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Bibiana Beglau

Bibiana Beglau
Darsteller

* 08. Juli 1971
Helmstedt
Deutschland (BRD)
andere Namen Bibiane Beglau

BIBIANA BEGLAU • Biographie Seite 1/1

Die Schauspielerin Bibiana Beglau wird von den Kritikern für ihre Darstellungen auf der Theaterbühne sowie in Film und Fernsehen sehr gelobt. Ihre herbe Intensität, die souveräne Darstellung widersprüchlichster Gefühle zeichnet sie aus. Seit Mitte der 90er Jahre arbeitet Bibiana Beglau vor der Kamera, feiert mit einem Silbernen Bären für DIE STILLE NACH DEM SCHUSS (2000) unter der Regie von Volker Schlöndorff in ihrer ersten großen Kinorolle einen ihrer größten Erfolge.

Bibiana Beglau wird am 08. Juli 1971 in Helmstedt geboren. Ihr Vater arbeitet als Grenzpolizist; sie wächst im Zonenrandgebiet auf, besucht eine Waldorfschule. Ein Jahr vor dem Abitur verläßt sie die Schule, will Malerin oder Bildhauerin werden. Weil sie ihre Bewerbungsmappe für die Kunsthochschule nicht rechtzeitig abgeben kann, entscheidet sich Bibiana Beglau kurzerhand für das Schauspiel. Sie spricht in Essen vor, wird aber abgelehnt. In Hamburg hat sie mehr Erfolg: Von 1991 bis 1995 studiert sie an der Hochschule für Musik und Theater im Fachbereich Schauspiel bei Jutta Hoffmann.

Seit 1995 steht Bibiana Beglau auf der Theaterbühne, arbeitet mit den prägenden Regisseuren der Gegenwart wie Christoph Marthaler, Frank Castorf, Einar Schleef und Christoph Schlingensief zusammen. Als erste Arbeit entwickelt sie "Portrait imagine conzept pool 1". Ihr erstes festes Engagement führt sie 1996 ans Schauspielhaus Düsseldorf, wo sie zwei Jahre auf der Bühne steht. Ihre Mitarbeit an "Salome", in dem sie die Herodias spielt, und die Hauptrolle in "Kult - Geschichten für eine virtuelle Generation" werden besonders gelobt. Mit dem Regisseur Falk Richter erarbeitet sie auch den Monolog "Section" am Thalia Theater Hamburg und das Tanztheaterstück "nothing hurts" für das Spring Dance Festival Utrecht. Die Hauptrolle in dem Enda Walsh-Stück "Disco Pigs" verkörpert sie im Hamburger Schauspielhaus, in der Baracke am Deutschen Theater und zwei Jahre später in der Berliner Schaubühne. Der Filmregisseur Volker Schlöndorff sieht sie in der Rolle der zappligen Mücker und engagiert sie für DIE STILLE NACH DEM SCHUSS (2000).

Trotz Intensivierung ihrer Film- und Fernseharbeiten ab 2000 bleibt Bibiana Beglau dem Theater eng verbunden. 1999 geht sie für eine Spielzeit nach Hamburg ins Kampnagel. Seit 2000 arbeitet sie am Züricher Schauspielhaus. Dort inszenierte Stücke gastieren häufig auch in Berlin. Im Berliner Palast der Republik spielt sie die abgewrackte Mieze in "Berlin Alexanderplatz". Die Schauspielerin pendelt zwischen Zürich und Berlin hin und her. In Zürich ist sie als augenrollende, hochexpressive, ins Mieder geschweisste Ophelia in "Hamlet" zu sehen. Sie spielt auch das lebensmüde Mädchen in einer offenen psychiatrischen Anstalt in dem Lars Norens-Stück "Klinik", eine Studie des realen sozialen Desasters, ohne jedweden Theaterflitter inszeniert. Als wütige Todesgängerin überzeugt sie in "4.48 Psychose" nach Sarah Kane an der Berliner Schaubühne.

1994 steht sie erstmals vor der Fernsehkamera, in den meisten Fällen spielt Bibiana Beglau junge Frauen an der Seite der männlichen Hauptfiguren, die noch kein eigenes Profil erhalten. In dem Psychothriller DER MÖRDER UND SEIN KIND (1995) unter der Regie von Matti Geschonneck verliebt sich ein Kindermörder in sie als alleinerziehende Mutter, weil sie wie ein Kind wirkt. Die Entdeckung, dass die Frau eine kleine Tochter hat, beschwört eine Katastrophe herauf. In ABSPRUNG (1996) ist es ein 16jähriger Schüler, Chef einer Gang, die die Mitschüler tyrannisiert, der in ihr seine Traumfrau entdeckt. Im Drama 2 1/2 MINUTEN (1996) bietet sie ein Versteck für ihren türkischen Freund; dieser hat einen Mord in Notwehr begangen. In dem Dokudrama DER BRIEFBOMBER (2000) gibt sie die Kriminalkommissarin Irina Zehender, die sich in ihren Kollegen verliebt. In LIEBESSCHULD (2000) gibt sie die erfolgreiche Tochter einer krebskranken Mutter, die zurück in ihrem nordfriesischen Heimatort mit ihrer alten Liebe konfrontiert wird. Bibiana Beglau verkörpert in TATORT: DAS TÖDLICHE DINNER (2004) eine verschmähte Fünf-Minuten-Geliebte, die zu den Hauptverdächtigen eines Mordfalls zählt.

Mit DIE STILLE NACH DEM SCHUSS (2000) gibt die Darstellerin ihr Kinodebüt. Sie spielt eine westdeutsche linke Terroristin, die in der DDR ein zweites Leben beginnt. Nach dem Mauerfall bricht ihr Kartenhaus zusammen. Die Geschichte ist vage angelehnt an die Biografie von Inge Viett. Für ihre eindringliche schauspielerische Leistung wird Bibiana Beglau gemeinsam mit ihrer Filmpartnerin Nadja Uhl bei den Filmfestspielen von Berlin mit dem Silbernen Bären als Beste Darstellerin ausgezeichnet. Ihre Filmkarriere läuft aber nicht so intensiv wie ihre Theaterarbeit, obwohl ihre darstellerischen Leistungen von Kritikern gelobt werden. Nochmals arbeitet sie mit Volker Schlöndorff bei DER NEUNTE TAG (2004) zusammen; hier spielt sie die Schwester eines Priesters auf "Freigang" aus dem Konzentrationslager. In seinem Beitrag für den Episodenfilm TEN MINUTES OLDER - THE CELLO (2002) über das Thema Zeit ist sie ebenfalls dabei. Bibiana Beglau findet Beachtung in BIRTHDAY (2001) von Stefan Jäger, in dem ihre Figur am 30. Geburtstag Selbstmord begehen will und in KAMMERFLIMMERN (2005) unter der Regie von Hendrik Hölzemann als diensthabender Notarzt "Dr. Tod". In Florian Hoffmeisters Film 3 GRAD KÄLTER (2005) spielt sie eine Frau, deren große Liebe nachh Jahren zurückkehrt. In dem Spielfilmdebüt von Aelrun Goette UNTER DEM EIS (2006) verkörpert sie eine junge Mutter, die sich zunehmend in ein Netz aus Trugbild, Lüge und verdrängter Wirklichkeit verstrickt. In RICORDARE ANNA (2006) sucht ein Vater mit ihr als toter Tochter, die vor Jahren an Aids gestorben ist, wieder das Zwiegespräch.

Neben ihrer darstellerischen Tätigkeit schreibt Bibiana Beglau Texte, gemeinsam mit Stefan Jäger verfaßt sie mit "57'38'' Ewigkeit" ein Stück über eine Verschüttete in einer Schneelawine. Intensiv recherchiert sie, interviewt Betroffene und läßt sich selbst im Schnee vergraben, um herauszufinden, was sich im Kopf eines lawinenverschütteten Menschen abspielt. Aus dem Text entsteht ein Theaterabend, ein Hörbuch und ein Film.

Bibiana Beglau lebt in Berlin.

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