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Evelyn Holt

Evelyn Holt
Darsteller

* 03. Oktober 1908
Berlin
Deutschland
† 22. Februar 2001
Los Angeles (Kalifornien)
USA

EVELYN HOLT • Biographie Seite 1/1

Evelyn Holt ist eine schöne junge und bereits bekannte Schauspielerin im deutschen Film, die sich eventuell auch ein große Karriere erarbeitet hätte. Aber die Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 steht dem entgegen. Die neuen Machthaber zweifeln im Zuge der "Arisierung" ihren "Abstammungsnachweis" an. So bleiben der Schauspielerin nur 6 Jahre beim deutschen Film, in denen sie an mehr als 25 Produktionen beteiligt ist.

Evelyn Holt wird am 03. Oktober 1908 als Evelyn Sklarz in Berlin geboren. [... einige Quellen nennen als Geburtsjahr 1906...] Ihr Vater ist ein Berliner Journalist. Bereits als Kind will sie auf der Bühne stehen, allerdings als Opernsängerin. Früh nimmt sie Gesangsunterricht, wird als Soubrette ausgebildet. Nach ihrer Schulausbildung entschließt sie sich für den Beruf der Schauspielerin und beginnt als 20jährige für den Film zu arbeiten.

Ihre erste Filmrolle spielt sie in DIE SPITZEN (1926). In der Folge gibt die schöne Schauspielerin in Unterhaltungsstreifen das junge Mädchen: liebenswert und unschuldig. Schnell übernimmt sie in den Stummfilmen Hauptrollen. Ihre Filmpartner sind Gustav Fröhlich in DIE ELF TEUFEL (1927) oder Hans Albers in FRAUENARZT DR. SCHÄFER (1928).

Der erster Tonfilm von Evelyn Holt wird DAS WOLGAMÄDCHEN (1930) in der Regie von Robert Wohlmuth. Mit ihrer geschulten Stimme fällt ihr der Übergang zum Tonfilm nicht schwer. In den drei Jahren bis 1933 spielt sie in sieben 7 Filmen mit. Zu den erfolgreichen zählt u.a. DAS EKEL (1931), der mit ihren Filmeltern Max Adalbert und Emilie Unda zu dem Publikumsmagneten des Jahres zählt.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten nimmt ihre Schauspielkarriere ein jähes Ende. Lücken in ihrem "Abstammungsnachweis" bzw. ihr Geburtsname Sklarz führen dazu, daß sie nur mit Sondergenehmigung bis zur "endgültigen Klärung ihrer Abstammung" als Soubrette an der Komischen Oper arbeiten darf, aber nicht bei Film. Bis November 1936 zieht sich das bürokratische Verfahren hin und ist nicht beendet. Evelyn Holt kürzt es ab: Sie heiratet 1936 den jüdischen Verleger und Literatur-Agenten Felix Guggenheim. Zur gleichen Zeit tritt sie aus der Reichsfilmkammer aus. Arbeit beim Film oder auf der Bühne ist danach nicht mehr möglich.

Felix Guggenheim arbeitet bis 1938 im Vorstand der Deutschen Buchgemeinschaft. Als die Situation unerträglich wird emigrieren beide 1938 in die Schweiz, 1940 nach Großbritannien, bis sie in den USA eine zweite Heimat finden. Felix Guggenheim gründet dort die deutsch-jüdische "Pazifische Presse", die zahlreiche Werke von Exil-Autoren wie Thomas Mann und Franz Werfel, Lion Feuchtwanger, Leonhard Frank oder Alfred Döblin veröffentlicht. Welcher Tätigkeit Evelyn Holt seitdem nachgegangen ist, ist nicht bekannt. Sie stirbt am 22. Februar 2001 in Los Angeles.

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