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Maria Koppenhöfer

Maria Koppenhöfer
Darsteller

* 11. Dezember 1901
Stuttgart
Deutschland
† 29. November 1948
Heidelberg
Deutschland

MARIA KOPPENHÖFER • Biographie Seite 1/1

Maria Koppenhöfer strahlt eine herbe Schönheit aus. Schon früh kann sie vielschichtige Charaktere auf der Bühne und im Film verkörpern. Die Schauspielerin gibt klassische Frauengestalten wie Lady Milfort in "Kabale und Liebe". Sie spielt unbeholfene Frauengemüter genauso wie machtvolle, kalte Herrscherinnen. Als mütterliche Figur strahlt sie Weichheit aus und auch in lasterhaften Frauenrollen kann sie mit ihrem schauspielerischen Talent Echtheit erzeugen.

Maria Koppenhöfer wird am 11. Dezember 1901 in Stuttgart geboren. Ihre Familie führt in jahrelanger Tradition eine schwäbische Bierbrauerei, die am Ausgang des 19. Jahrhunderts Konkurs anmelden muß. Ihr Vater arbeitet im Hotelgewerbe. Ihre Mutter verstirbt früh. Zur Familie gehört noch eine ältere Schwester. Als junges Mädchen besucht Maria Koppenhöfer das Katharinenstift in Stuttgart, wechselt aber später in eine weltliche Schule. Nach ihrer Schulausbildung besucht sie zur Hauswirtschaftslehre das Paulinenstift in Friedrichshafen (am Bodensee). Nach einem Jahr Ausbildung geht Maria Koppenhöfer für kurze Zeit als Haushaltshilfe aufs schäbische Land.

Mit 16 Jahren beginnt sie eine Schauspielausbildung bei Emmy Remolt-Jessen in ihrer Heimatstadt. Noch während ihrer Ausbildung spielt sie am Deutschen Theater in Stuttgart, u.a. in "Macbeth" und "Der Sturz des Apostel Paulus". Als junge Schauspielerin steht sie auch am Landestheater Stuttgart auf der Bühne. Bereits ein Jahr später ist sie das jüngste Mitglied der Münchener Kammerspiele, welches zu diesem Zeitpunkt unter der schauspielerischen Leitung von Otto Falkenberg steht. Später spielt sie in Köln, ab 1925 am Deutschen Theater in Berlin unter der Leitung von Max Reinhardt. Zeit ihres Lebens wird Maria Koppenhöfer der Theaterbühne verbunden bleiben und an verschiedenen Bühne immer wieder zu sehen sein.

Nach eigenen Aussagen arbeitet die Schauspielerin bereits 1923 für den Stummfilm bei einer Münchener Produktionsfirma. Aber ihre eigentliche Karriere bei Film beginnt Anfang der 30er Jahre in den Filmstudio in Potsdam-Babelsberg. Maria Koppenhöfer spielt in einer Reihe von bekannten Produktionen der Ufa mit. Zu ihren ersten Filmen gehören DAS ERSTE RECHT DES KINDES (1932) und UNHEIMLICHE GESCHICHTEN (1932). Allerdings kann die Schauspielerin im Bereich des Films nie den großen Erfolg erzielen, den sie auf der Bühne durch ihre ausgestrahlte Präsenz erzielt. Die überaus wandlungsfähige Maria Koppenhöfer wirkt in mehr als 30 Filmen mit. Häufig sind es größere Nebenrollen, in denen sie ihre Darstellungskünste darbieten kann.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 kann sich die Schauspielerin der Propagandamaschinerie nicht entziehen. Sie spielt in einem der ersten Propagandafilme FLÜCHTLINGE (1933) an der Seite von Hans Albers und in der Regie von Gustav Ucicky. In dem anti-kommunistischen Propagandafilm FRIESENNOT (1935) leidet eine kleine Gemeinschaft von Wolgadeutschen unter der Brutalität der russischen, kommunistischen Machthaber. Maria Koppenhöfer spielt überzeugend eine junge deutsche Mutter, die auf den Armen ihr totes Kind nach Hause trägt. Dramatik und Leidensfähigkeit tragen dazu bei, die Wirksamkeit der Agitation zu fördern. In anderen nationalsozialistischen Helden-Epen wie DER HERRSCHER (1937) oder BISMARK (1940) wirkt sie mit. Besonderen Erfolg erreicht sie mit der Darstellung der Maria Stuart in dem Film DAS HERZ DER KÖNIGIN (1940) als Gegenpart zu Zarah Leander.

Nach 1945 konzentriert sich Maria Koppenhöfer wieder verstärkt auf das Theater. Sie arbeitet nebenbei auch als Schauspiellehrerin, u.a. unterrichtet sie Rosemarie Fendel. Eine ihrer letzten Filmarbeiten TIEFLAND (1954) unter der Regie von Leni Riefenstahl kommt erst sechs Jahre nach ihrem Tod in die westdeutschen Kinos. Maria Koppnhöfer stirbt am 29. November 1948 im Alter von 47 Jahren in Heidelberg an Krebs. Bis kurz vor ihrem Tod hat sie auf der Bühne gestanden.

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