löwenmähne, der laszive Gang und vor allem der unverwechselbare Schmollmund. Aus ihren 49 Filmen ragen allerdings nur einige wenige künstlerisch heraus.

Brigitte Bardot wird am 28. September 1934 als Tochter eines Industriellen in Paris geboren. Sie wächst wohlbehütet auf, wird jedoch streng bürgerlich erzogen. Schon früh nimmt sie Tanz- und Ballettunterricht. Als 14jährige bekommt sie durch die Vermittlung ihrer Mutter Engagements als Mannequin für Modenschauen, woraufhin sie das Angebot erhält, die Titelseite des Magazins "Elle" zu schmücken. Ihre Eltern akzeptieren nur widerwillig, dann jedoch wird Brigitte Bardots Gesicht unter dem Kürzel BB in ganz Paris bekannt. Sie fällt dem Regisseur Marc Allégret auf, der seinen jungen Regie-Assistenten Roger Vadim schickt, Kontakt mit der nun 15jährigen aufzunehmen. Ein erstes Filmprojekt mit Marc Allégret scheitert zwar, aber Brigitte Bardot und Roger Vadim werden ein Liebespaar. Ihre Eltern sind gegen diese Verbindung, doch als Brigitte Bardot aus Verzweiflung versucht sich umzubringen, stimmen sie der Heirat nach ihrem 18. Geburtstag zu.

Brigitte Bardot nimmt Schauspielunterricht bei René Simon und wird durch die Initiative Roger Vadims für ihren ersten Film LE TROU NORMAND (1952) von Jean Boyer und mit Bourvil engagiert. In ihrem zweiten Film LIEBESNÄCHTE MIT MANINA (1952) von Willy Rozier zeigt sie sich erstmals im knappen Bikini. Von der Kritik wird jedoch sowohl ihre schauspielerische Leistung als auch ihr Aussehen bemängelt. Roger Vadim drängt sie, nicht aufzugeben und so dreht Brigitte Bardot weiter ohne großen Erfolg Filme. Nach einer Nebenrolle in der internationalen Produktion EIN AKT DER LIEBE (1953) von Anatole Litvak, schafft es Roger Vadim sie auf der Croisette in Cannes dauernd neben ihrem Filmpartner, dem Weltstar Kirk Douglas, fotografieren zu lassen, was dank ihrer spärlichen Bekleidung für großes Aufsehen sorgt.

Als Schauspielerin setzt sie mit den Filmen ihres eigentlichen Entdeckers Marc Allégret wie REIF AUF JUNGE BLÜTEN (1955) mit Jean Marais und DAS GÄNSEBLÜMCHEN WIRD ENTBLÄTTERT (1956) erstmals Akzente. In beiden Filme, wie auch in PARISER LUFT (1955) von Michel Boisrond, ist ihr Ehemann Roger Vadim als Drehbuchautor beteiligt. Er verschafft ihr auch den endgültigen Durchbruch zum Weltstar mit seinem Regiedebüt ...UND IMMER LOCKT DAS WEIB (1956). In Frankreich setzt sich der Film erst mit Verzögerung durch, im Rest der Welt jedoch wird er sofort zum Hit. Der Film, filmkünstlerisch nicht besonders überwältigend, lebt von der Erotik der Brigitte Bardot als sinnliches 18jähriges Mädchen und ihrem ausgezeichneten Spiel mit den Filmpartnern Curd Jürgens und Jean-Louis Trintignant, mit dem sie auch in Wirklichkeit eine Affäre beginnt.

Hollywood wird auf Brigitte Bardot aufmerksam und macht ihr verlockende Angebote. Sie bleibt jedoch in Frankreich, wo sie zwar weniger, aber doch viel Geld verdient und mit einigen Hauptrollen ihren Sex-Symbol-Status ausbaut. Ihr Privatleben, das von Skandalen, Liebesaffären und 1957 von der Scheidung mit Roger Vadim geprägt ist, unterstützt diesen Status noch zusätzlich. Trotz ihrer Trennung arbeiten Roger Vadim und Brigitte Bardot weiter zusammen und drehen bis 1973 noch vier gemeinsame Filme, ohne allerdings den Erfolg ihres großen Hits wiederholen zu können. So besteht der Großteil der Filmographie Brigitte Bardots aus belanglosen Unterhaltungsfilmen, die in vielen Fällen über das gleiche Muster verfügen: eine verführerische Blondine, die den Männer die kalte Schulter zeigt und sich dann doch in den Ehe- bzw. Beziehungshafen führen läßt.

Erst 1960 beginnt sie in anspruchvolleren Filmen zu spielen, nachdem sie von ihrem zweiten Ehemann Jacques Charrier 1960 ihr erstes und einziges Kind bekommt. DIE WAHRHEIT (1960) von Henri-Georges Clouzot ist ein Gerichtsfilm, in dem Brigitte Bardot als Angeklagte ihr Verhältnis zu ihrem Geliebten und dessen Ermordung aus Leidenschaft rekapituliert. Ihr gelingt eine sehr gute schauspielerische Leistung. Als dramatisch erweisen sich jedoch die Dreharbeiten des Films. Sie beginnt eine Affäre mit ihrem Filmpartner Sami Frey, was zu einer schmerzlichen Trennung von ihrem Ehemann und einem Selbstmordversuch führt. Auch das Sorgerecht für ihr Kind weist sie von sich.

Eine weitere tragische und zugleich sehr authentische Rolle übernimmt Brigitte Bardot in PRIVATLEBEN (1961) von Louis Malle und mit Marcello Mastroianni. Hier verkörpert sie einen populären Model- und Filmstar, dessen Leben durch die Aufdringlichkeit der Paparzzis ins Verderben stürzt. Dieser Film weist deutliche Parallelen zu ihrem echten Leben auf, in dem sie keinen Schritt, ohne erkannt und fotografiert zu werden, gehen kann. Nach DAS RUHEKISSEN (1962), den sie mit ihrem Ex-Mann Roger Vadim dreht, erklärt sie ihren Rücktritt von der Filmbranche. Ein Jahr später geht jedoch nochmals auf ein Filmangebot ein: Jean-Luc Godard arbeitet mit ihr an dem Film DIE VERACHTUNG (1963) mit Michel Piccoli, Jack Palance und Fritz Lang. Hier überzeugt sie mit einer psychologisch komplexen Figur. Sie spielt die Ehefrau eines Filmregisseurs, den sie zunehmend ablehnt, weil sie glaubt, er wolle sie für seinen kommerziellen Erfolg benutzen. Der Film ist eine großartige Reflexion über Schein und Sein, Leben und Lieben, Geld und Kunst.

Als ihr bester Film gilt allgemein VIVA MARIA! (1965). Das Werk von Louis Malle ist eine verrückte Komödie, in der Brigitte Bardot und Jeanne Moreau, beide als Maria, in Lateinamerika eine Revolution anführen und nebenbei den Striptease erfinden. Brigitte Bardot, die schon in einigen Komödien gespielt hat, gelingt hier der Spagat zwischen Komik und Charakterdarstellung am besten. Der Film wird ein großer internationaler Erfolg.

Es folgen noch die Filme SHALAKO (1968) von Edward Dmytryk, bei dem sie mit Sean Connery vor der Kamera steht. OH, DIESE FRAUEN (1969) unter der Regie von Jean Aurel und DIE RUM-STRAßE (1970) von Robert Enrico mit Lino Ventura in der männlichen Hauptrolle vervollständigen ihre Filmographie Anfang der 70er Jahre. In den folgenden Jahren läßt der filmische Erfolg der Schauspielerin langsam nach, ebenso wie das Interesse an ihrem Privatleben, das sich mit zahlreichen Affären und einer kurzen Ehe mit dem deutschen Playboy Gunter Sachs sehr lebhaft gestaltet. Als 40-jährige zieht sich Brigitte Bardot aus dem Filmgeschäft zurück. 1973 beendet Brigitte Bardot endgültig ihre Filmkarriere, ebenso wie ihre Gesangskarriere, die mit Hilfe ihres zwischenzeitlichen Liebhabers Serge Gainsbourg Ende der 60er Jahre ihren Höhepunkt erreicht hatte.

Seit den 70er Jahren engagiert sich Brigitte Bardot aktiv für den Tierschutz. Sie gründet eine Stiftung mit dem Ziel, die Rechte der Tiere in der Welt durchzusetzen. In den 90er Jahren veröffentlicht sie ihre Autobiographie, die in Deutschland unter dem Titel "B.B.: Memoiren" erscheint. 1992 heiratet sie Bernard d'Ormale, einen Politiker der rechtsextremen Partei "Front National". Sie selbst sorgt für Schlagzeilen, äußert sich negativ über Muslime, Einwanderer, Homosexuelle und Arbeitslose. In ihrem Buch "Ein Schrei in der Stille" gibt sie ihre Meinungen offen kund. Im Jahr 2004 wird sie wegen Anstiftung zum Rassenhass in einigen Passagen des Buches verurteilt.

Brigitte Bardot hat im Laufe der Jahrzehnte die Gemüter der Öffentlichkeit erhitzt. Von vielen geliebt und vielen gehasst, hat sie mit ihrer Offenheit von Beginn ihrer Karriere bis heute oft schockiert. Dennoch überwiegt in der Öffentlichkeit ihr Bild der sinnlichen Sex-Göttin.

Sie lebt mit ihrem Ehemann in St. Tropez.


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Pierre Protz, 25.01.2006

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