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Denzel Washington

Denzel Washington
Regie, Darsteller

* 28. Dezember 1954
Mount Vernon (New York)
USA

DENZEL WASHINGTON • Biographie Seite 1/1

Denzel Washington ist einer der wandlungsfähigsten und ausdrucksstärksten Schauspieler Hollywoods. Viele seiner Filme behandeln sozialkritische Themen, besonders mit der Rassismusproblematik hat es der Schauspieler häufig zu tun. Obwohl er in den unterschiedlichsten Rollen überzeugt, sind es dramatischen Figuren oder realen Persönlichkeiten, die hauptsächlich in Erinnerung bleiben. Oftmals schlüpft er in die Rolle starker Personen, die sich in einflussreichen Positionen bewegen und sowohl Macht als auch Autorität ausstrahlen: als Polizist, Anwalt, Journalist oder Bürgerrechtler, der Schauspieler vermag jedem Charakter die nötige Gefühlstiefe, Intensität und Glaubwürdigkeit zu verleihen und kämpft vor allem für das Gute, die Wahrheit und für Gerechtigkeit.

Denzel Washington Jr. wird am 28. Dezember 1954 in Mount Vernon, New York, USA geboren. Sein Vater Denzel Washington ist Prediger, seine Mutter Lennis "Lynne" arbeitet als Kosmetikerin. Mit der älteren Schwester Lorice und dem jüngeren Bruder David wächst er in der Bronx von New York auf. Im Alter von 14 Jahren lassen sich Vater und Mutter scheiden. Kurz vorher wird er von den Eltern gemeinsam mit seinen Geschwistern auf ein Internat gesendet, damit die Kinder dem Scheidungsprozess des Ehepaares nicht direkt ausgesetzt sind.

Nach seinem Schulabschluss beginnt Denzel Washington ein Medizinstudium an der Fordham University, in der Absicht Arzt zu werden. Er wechselt jedoch nach zwei Jahren zur Fachrichtung Journalismus / Dramaturgie. Während der Studienzeit sammelt er erste Schauspielerfahrung bei Theateraufführungen. So gibt er sein Bühnendebüt mit der College-Produktion "The Emperor Jones", ein von Eugene O'Neill 1920 geschriebenes Stück, und begeistert kurz darauf als "Othello" das Publikum. Das Studium schließt er mit dem Erhalt des akademischen Grades B.A. (Bachelor of Arts) erfolgreich ab. Der Absolvent begibt sich nach San Francisco, wo er sich am American Conservatory Theater ein Jahr lang in Schauspielkunst ausbilden lässt.

Danach zieht es ihn wieder nach New York, wo er eine Karriere am Theater beginnt. Großen Erfolg feiert er mit dem von Charles Fuller inszenierten Off-Broadway-Bühnenstück "A Soldier's Play" im Jahre 1981 mit der Negro Ensemble Company. In der Rolle des Private First Class (PFC) Melvin Peterson erhält er nicht nur gute Kritiken, sondern auch die Auszeichnung mit einem Village Voice Obie Award. Für die Off-Broadway-Aufführung von "When The Chicken Comes Home To Roost" schlüpft der Darsteller erstmals in die Rolle des Malcolm Shabazz bzw. Malcolm X. Weitere Off-Broadway-Inszenierungen, bei denen er mitwirkt, sind unter anderen "One Tiger To A Hill" sowie "Man and Superman", ein Drama geschrieben im Jahre 1903 von George Bernard Shaw. 1988 gibt er mit Ron Milner's "Checkmates" sein Broadway-Debüt.

Neben der Arbeit am Theater tritt der Schauspieler parallel in einigen Fernsehproduktionen auf. Seine erste kleine Rolle hat er in WILMA (1977), der NBC-Verfilmung des Lebens der US-amerikanischen Leichtathletin und Olympiasiegerin Wilma Rudolph, basierend auf der von ihr im Jahre 1977 veröffentlichten Autobiographie "Wilma: The Story of Wilma Rudolph". Unter der Regie von Michael Schultz gibt er sein Leinwanddebüt in EINE SCHÖNE BESCHERUNG (1981), in dem er den unehelichen Sohn eines reichen weißen Mannes, dargestellt von George Segal, mimt. Der Sender NBC engagiert ihn für die Krankenhausserie CHEFARZT DR. WESTPHALL, in der er von 1982 bis 1988 sechs Jahre lang den hilfsbereiten und netten Dr. Phillip Chandler verkörpert. In dieser Rolle erreicht der Schauspieler erste nationale Bekanntheit. In der Norman Jewison-Verfilmung SERGEANT WATERS - EINE SOLDATENGESCHICHTE (1984) agiert er nochmals in der Rolle des PFC Melvin Peterson. Drei Jahre später tritt er als Bürgerrechtler Steve Biko, der gegen die Apartheid in Südafrika kämpft, zusammen mit Kevin Kline in dem auf einer wahren Geschichte beruhenden Film SCHREI NACH FREIHEIT (1987) von Richard Attenborough vor die Kamera. Für die hoch gelobte schauspielerische Leistung wird er mit seiner ersten Oscar- und Golden Globe-Nominierung geehrt. Der endgültige Durchbruch gelingt dem Schauspieler mit dem Historiendrama GLORY (1989) von Edward Zwick, in dem er die Rolle des entflohenen rebellischen Sklaven Trip übernimmt, der in einer nur aus schwarzen Soldaten bestehenden Armee im amerikanischen Bürgerkrieg kämpft. Er wird für seine herausragende Darstellung mit dem Golden Globe und dem Oscar in der Kategorie Bester Nebendarsteller ausgezeichnet.

In den folgenden Jahren spielt Denzel Washington in mehr oder weniger erfolgreichen Filmen mit. Als Geist erscheint er in DER CHAOTEN-COP (1990) von James D. Parriott einem rassistisch eingestellten Polizisten (dargestellt von Bob Hoskins), nachdem diesem das Herz von ihm transplantiert wird und ist ihm bei der Lösung seines Mordfalls behilflich. Mit Regisseur Spike Lee arbeitet der Schauspieler immer wieder zusammen. In dem ersten gemeinsamen Film MO BETTER BLUES (1990) mimt der Schauspieler einen begnadeten Jazz-Trompetenspieler. Ihr erfolgreichstes Projekt ist die Biographie-Verfilmung MALCOLM X (1992), in der Denzel Washington zum zweiten Mal den eifrigen, militanten Anhänger der Nation of Islam darstellt. Mit seiner überzeugenden und glanzvollen Verkörperung des umstrittenen, legendären Bürgerrechtlers erntet er reichlich gute Kritiken, eine weitere Golden Globe- und Oscar-Nominierung, sowie die verdiente Auszeichnung mit dem Silbernen Bären auf der Berlinale 1993.

Die Alan J. Pakula-Verfilmung DIE AKTE (1993), basierend auf dem Bestseller von Erfolgsautor John Grisham, zeigt den Darsteller in der Rolle des engagierten Journalisten Gray Grantham, der Julia Roberts hilfsbereit zur Seite steht. Er setzt sich in PHILADELPHIA (1993) von Jonathan Demme als Anwalt Joe Miller für die Rechte des an AIDS leidenden Andrew Beckett, gespielt von Tom Hanks, ein. Unter der Regie von Penny Marshall hat Whitney Houston ein RENDEZVOUS MIT EINEM ENGEL (1996), den Denzel Washington zauberhaft in dieser Romanze verkörpert. Der Film ist ein Remake von THE BISHOP'S WIFE von Henry Koster aus dem Jahre 1947 mit Cary Grant in der Rolle des Engels. MUT ZUR WAHRHEIT (1996) von Edward Zwick fordert der Schauspieler in der Rolle eines Offiziers von der US-Armee, um einige Ungereimtheiten aufzuklären und einen wahrheitsgetreuen Bericht über die im Krieg gefallene Befehlshaberin, dargestellt von Meg Ryan, schreiben zu können, die mit einer Ehrenmedaille ausgezeichnet werden soll. Einen DÄMON (1998) jagt der Schauspieler in diesem Mysterythriller von Gregory Hoblit, ein Film der eher unbeachtet bleibt. In DER KNOCHENJÄGER (1999) von Phillip Noyce spielt er den querschnittgelähmten Polizisten Lincoln Rhyme, der von seinem Bett aus der Kollegin Angelina Jolie bei der Aufklärung von Serienmorden behilflich ist. Die Vorlage des Films ist der gleichnamige Roman (der deutsche Erscheinungstitel lautet allerdings "Die Assistentin") von Autor Jeffery Deaver.

Als Rubin "Hurricane" Carter tritt er in HURRICANE (1999) unter der Regie von Norman Jewison vor die Kamera. Der Film erntet gute Kritiken, aber da sich die Macher mehrere künstlerische Freiräume erlauben, wird er auch kontrovers diskutiert. Die tragische und wahre Geschichte des Boxers, dem durch die Korruption eines weißen rassistischen Polizisten Morde angehängt werden und der dadurch über 20 Jahre unschuldig im Gefängnis sitzt, zählt zu den anstrengendsten Projekten des Schauspielers. Für diese Rolle hat er sich körperlich und geistig intensiv vorbereitet, um Rubin Carter glaubhaft auf der Leinwand zu präsentieren. Wieder einmal beweist er sein sensibles Gespür für Charakterzeichnung. Zu Recht wird er mit einer weiteren Oscar-Nominierung bedacht und mit einem Golden Globe sowie dem Silbernen Bären ausgezeichnet.

Den bisherigen Höhepunkt seiner Filmkarriere erreicht Denzel Washington allerdings mit TRAINING DAY (2001) von Antoine Fuqua. In der Rolle des korrupten sadistischen Polizisten Alonzo Harris versucht er den Polizei-Frischling Ethan Hawke an dessen Probetag in dunkle Machenschaften zu verwickeln. Gerade weil der Schauspieler überwiegend in die Rolle von guten, ehrlichen, rechtschaffenden oder netten Figuren schlüpft, überrascht er hier mit seiner gelungenen und überzeugenden Darstellung eines bösen fiesen Antihelden. Für diese Glanzleistung wird er mit dem Oscar als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.

Ein Jahr später setzt sich der Schauspieler in der Nick Cassavetes-Verfilmung JOHN Q - VERZWEIFELTE WUT (2002) als Vater für das Leben seines Sohnes ein, der dringend eine Herztransplantation benötigt. Durch finanzielle Mittel und das fehlerhafte amerikanische Gesundheitssystem eingeschränkt, stürmt er schließlich ein Krankenhaus, nimmt das angestellte Personal als Geiseln und will dadurch die Rettung seines todkranken Jungen erzwingen. In DER MANCHURIAN KANDIDAT (2004) von Jonathan Demme agiert er in der Rolle des Soldaten Bennet Marco. Dieser Film sowie die Originalverfilmung BOTSCHAFTER DER ANGST (1962) unter der Regie von John Frankenheimer und mit Frank Sinatra in der Rolle des Marco basieren auf dem Thriller-Roman von Richard Condon aus dem Jahre 1959. Mit MANN UNTER FEUER (2004) von Tony Scott beteiligt sich Denzel Washington im selben Jahr an einem weiteren Remake. In der Rolle des ehemaligen CIA-Agenten John Creasy übernimmt er den Job des Bodyguards der jungen Pita, gespielt von Dakota Fanning. Zwischen dem von seiner Vergangenheit und Alkoholproblemen geplagten Creasy und dem Mädchen entwickelt sich langsam eine Freundschaft. Nachdem sein kleiner Schützling entführt und scheinbar ermordet wird, führt er einen erbitterten Rachefeldzug durch. Die Originalversion von 1987, welche den selben Titel trägt, ist vom französischen Regisseur Elie Chouraqui.

Zu den neuesten Filmen des Schauspielers zählt INSIDE MAN (2006) wieder unter der Regie von Spike Lee. Erneut in der Rolle eines Polizisten hat er es diesmal mit einem raffinierten Banküberfall zu tun. In weiteren Rollen agieren Clive Owen und Jodie Foster. DÉJÀ VU (2006) von Tony Scott zeigt den Darsteller neben seinen Schauspielkollegen Val Kilmer und Jim Caviezel in der Rolle eines Agenten des ATF (Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives; deutsch: Amt für Alkohol, Tabak, Schusswaffen und Sprengstoffe), der die Explosion eines Fährschiffes sowie den Tod einer jungen Frau aufzuklären versucht. Mit einer geheimen neuen Technologieentwicklung kann er in die Vergangenheit blicken. Dabei verliebt er sich nicht nur in seine Traumfrau, sondern er entdeckt auch Möglichkeiten, das vergangene Geschehen zu beeinflussen. AMERICAN GANGSTER (2007) (AMERICAN GANGSTER (2007) Trailer) von Ridley Scott erscheint im November 2007 in den deutschen Kinos.

Denzel Washington ist neben seiner schauspielerischen Karriere auch als Produzent und Regisseur tätig. Seine eigene Produktionsfirma "Mundy Lane Entertainment" (1989 gegründet) produziert mit TEUFEL IN BLAU (1995) von Carl Franklin und mit Denzel Washington in der Hauptrolle den ersten Film. Die Firma ist außerdem an der Produktion des Dokumentarfilms HANK AARON: CHASING THE DREAM (1995), RENDEZVOUS MIT EINEM ENGEL (1996) und ANTWONE FISHER (2002) beteiligt. Letzterer Film entsteht unter Denzel Washingtons Regie, ein Drama nach der erfolgreichen Autobiografie-Vorlage "Finding Fish", in dem er auch selber eine Rolle übernimmt. Der Film erntet viel Kritikerlob und einige Filmpreise, zum Beispiel einen Black Reel Award für Beste Regie. Das Drama basiert auf einer wahren Begebenheit und zeigt den Schauspieler als Psychologen, der einem jungen Matrosen, dargestellt von Derek Luke, bei der Vergangenheitsbewältigung behilflich ist. Sein Regiedebüt gibt Denzel Washington aber bereits im Jahre 1997 mit dem Musikvideo "In Harm's Way", gesungen von dem Gospel- und R&B-Sänger Benjamin "BeBe" Winans. Zur Zeit führt er bei dem Drama THE GREAT DEBATERS die Regie, in welchem er auch selbst agiert. In dem Film, nach einer wahren Geschichte, geht es um ein Debattierteam einer texanischen Schule im Jahre 1935.

Der Schauspieler übernimmt 1996 eine Sprechrolle bei dem Plattenprojekt für Kinder "The Legend of John Henry", wofür er eine Nominierung in der Kategorie "Best Spoken Word Album For Children" erhält. Des weiteren tritt der Darsteller auch gelegentlich wieder auf die Theaterbühne. 1991 bei der Inszenierung von "Richard III." und 2005 verkörpert er den Marcus Brutus in dem Broadway-Stück "Julius Caesar" am New York Belasco Theater. Auch als Autor ist er tätig. 2006 veröffentlicht er das Buch "Hand To Guide Me", in dem Prominente wie Schauspieler, Politiker und Athleten (u.a.: Denzel Washington, Jimmy Carter, Bill Clinton, Antwone Fisher, Whoopi Goldberg usw.) über die Mentoren aus ihrer Kindheit und ihrem Leben schreiben. Ein Teil der Einnahmen aus dem Verkauf der Bücher kommen den "Boys and Girls Clubs of America" (gemeinnützige Organisationen, die für Kinder und Jugendliche Aktivitäten anbieten) zugute, in dem der Schauspieler selbst als Kind Mitglied war.

Am Set von WILMA (1977) lernt Denzel Washington die Schauspielerin Pauletta Pearson (geb. 1950) kennen. Seit 25. Juni 1983 ist er mit der Schauspielerin, Sängerin und Pianistin verheiratet, die seitdem auch den Nachnamen Washington trägt. Sie haben vier Kinder, John David (geb. 1984), Katia (geb. 1987), sowie die Zwillinge Malcolm und Olivia (geb. 1991). John David Washington hat eine kleine Nebenrolle als Schüler im Harlem Klassenzimmer bei dem Film MALCOLM X (1992). Mittlerweile ist er Fottball-Spieler. Denzel Washington lebt mit seiner Familie in Los Angeles, Kalifornien.

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Autorin: Manuela Pinske
Stand: September 2007

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