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Roland Emmerich

Roland Emmerich
Regie, Drehbuch, Produzent, Ausführender Produzent

* 10. November 1955
Stuttgart
Deutschland

ROLAND EMMERICH • Biographie Seite 1/1

Der deutsche Regisseur, Produzent und Autor Roland Emmerich zählt zu den wenigen deutschen Filmemachern, die internationale Anerkennung finden. Sein Talent für außergewöhnliche Spezialeffekte macht ihn zu einem der beliebtesten Exportschlager Deutschlands und einer festen Größe im Filmgeschäft Hollywoods. Roland Emmerich gelingt der Durchbruch mit UNIVERSAL SOLDIER (1992) Doch avanciert er vor allem durch seine Blockbuster wie INDEPENDENCE DAY (1996) und GODZILLA (1998) zu einem der erfolgreichsten Produzenten weltweit.

Roland Emmerich wird am 10. November 1955 in Stuttgart geboren. Er wächst in Sindelfingen auf, wo seine Eltern Hilde und Hans Emmerich eine Fabrik für Gartengeräte und Mofas besitzen. Zur Familie gehören noch mehrere Brüder und eine Schwester, die später alle in seiner eigenen Produktionsfirma mitarbeiten. Nach dem Abitur will der künstlerisch Begabte zunächst die Kunstakademie besuchen. Er entscheidet sich aber dagegen und beginnt 1978 nach einem dreimonatigen Volontariat beim Süddeutschen Rundfunk sein Studium an der Münchener Hochschule für Film und Fernsehen. Hier studiert er zuerst Szenenbild bevor er ins Regiefach wechselt. Sein erster Übungsfilm FRANZMANN (1979), den er mit alten Freunden vom Schülertheater dreht, wird 1980 auf den 14. Internationalen Hofer Filmtagen aufgeführt. Der nächste Studentenfilm ASA 400 (1981) ist ein Filmexperiment ohne Handlung. Er existiert wegen einiger umstrittener Szenen nur als Rohschnitt.

Roland Emmerichs Abschlussfilm DAS ARCHE NOAH PRINZIP (1983) ist der teuerste Film, der bis dato an der Hochschule für Fernsehen und Film produziert wurde. Das Science Fiction-Spektakel ist 1984 der Überraschungserfolg auf der Berlinale und erzählt von zwei Astronauten einer Raumstation, die sich gegen die militärische Nutzung einer Umwelt-Technologie wehren. Um diesen kostspieligen Film mit einem Rekordbudget von 1,2 Millionen DM finanzieren zu können, gründet der geschäftstüchtige Schwabe 1983 die Produktionsfirma "Centropolis". Dabei setzt er ganz auf familiäre Unterstützung. Seine Schwester Ute Emmerich arbeitet als Geschäftsführerin und sein Vater, der zu 85 % Inhaber von "Centropolis Entertainment" ist, kümmert sich vor allem um die Fernsehrechte an den Filmen seines Sohnes.

Schon mit seinem zweiten Film JOEY (1985) versucht er international Fuß zu fassen; wird zum "Spielberg aus Sindelfingen". JOEY ist einer jener Roland Emmerich-Filme, den der junge Regisseur noch für eine deutsche Produktionsfirma dreht und der durch deutsche Finanzmittel realisiert wird. Er arbeitet bei dem Science Fiction-Sreifen erstmals mit englischsprachiger Besetzung; der Film spielt auch in den USA, viele Aufnahmen werden allerdings in Deutschland gedreht. Doch der Erfolg des Films, der von einem 9 jährigen Junge mit telekinetischen Fähigkeiten und den damit verbundenen Katastrophen erzählt, bleibt aus. Weder Zuschauer noch Kritiker honorieren, wie der Neuling mit geringen Mitteln einen Film auf Hollywood-Niveau dreht.

Auch mit seinen nächsten Werken HOLLYWOOD MONSTER (1987) und MOON 44 (1988) gelingt ihm nicht der große Durchbruch. Aufgrund der ausbleibenden Anerkennung kehrt Roland Emmerich Deutschland bald den Rücken und sucht sich internationale Projekte. Eine einschneidende Neuerung bringt ihm der Film MOON 44. Bei den Dreharbeiten lernt er den Darsteller Dean Devlin kennen. Die beiden werden Freunde und beschließen, zusammen zu arbeiten. Dean Devlin gibt für den Deutschen die Schauspielerei auf und verlegt sich ganz auf das Produzieren ihrer gemeinsamen Projekte.

Der erste Film der beiden wird der Blockbuster UNIVERSAL SOLDIER (1992), eine Mischung aus Action-Film und Science Fiction, bringt den erhofften finanziellen Erfolg und somit die Eintrittskarte nach Hollywood. Erzählt wird von einen genetisch manipulierten, perfekten Soldaten, der von Jean-Claude van Damme verkörpert wird. Mit seinen danach folgenden Filmen begründet der Regisseur seinen internationalen Ruf und erreicht einen Karrierehöhepunkt. Der Erfolg beginnt mit dem Science Fiction-Abenteuer STARGATE (1994), das an den Kinokassen über 200 Millionen Dollar einspielt und in der Folge eine populäre TV-Serie ins Leben ruft. Die Kritiker sind sich einig: Roland Emmerich hat nicht nur alte Science Fiction-Klischees kopiert und neu kombiniert, sondern es ist ihm gelungen, eine funktionierende Einheit zu schaffen, die in dieser Form etwas völlig Neuartiges darstellt. Die klassische Entdecker-Geschichte, in der Kurt Russell und James Spader durch das "Sternentor" auf einen anderen Planeten gelangen und ägyptischen Göttern begegnen, macht Lust auf eine Fortsetzung.

Mit seinem Invasionsspektakel INDEPENDENCE DAY (1996) erreicht Roland Emmerich die Krönung seiner Karriere. Bei einem Budget von 75 Millionen Dollar erspielt sich der Film auf der ganzen Welt 800 Millionen Dollar und ist damit heute noch unter den Top 20 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. In dem Kinoabenteuer stellt sich der amerikanische Präsident (Bill Pullman), der Kampfflieger Captain Steven Hiller (Will Smith) und der Wissenschaftler David Levinson (Jeff Goldblum) den Aliens, die ohne Vorwarnung die Erde attackieren und sie vernichten wollen. Für Kritiker ist INDEPENDENCE DAY (1996) eine furiose Mischung aus KRIEG DER STERNE (1977) und KRIEG DER WELTEN (1953) und zugleich ein dicht gewebtes Invasions-Märchen über die drohende Vernichtung der Welt. Der Blockbuster kommt schrill-patriotisch daher und überzeugt durch seine Spezialeffekte.

Im Jahre 1998 folgt eine Neuverfilmung des "Godzilla"-Stoffes. Roland Emmerich setzt mit diesem Film neue Maßstäbe in der Tricktechnik und Computeranimation. Godzilla, die gewaltige Mutation einer Echse, von dem französischen Atombombentest im Murora Atoll erschaffen, treibt in Manhattan ihr Unwesen Der Regisseur arbeitet erstmals mit einem Budget in dreistelliger Millionenhöhe, allerdings wird GODZILLA (1998) nicht annährend so erfolgreich wie das Phänomen INDEPENDENCE DAY (1996), bleibt aber dennoch auf der Gewinnerseite und bekommt beim Europäischen Filmpreis den Publikumspreis für die beste Regie.

Mit dem Historienfilm DER PATRIOT (2000) begibt sich der Regisseur auf ernsteres Terrain und beweist, dass er auch in anderen Genres außer jenen des Science Fiction-Films zu Hause ist. Das US-Heldenepos spielt im Jahr 1776 zur Zeit der Amerikanischen Revolution und zeigt den Kampf eines Vaters für den Erhalt seiner Familie in Kriegszeiten. In der Hauptrolle agiert der Australier Mel Gibson, der in einer überzeugenden Leistung den amerikanischen Patrioten und Kriegshelden gibt. Insgesamt ist der Film dreimal für einen Oscar nominiert, kann jedoch keinen mit nach Hause nehmen.

Im neuen Jahrtausend beschränkt sich Roland Emmerich hauptsächlich auf die Produktion von Filmen. Zum Beispiel tritt er als Produzent bei dem Science Fiction-Film THE 13TH FLOOR (1999) und ARAC ATTACK - ANGRIFF DER ACHTBEINIGEN MONSTER (2002) auf, bevor er im Mai 2004 mit seinem Katastrophenspektakel THE DAY AFTER TOMORROW (2004) als Regisseur auf die Leinwand zurückkehrt. In diesem Film arbeitet er ein ernst zu nehmendes Thema für einen Hollywood- Blockbuster auf. Schonungslos zeigt uns der Regisseur ein mögliches Katastrophenszenario: Die obere Halbkugel der Erde erlebt durch die Klimakatastrophe der schmelzenden Polkappen eine neue Eiszeit; die Regierungen sind nicht in der Lage, der Naturkatastrophe dem etwas entgegenzusetzen und Millionen von Menschen erfrieren. Kritiker stellen fest, dass viele Amerikaner erst durch den Film vom Klimawechsel und seinen möglicherweise bevorstehenden Folgen erfahren haben. Der Film bekommt 1996 den Oscar für die Besten Spezialeffekte.

Als Produzent wirkt Roland Emmerich bei dem aktuellen Film TRADE - WILLKOMMEN IN AMERIKA (2007) (TRADE - WILLKOMMEN IN AMERIKA (2007) Trailer) mit. Er unterstützt durch seine Zusammenarbeit den Hollywood-Neuling Marco Kreuzpainter, dessen Bemühungen, einen gelungenen Genremixes aus Thriller- und Melodrama zu schaffen, allerdings kaum positive Kritik erhalten.

Im Jahr 2005 kehrt der deutsche Hollywood-Regisseur nach Deutschland zurück, um als Präsident der Internationalen Jury bei der Berlinale mitzuwirken. Roland Emmerich engagiert sich zudem 2006 für das Legacy Project, ein gemeinsames Projekt des Film- und Fernseharchives der UCLA und des größten Filmfestivals von Los Angeles zur Bewahrung und Restaurierung lesbischer und schwuler Filme und spendet dafür auch Geld. 2007 ist er Gastredner bei der fmx/07 in Stuttgart, einer der wichtigsten internationalen Konferenzen für Animation, Effekte, Spiele und digitale Medien. Momentan stellt er sein neuestes Projekt 10.000 BC (2008) (10.000 BC (2008) Trailer) fertig, dessen Kinostart im März 2008 angekündigt ist. Hierbei handelt es sich um ein Fantasy-Film über einen Mammutjäger in der Steinzeit.

Roland Emmerich lebt in Amerika und Deutschland.

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Teresa Ohlrich, Stand: Januar 2008

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