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Antonio Banderas

Antonio Banderas
Regie, Darsteller, Produzent

* 10. August 1960
Malaga
Spanien
andere Namen José Antonio Dominguez Banderas

ANTONIO BANDERAS • Biographie Seite 1/1

Der Spanier Antonio Banderas hat Anfang der 90er Jahre in Hollywood Fuß gefaßt und gehört mittlerweile mit mehr als 50 Filmen zu den Stars der Branche. Zuvor hat er in seinem Heimatland in Filmen des Regisseurs und Autors Pedro Almodóvar auf sich aufmerksam gemacht. Nachdem er dem Ruf Hollywoods folgt, spielt er in zahlreichen Streifen den Latino: Er mimt El Mariachi, einen legendären Desperado in Mexiko, spielt den kubanischen Mambo-Musiker Nestor Castillo, agiert als Revolutionär Che und gibt Zorro, den kalifornischen Abenteuerer mit mexikanische Wurzeln.

Antonio Banderas wird am 10. August 1960 als José Antonio Domínguez Bandera in Malaga, Spanien geboren. Sein Vater ist Polizist, seine Mutter Lehrerin. Zur Familie gehört noch ein älterer Bruder Francisco. Zunächst will er Fußballer werden, eine Verletzung verhindert die Erfüllung dieses Traumes. Nach seiner Schulausbildung besucht er die School Of Dramatic Art in seiner Heimatstadt, geht nach dem Abschluß mit 19 Jahren in die Hauptstadt Madrid. Hier wird er am renommierten spanischen Nationaltheater engagiert und macht sich in zahlreichen Theaterrollen einen Namen.

Anfang der 80er Jahre erhält er erste Rollen für Fernsehen und Kino. Mit dem Regisseur und Autor Pedro Almodóvar geht er eine enge Arbeitsbeziehung ein. In ihrem ersten gemeinsamen Film LABYRINTH DER LEIDENSCHAFTEN (1982) spielt er noch eine Nebenrolle als muslimischer Terrorist Sadec. In dem Drama MATADOR (1986) übernimmt er die Rolle des jungen Angel Gimenes, der sich als Stierkämpfer ausbilden läßt. Er ist dazu verurteilt, in Visionen Morde in Madrid nachzuerleben und führt dadurch die Polizei auf die Spuren eines Verbrecherpaares. In DAS GESETZ DER BEGIERDE (1986) agiert er in einer Dreiecksgeschichte, spielt den Homosexuellen Antoni Benitez, der seinen Nebenbuhler ermordet und sich der Verhaftung durch Selbstmord entzieht. In FRAUEN AM RANDE DES NERVENZUSAMMENBRUCHS (1988) gibt er Carlos. Mit FESSLE MICH! (1990) entsteht die bisher letzte Zusammenarbeit zwischen Regisseur und Schauspieler. Hier agiert Antonio Banderas als Ricky, der gerade aus der Psychatrie entlassen, die ehemalige Pornodarstellerin Marina niederschlägt und sie solange in seiner Wohnung festhält, bis sie seine Liebe erwidert. Für seine Rolle wird er in dem stark diskutieren Film unter anderem auf dem Cartagena Filmfestival als Bester Darsteller ausgezeichnet. In Spanien gehört er durch seine zahlreichen Rollen in Kriminalfilmen und Liebesgeschichten zu den bekanntesten Darstellern.

1992 ruft Hollywood. Seine erste englischsprachige Rolle spielt er in dem Musikfilm MAMBO KINGS (1991) von Arne Glimcher. Als kubanischer Musiker und Komponist Nestor Castillo versucht er Anfang der 50er Jahre als Mambo-Musiker mit seinem Bruder Fuß zu fassen. Obwohl Antonio Banderas zu diesem Zeitpunkt das Englisch noch nicht gut beherrscht, die Dialoge rein phonetisch lernt, überzeugt er mit seiner Darstellung. Danach hat er Glück bei der Wahl seiner Rollen und es beginnt sein steiler Aufstieg in die erste Riege der Hollywood-Darsteller. In dem Jonathan Demme-Film PHILADELPHIA (1992) ist er als treuer und hilfsbereiter Freund des jungen karrierebewußten Anwalts Andrew Becket (gespielt von Tom Hanks) zu sehen, der an Aids erkrankt und den er hingebungsvoll pflegt.

In der Bille August-Verfilmung DAS GEISTERHAUS (1993) nach dem gleichnamigen Bestseller von Isabel Allende gibt er den jungen Pedro, in den sich die Tochter des Hauses verliebt. Zwischenzeitlich dreht der Spanier immer auch in seinem Heimatland, steht bei dem Regisseur Carlos Saura vor der Kamera. In dessen Melodrama DISPARA! (1993) spielt er einen Journalist, der sich in eine Kunstschützin verliebt und deren Vergewaltigung miterleben muß. Neben Tom Cruise und Brad Pitt ist er in INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR (1994) von Neil Jordan zu sehen und spielt hier Armand, einen finsteren Vampir-Lord. In dem Politthriller VON LIEBE UND SCHATTEN (1994) von Betty Kaplan agiert er neben Jennifer Connelly als Fotoreporter, der mit der politischen Wirklichkeit der Militärdiktatur in Chile konfrontiert wird.

Kultstatus erlangt der Darsteller als El Mariachi, einem legendären Desperado mit Gitarrenkoffer, der in Mexiko unterwegs ist. Der Regisseur Robert Rodriguez inszeniert den Western DESPERADO (1995) als effektvolles Zitatenkino, voller Klischees, brutal und blutig in Szene gesetzt. In der Fortsetzung IRGENDWANN IN MEXIKO (2002) wird er von seiner Vergangenheit eingeholt und muß sich gegen zahlreiche Mächte zur Wehr setzen. Mit dem Regisseur arbeitet er nochmals in FOUR ROOMS (1995) zusammen, einem Episodenfilm mit 4 Szenen, die von Allison Anders, Alexandre Rockwell, Quentin Tarantino und Robert Rodriguez in Szene gesetzt sind. Auch in den Kinderfilmen des Regisseurs SPY KIDS (2001) sowie MISSION 3D (2003) ist der Darsteller dabei.

An der Seite von Anthony Hopkins spielt er DIE MASKE DES ZORRO (1998) von Regisseur Martin Campbell den Lehrling des alten Zorro, der seinen Meister bald überflügelt. Mit der temperamentvollen Catherine Zeta-Jones wird er zum Leinwandpärchen des Jahres. Der Mantel- und Degenfilm wird überraschender Weise zum größten Box-Office-Hit, er ist witzig und elegant inszeniert, ringt der bekannten Geschichte neue Züge an und belebt die Legende. Eine ähnlich gelagerte Abenteuerrolle übernimmt er in DER 13te KRIEGER (1999) von John McTiernan, wo er einen in Ungnade gefallener Adliger aus Bagdad spielt, der Wikingern im Kampf gegen das Böse hilft. Momentan ist der Schauspieler der Fortsetzung DIE LEGENDE DES ZORRO (2005) auf der Leinwand zu sehen.

Mit EVITA (1996) von Alan Parker und FRIDA (2003) von Julie Taymor setzt er sein Rollenengagement im lateinamerikanischen Milieu fort. An der Seite von Madonna spielt er in EVITA (1996) den Revolutionär Che, in FRIDA (2003) agiert er als David Alfaro Siqueiros. Zudem gibt er den klassischen Latino-Liebhaber, unter anderem in der Komödie TWO MUCH (1995), wo er sich zwischen Zwillingen entscheiden muß oder in dem erotischen Drama ORIGINAL SIN (2001). Hier spielt er einen reichen kubanischen Kaffeeplantagenbesitzer, der sich um 1880 in eine junge Amerikanerin verliebt. In dem Thriller FEMME FATAL (2002) von Brian de Palma überzeugt er als Nicolas Bardo.

Ende der 90er Jahre legt der Schauspieler seinen ersten Film als Regisseur vor. Nach 17 Jahren als Schauspieler und mehr als 50 Filmen wechselt er hinter die Kamera. In der schwarzen Komödie VERRÜCKT IN ALABAMA (1999) erzählt er eine Geschichte um die Bürgerrechtsbewegung in den amerikanischen Südstaaten Mitte der 60er Jahre. Mitte 2005 beginnt er mit einer weiteren Regie-Arbeit. Nach einem Buch von Antonio Soler setzt er SUMMER RAIN (2007) in Szene, der im Panorama der Internationalen Filmfestspiele in Berlin zu sehen ist.

Sein Debüt am Broadway gibt der Schauspieler mit der Wiederaufführung von "Nine", einem von Federico Fellinis Film ACHTEINHALB (1963) inspirierten Musical der Roundabout Theater Company. Für seine Darstellung erhält er eine Tony-Nominierung in der Kategorie Bester Darstellerin in einem Musical und wird mehrfach mit anderen Preisen ausgezeichnet.

1988 heiratet der Schauspieler seine spanische Kollegin Ana Leza, mit der er unter anderem in FRAUEN AM RANDE DES NERVENZUSAMMENBRUCHS (1988) vor der Kamera steht. 1996 läßt sich das Paar scheiden. Im Mai 1996 heiratet Antonio Banderas die amerikanische Schauspielerin Melanie Griffith. Ihre Tochter Stella Banderas wird 1996 geboren.

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