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Otto Erdmann

Otto Erdmann
Architektur

* 17. Dezember 1898
Berlin
Deutschland
† 23. Januar 1965
Berlin
Deutschland

OTTO ERDMANN • Biographie Seite 1/1

Otto Erdmann ist über 40 Jahre ein vielbeschäftigter Architekt beim deutschen Film. An mehr als 75 Filmen ist er beteiligt. Seine Karriere zeugt von opportunistischer Beständigkeit unabhänig von politischen Systemen. Otto Erdmann ist in der Weimarer Republik sowie während der nationalsozialistischen Herrschaft ein häufig beschäftigter Architekt, nach 1945 arbeitet er im Osten wie später auch im Westen Deutschlands.

Otto Erdmann wird am 17. Dezember 1898 in Berlin geboren. Über seine familäre Herkunft ist derzeit nichts bekannt. Nach seiner Schulausbildung besucht er die Kunstgewerbeschule in Berlin. Danach studiert er an der Akademie für Bildende Künste in seiner Heimatstadt.

Anfang der 20er Jahre kommt er mit dem Medium Film in Kontakt. Otto Erdmann beginnt als Assistent bei dem Architekten und Regisseur Paul Leni zu arbeiten. Um 1923 lernt er Hans Sohnle kennen, der ebenfalls als Filmarchitekt tätig ist. Zwischen beiden entsteht eine intensive Partnerschaft. Mehr als 15 Jahre werden sie zusammenarbeiten und an einigen wichtigen deutschen Filmklassikern beteiligt sein. Beide entwerfen unter anderem die Kulissen zu den Filmen DIE FREUDLOSE GASSE (1925) und ABWEGE (1928), jeweils in der Regie von Georg Wilhelm Pabst.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 hat beruflich keine Konsequenzen für den Architekten. Otto Erdmann ist an vielen Unterhaltungsproduktionen beteiligt. Auch an Propagandafilmen wirkt der Architekt mit, u.a. an dem frühen HANS WESTMAR (1933) oder dem anti-britischen Film MEIN LEBEN FÜR IRLAND (1940). Aus dieser Zeit werden heute noch als besonders gut seine Kulissen zu ROMANZE IN MOLL (1942) in der Regie von Helmut Käutner eingeschätzt.

Nach Ende des II. Weltkrieges ist Otto Erdmann bis Mitte der 50er Jahre bei der DEFA beschäftigt. Für EHE IM SCHATTEN (1946) von Kurt Maetzig, einem der ersten Filme der DEFA und dem erfolgreichsten dazu, schafft er die Kulissen. An den damals beliebten Operetten-Verfilmungen wie DIE LUSTIGEN WEIBER VON WINDSOR (1950) ist er beteiligt. Der Architekt arbeitet mit dem Regisseur Slatan Dudow in FRAUENSCHICKSALE (1950) zusammen. Als Höhepunkt seiner Karriere bei der DEFA schafft er die Dekorationen für den zwei Ernst Thälmann-Verfilmungen.

1956 verläßt Otto Erdmann die DEFA und geht in den westlichen Teil von Berlin. Konfikte mit der DEFA-Geschäftsleitung sind Anlaß für viele Künstler, zu diesem Zeitpunkt die Produktionsstätte Potsdam-Babelsberg zu verlassen. Zu den Gründen zählen unter anderem die unterschiedlichen Währungen, das ausgesprochene Verbot von Aufträgen im westlichen Teil Deutschlands oder fehlende Einkaufbescheinigungen. Zu den Filmemachern, die die DEFA verlassen, gehören unter anderem die Regisseure Wolfgang Schleif, Wolfgang Staudte oder Artur Pohl.

In Westdeutschland ist Otto Erdmann noch an mehreren Filmen beteiligt, bis er sich Mitte der 60er Jahre ins Privatleben zurückzieht. Er arbeitet an einigen Kriegsfilmen wie BATALLION 999 (1959) oder DIVISION BRANDENBURG (1960) mit. Erwähnenswert sind die Produktionen MEIN VATER, DER SCHAUSPIELER (1956) mit O. W. Fischer in der Hauptrolle sowie einer der Mabuse-Verfilmungen IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE (1961) mit Gert Fröbe in der Regie von Harald Reinl.

Otto Erdmann stirbt am 23. Januar 1965 in seiner Heimatstadt Berlin.

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Autorin: Ines Walk
Stand: Dezember 2006
Diese Biografie ist mit der Förderung der DEFA-Stiftung entstanden.

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