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Mickey Rourke

Mickey Rourke
Darsteller

* 16. September 1956
Schenectady (New York)
USA

MICKEY ROURKE • Biographie Seite 1/1

Mit nur wenigen Filmen hat es Mickey Rourke in den 1980er Jahren zu Starruhm gebracht. Sein Image ist das eines sexy Rebellen, dessen Interesse am Etablissement gering ist. Nicht nur mit seinen Filmen, die Kultstatus erreichen, sorgt er für Aufmerksamkeit. Auch wegen Alkoholexzessen und Gewalttätigkeiten steht er in der Öffentlichkeit. Das Publikum aber liebt den harten Kerl, weil es in seinem Gesicht auch den gefühlvollen Jungen entdeckt. 1991 hängt Mickey Rourke die Schauspielerei an den Nagel, um seiner Leidenschaft, dem Boxkampf, zu frönen. Im neuen Jahrtausend feiert er ein fulminantes Comeback auf der Leinwand.

Mickey Rourke wird am 16. September 1956 in Schenectady, New York als Philip André Rourke geboren. Seine Vorfahren sind Iren, die nach Amerika eingewandert sind. Seine Eltern trennen sich, als er sieben Jahre alt ist. Daraufhin zieht er mit seiner Mutter und zwei Geschwistern nach Miami, Florida. Hier besucht er die Miami Beach Senior High School. Von seinem Vater, der in seinem Geburtsort bleibt, als Hausmeister arbeitet und sich als Amateur-Bodybuilder versucht, bleibt ihm die Liebe zum Boxsport und zu Motorradrennen, außerdem spielt er in der Schule Baseball. Seine Mutter heiratet wieder, fünf Söhne seines Stiefvaters kommen zur Familie hinzu.

Nach seiner Schulausbildung, wobei unklar ist, ob er sie mit einem regulären Abschluss beendet, kommt er in Kontakt mit einer Amateur-Schauspiel-Truppe. Hier entdeckt er sein Interesse für den Beruf entdeckt. Mittlerweile ist er in New York angekommen, steht dort in einigen Produktionen auf der Theaterbühne und nimmt Schauspielunterricht. Nebenbei nimmt er Gelegenheitsarbeiten an. Am Off-Brodway kann er einige Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

1978 geht er nach Los Angeles, um seiner Karriere einen Schub zu versetzen. Hier spricht er für Steven Spielberg und dessen Film 1941 (1979) vor und erhält eine kleine Rolle. Danach ist er in kleineren Rollen zu sehen, arbeitet für das Fernsehen. Regisseur Michael Cimino holt ihn sein Cast von DAS TOR ZUM HIMMEL (1980). Eine erste Hauptrolle erhält er in dem TV-Film VERHÄNGNISVOLLE LEIDENSCHAFT (1980) von Peter Levin. Hier steht er als Ehemann wegen Vergewaltigung in der Ehe vor Gericht, wird freigesprochen. Auch Barry Levinson entdeckt das Potential des Darstellers. In dem Jugenddrama AMERICAN DINER (1982) steht er an der Seite von Kevin Bacon und Ellen Barkin vor der Kamera und ist wie gemeinsam mit seinen Freunden auf der Suche nach einem Einstieg ins erwachsene Leben. Regisseure wie Nicolas Roeg, Stuart Rosenberg und wiederholt Michael Cimino in DAS JAHR DES DRACHEN (1985) arbeiten mit ihm.

Schlagartig bekannt wird Mickey Rourke durch den Film RUMBLE FISH (1983) von Francis Ford Coppola. Hier gibt er den großen Bruder von Matt Dillon, der einst in seinem Viertel die Bandenkriege beendet hat, aber von seiner Vergangenheit nicht loskommt und resigniert aufgegeben hat. Er ist der "Motorcycle Boy", den sein Bruder vergöttert. In dem Jugenddrama geht es um das Erwachsenwerden, Träume und Sehnsüchte von Jugendlichen. Kultstatus erlangt der Schauspieler durch den Erotik-Thiller 9 1/2 WOCHEN (1985) von Adrian Lyne. Zwischen ihm und der Kunsthändlerin Elizabeth (gespielt von Kim Basinger) entwickelt sich ein außergewöhnliches Liebesverhältnis. Der kleine, schmutzige Film rund um das Thema sexuelle Hörigkeit und ausgeklügelte sexuelle Praktiken wird zum Kassenerfolg und macht die beiden Hauptdarsteller zu Sex-Ikonen der 1980er Jahre. Mickey Rourke verfestigt sein Image vom Bösewicht: Er gibt sich nicht nur in seinen Filmen ruppig und brutal. Auch außerhalb des Sets macht er von sich Reden durch Streit mit den Regisseuren, Kontakte zur Mafia und seinen Alkoholexzessen. Zunehmend schwieriger wird das Arbeiten mit dem Schauspieler.

Mit Regisseur Alan Parker arbeitet er in dem Thriller ANGEL HEART (1986) zusammen, der ebenfalls Kultstatus erreicht. Erzählt wird von einem Privatdetektiv Harry Angel, der einen Sänger aufspüren soll, aber in ein Gewirr aus Schwarzer Magie und Okkultismus gerät. Der Auftrageber (gespielt von Robert De Niro) entpuppt sich als Teufel höchst persönlich. Der Thriller ist brillant, allerdings auch blutrünstig inszeniert. Das Duell zwischen Engel und Teufel spiegelt sich hervorragend in den beiden Hauptrollen. Mit dem Drama BARFLY (1987) unter der Regie von Barbet Schroeder zementiert Mickey Rourke seinen Ruf. Er spielt nach dem Drehbuch von Charles Bukowski den alkoholsüchtigen Schriftsteller und Schläger Henry Chinafki, der trotz einer angebotenen Chance aus seiner Welt nicht aussteigen will. Der Schauspieler hat hier nicht nur Mut zur Hässlichkeit, Trunkenheit und Kneipenschlägerei spielen im Film wie in seinem wahren Leben eine große Rolle.

Mittlerweile kann sich der Schauspieler die Rollen aussuchen, er ist einer der absoluten Stars des Hollywood-Kinos, gerade auch weil sein Image vom bösen Buben die Zuschauer in die Kinos lockt. Unter der Regie von Mike Hodges spielt er in AUF DEN SCHWINGEN DES TODES (1987) einen IRA-Terroristen, der nicht mehr töten will. Wie für alle seine Rollen, bereitet er sich akribisch vor: Über Monate zieht er mit Iren um die Häuser, um den Akzent zu lernen. Einen gealterten Boxer spielt er in HOMEBOY (1988) von Michael Seresin. In JOHNNY HANDSOM (1988) von Walter Hill gibt er eben diesen schönen Johnny, der durch einen Überfall entstellt wird. WILDE ORCHIDEE (1989) von Zalman King spielt nochmals mit seinem Image als Sex-Ikone. Hier ist es eine amerikanische Juristin (Jacqueline Bisset), die seinen Reizen erliegt. Als entflohener Gangster terrorisiert er eine mittelständische Familie in ihrem Haus in 24 STUNDEN IN SEINER GEWALT (1990) von Michael Cimino. Auch Roger Donaldson, Geoff Murphy und Michael Karbelnikoff holen den Schauspieler vor die Kamera.

Aber seine Karriere befindet sich auf dem absteigenden Ast. Die Zusammenarbeit mit ihm wird immer schwieriger, Mickey Rourke hängt 1991 die Schauspielerei an den Nagel, um seiner Leidenschaft, dem Boxkampf, zu frönen. Zwar gibt er den Film nie ganz auf, aber er rückt in den Hintergrund. Unter dem Künstlernamen "Marielito" ist er als Profiboxer erfolgreich, zieht sich aber 1994 ungeschlagen aus dem Sport zurück. Seinem Gesicht dagegen sieht jeder die Strapazen an; es ist von Botox und Silikon gezeichnet. Mit 9 1/2 WOCHEN IN PARIS (1996) von Anne Goursaud will er Mitte der 1990er Jahre ein Comeback feiern, aber das gelingt nicht. Erst im neuen Jahrtausend sorgt Mickey Rourke darstellerisch wieder für Aufmerksamkeit. Bereits das Drogendrama SPUN (2002) ist ein erstes Zeichen dafür, dass mit dem Schauspieler wieder zu rechnen ist. Der Regisseur Robert Rodriguez besetzt ihn in IRGENDWANN IN MEXICO (2003) und in der Comicverfilmung SIN CITY (2005). Besonders in letzterem Film sorgt er als cholerischer, aber verletzlicher Ex-Boxer Marv mit für den Comic-Charakter stilisierter narbiger Gesichtshaut sowie falscher Nase und kantigem Kinn für Furore. Mittlerweile befinden sich mehrere Filme mit dem Schauspieler in Produktion.

Von 1981 bis 1989 ist Mickey Rourke mit der Schauspielerin Debra Feuer verheiratet. Nach seiner Scheidung heiratet er 1992 das Fotomodell Carré Otis, die sich auch als Schauspielerin versucht. Die Ehe ist mehrfach in den Schlagzeilen, von Trennung und Versöhnung, von Schlägerei und Brutalität, von Drogen-Konsum und Party-Exzessen ist die Rede. 1994 muss sich der Schauspieler vor einem Gericht wegen Misshandlung seiner Ehefrau verantworten. 2000 wird die Ehe endgültig geschieden. Aktuell lebt der Schauspieler mit dem russischen Model Anastassija Makarenko zusammen. Um deren Familie näher zu sein, hat er im Mai 2011 eine Wohnung in Wiesbaden, Deutschland erworben. Ansonsten lebt Mickey Rourke in einem Apartment in Los Angeles.

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