Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

Hanna Henning

Hanna Henning
Regie, Drehbuch, Produzent

* 16. August 1884
Cannstadt (Württemberg)
Deutschland
† 09. Januar 1925
Berlin
Deutschland

HANNA HENNING • Biographie Seite 1/1

Hanna Henning ist eine der ersten Regisseurinnen in Deutschland. Sie gilt als eine der vielseitigsten und meistbeschäftigsten Frauen der frühen deutschen Filmgeschichte. Sie ist Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin ihrer Filme. Acht Jahre arbeitet die junge Frau im Filmgeschäft, inszeniert mehr als 40 Filme, wird von der Kritik hochgelobt. Am Ende ihrer Karriere steht ein jäher Absturz, ihre Firma muß Konkurs anmelden.

Hanna Henning wird als Johanna Julie Adelheid von Koblinski am 16. August 1884 in Cannstadt (Württtemberg) geboren. Ihr Vater leitet ein Versicherungsunternehmen. Früh zieht es sie auf die Theaterbühne, in der Spielzeit 1907/1908 ist sie in Dessau als Sängerin engagiert. Ebenso früh heiratet sie: Hans Henning, einen Mühlenbesitzer, aber die Ehe wird kurze Zeit später geschieden.

Um 1915 kommt Hanna Henning mit dem Film in Kontakt. Sie gründet ihre eigene Produktionsfirma, die Henning-Film, Berlin und führt Regie bei Teilen der erfolgreichen Bubi-Filmserie mit Joseph Roemer als Bubi. Später schreibt sie auch die Drehbücher zu den Bubi-Filmen. Das Grundschema der komödiantischen Bubi-Serie ist meistens gleich: ein Berliner Lausejunge, der verschiedene Abenteuer bestehen muß. Aus der Serie entsteht der erste längere Film der Regisseurin: IM BANNE DES SCHWEIGENS (1916). Erzählt wird die Geschichte einer Tochter, die glaubt, ihren Vater verloren zu haben, und die erst nach dem Tod der Mutter den Vater und damit ihr eigenes Glück findet. Hanna Henning hat mit ihren Filmen Erfolg und kann ihre Firma vergrößern; sie wird zur Bubifilm Henning & Co. GmbH. Mit dieser produziert sie nicht nur neue Bubi-Filme, sondern auch Serien mit der jungen Schauspielerin Ally Kolberg sowie die Krümelchen-Filmserie mit dem Komiker Neumann-Schüler. Ab 1917 dreht die Regisseurin auch Serien-Filme für andere Produktionsfirmen, etwa für die Carl Ledermann & Co. GmbH und die Tosca-Film.

Für die Flora-Film GmbH entsteht MUTTER (1917) im Auftrag der Stadt Berlin, ein Werbefilm, um Spenden für Klein- und Waisenkinder zu erhalten. Dafür erhält sie 1920 das Verdienstkreuz für Kriegshilfe.

Gegen Ende des Jahrzehnt inszeniert Hanna Henning nach literarischer Vorlage ihren ersten großen Spielfilm: DIE SIEBZEHNJÄHRIGEN (1919) mit Hanni Weisse und Kurt Vespermann in den Hauptrollen. Hier schildert die Regisseurin eine Dreiecksgeschichte. Vater und Sohn verlieben sich in das gleiche Mädchen. Der Sohn begeht Selbstmord, der Vater erblindet.

Später erhält die Regisseurin einen Vertrag von der neugegründeten Doktram Film, für die sie drei Spielfilme inszeniert. Immer größer werden die Aufträge für die Regisseurin, die Schauspieler bekannter. In dem Film DAS GROßE LICHT (1920) arbeitet sie mit dem Schauspieler Emil Jannings zusammen. Zu ihren späteren Hauptdarstellern gehören Otto Gebühr, Agnes Straub und Fritz Kortner. Von damaligen Kritikern wird die Arbeit der Regisseurin gelobt.

Bereits ab 1922 ist der Stern von Hanna Henning am sinken. In diesem Jahr realisiert sie ihren letzten großen Spielfilm AM ROTEN KLIFF (1922). Danach dreht sie wieder einen Serienfilm, der schnell für den Markt produziert wird. Aber der Erfolg bliebt aus. In der Folge arbeitet sie erstmals im dokumentarischen Bereich. Sie dreht einen Film über kranke Kinder, außerdem mehrere Sportfilme. Um nochmals ins große Filmgeschäft einzusteigen, gründet Hanna Henning die Nordeuropäische Film GmbH, aber es sind keine Uraufführungen von Filmen der Firma nachgewiesen. Die Firma muß 1925 Konkurs anmelden.

Hanna Henning stirbt am 09. Januar 1925 im Alter von 49 Jahren in Berlin an einer Lungenentzündung.

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,69662