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Daniel Day-Lewis

Daniel Day-Lewis
Darsteller

* 29. April 1957
London
Großbritannien

DANIEL DAY-LEWIS • Biographie Seite 1/1

Daniel Day-Lewis macht sich rar auf der Leinwand. Aber wenn der Schauspieler eine Hauptrolle übernimmt, dann zeigt er, dass er zu Recht als einer der bedeutendsten britischen Darsteller der Zeit gilt. Er überzeugt durch seine Wandlungsfähigkeit und Brandbreite. Vom unsympathischen, homosexuellen Punk bis zum behinderten Maler und Schriftsteller, vom bürgerlichen Schnösel bis zum smarten Arzt, vom kraftprozenden Adoptivsohn eines Mohikanerhäuptlings bis zum irischen Proleten - in all diesen Rollen ist er überaus glaubwürdig.

Daniel Day-Lewis wird am 29. April 1957 in London, England geboren. Sein Vater ist der Schriftsteller Cecil Day-Lewis, seine Mutter die Schauspielerin Jill Balcon. Deren Vater ist Michael Balcon, einer der wichtigsten britischen Produzenten, der als Stummfilmproduzent in den 1920er Jahren beginnt und später zum Direktor der Ealing Studios wird. Mehrere Familienangehörige sind in kreativen berufen tätig. Tamasin Day-Lewis, die ältere Schwester von Daniel Day-Lewis, arbeitet als Dokumentarfilmerin.

Schon während seiner Schulausbildung an der renommierten Privatschule Bedales, die ihre Schüler mit progressivem Gedankengut fördert, hat er seinen ersten Filmauftritt. In John Schlesingers Film SUNDAY, BLOODY SUNDAY (1971) spielt er einen Auto-Vandalen. Nachdem er die Schule beendet hat, versucht er sich als Schriftsteller, veröffentlicht den Roman "Breakout". Auch in einigen handwerklichen Berufen jobbt er, bis Daniel Day-Lewis ein Studium an der Bristol Old Vic School aufnimmt. In Anschluss erhält er Engagements in Bristol und London, steht bei der Royal Shakespeare Company unter Vertrag, steht auf der Bühne des West End Theatre und spielt 1989 den "Hamlet" am National Theatre.

Der Erfolg auf der Theaterbühne bringt ihm auch Engagements vor der Kamera ein. Er tritt zunächst in Fernsehfilmen auf. Mit einer kleinen Rolle in der Filmbiographie GHANDI (1982) von Richard Attenborough und in dem Abenteuerfilm THE BOUNTY (1984) von Roger Donaldson macht er als John Fryer auf sich aufmerksam. Im drauffolgenden Jahr wird er international bekannt in dem britischen Sozialdrama MEIN WUNDERBARER WASCHSALON (1985) unter der Regie von Stephen Frears. Er mimt einen homosexuellen Punk, der sein eigenes Leben leben will und seinem ehemaligen Freund, dem Pakistani Omar, beim Aufbau eines modernen Waschsalons in einem Multi-Kulti-Viertel mit Rassenproblemen und Arbeitslosigkeit hilft. Der Film wird ein Erfolg bei Kritiker und Publikum.

Mit der gediegenen Literaturverfilmung ZIMMER MIT AUSSICHT (1986) von James Ivory kann er als bürgerlicher Schnösel seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen. In der Liebesgeschichte DIE UNERTRÄGLICHE LEICHTIGKEIT DES SEINS (1987) von Philip Kaufman spielt er an der Seite Juliette Binoche einen smarten, tschechischen Arzt, der nach dem Prager Frühling seine Heimat verlassen muss. Mit beiden Filmen ist Daniel Day-Lewis in Hollywood angekommen, wird als neuer britischer Star gefeiert. Den Oscar als Bester Hauptdarsteller erhält er für seine Leistung in dem Drama MEIN LINKER FUß (1989) von Jim Sheridan. Er spielt den körperlich schwer behinderten Iren Christy Brown, Maler und Schriftsteller, der erst langsam lernen muss, mit dem linken Fuß zu malen und später eine Autobiographie verfasst.

Obwohl er zahlreiche Angebote erhält, wählt der Schauspieler gezielt seine Rollen aus, lehnt einige attraktive Angebote ab und bleibt der Leinwand auch längere Zeit fern. Immer wieder kehrt er auf die Theaterbühne zurück. Erst 1992 ist er wieder im Kino präsent. In DER LETZTE MOHIKANER (1992) unter der Regie von Michael Mann spielt er Hawkeye, den weißen Adoptivsohn eines Mohikanerhäuptlings, der die Töchter (Madeleine Stowe und Jodhi May) eines englischen Colonels davor zu bewahren, einem rachelüsternen Huronenstamm in die Hände zu fallen. Regisseur Martin Scorsese engagiert ihn für die Hauptrolle in dem Historiendrama ZEIT DER UNSCHULD (1993). Als junger Anwalt Newland Archer im New York der 1870er Jahre verliebt er sich kurz vor seiner Hochzeit in die Cousine seiner Braut. Die Ehe, die er dann doch eingeht, leidet dadurch über Jahre, seine unerfüllte Liebe führt immer wieder zu Konflikten. Als Schauspieler muss sich Daniel Day-Lewis hier stark zurücknehmen, da die Geschichte keinen emotionalen Ausbruch erlaubt.

Dagegen kann der Schauspieler in dem Drama IM NAMEN DES VATERS (1993) von Jim Sheridan wieder viel bieten. Er spielt nach einer wahren Begebenheit Gerry Conlon, einen von vier Iren, die unschuldig eines terroristischen Anschlags verdächtigt, zu lebenslanger Haft verurteilt werden. Er verbringt mit seinem Vater Giuseppe (Pete Postlethwaite) die Zeit in seinem Gefängnis und erst als dieser schwer an Lungenentzündung erkrankt, kämpft auch er für seine Freiheit. Die Wandlungsfähigkeit, die Daniel Day-Lewis hier aufweist, ist enorm: Vom rotzigen jungen Proleten in Irland verwandelt er sich in London in eine Möchtegern-Hippie. Im Gefängnis ist er zunächst ein Verzweifelter, der dann später eindrucksvoll um sein Recht kämpft. Zu Recht erhält der Brite für seine Leistung vor der Kamera eine Oscar- und eine Golden Globe-Nominierung.

Drei Jahre später spielt er in der Verfilmung eines Bühnenstücks von Arthur Miller HEXENJAGD (1996) von Nicholas Hytner den Familienvater John Proctor, der mit zahlreichen anderen in einem Hexenprozess im 17. Jahrhundert zu Unrecht verurteilt wird. Ein Jahr später folgt DER BOXER (1997) nochmals unter der Regie von Jim Sheridan. Hier will er sich als ehemaliger IRA-Aktivist Danny Flynn nach seiner Haftentlassung ausschließlich dem Boxsport widmen und gerät dadurch zwischen alle politischen Fronten. Ein weiteres Mal arbeitet er mit Martin Scorsese bei dem Epos GANGS OF NEW YORK (2002) zusammen. Der Regisseur inszeniert die Bandenkriege im New York der Jahre 1846 bis 1863. An der Seite von Leonardo DiCaprio beherrscht Daniel Day-Lewis als Gang-Anführer Bill the Butcher unbedrängt das Geschehen, bietet eine archaische und elementare Ausstrahlung. Wieder erhält er dafür eine Oscar- und Golden Globe-Nominierung.

2007 kann sich der Schauspieler wieder Hoffnung auf einen Oscar machen. In amerikanischen Gründermythos THERE WILL BE BLOOD (2007) (THERE WILL BE BLOOD (2007) Trailer) von Paul Thomas Anderson verkörpert er den erfolglosen Silberminenbesitzer Planview, der zum US-Ölmagnaten am Beginn des 20. Jahrhunderts aufsteigt. Allein wie er als machtgieriger und kaltblütiger Geschäftsmann um die Jahrhundertwende nach Silber und Öl sucht, sein Imperium mit blutiger Besessenheit aufbaut, hat schon zahlreiche US-Kritiker überzeugt, die ihm Preise für die beste Darstellerleistung des Jahres zugesprochen haben.

Daniel Day-Lewis lebte längere Zeit mit der französischen Schauspielerin Isabelle Adjani zusammen. Gemeinsam haben sie einen Sohn, der im April 1995 geboren wird. Seit 1996 ist der Schauspieler mit Rebecca Miller, der Tochter des Schriftstellers Arthur Miller, verheiratet. Gemeinsam haben sie zwei Kinder.

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