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Henry R. Sokal

Henry R. Sokal
Produzent, Produktionsleitung

* 20. Februar 1898
Craiova
Rumänien
† 07. März 1979
München
Deutschland
andere Namen Harry R. Sokal

HENRY R. SOKAL • Biographie Seite 1/1

Der Produzent Henry R. Sokal hat sich wirksam um den deutschen Bergfilm bemüht. Er geht unter anderem bei den Filmen DIE WEIßE HÖLLE VOM PIZ PALÜ (1929) und DAS BLAUE LICHT (1932) enorme Risiken ein, weil die Produktionskosten bei den wetterabhängigen Außenaufnahmen schwer einzuschätzen sind. Aber er glaubt an 'seine' Filme und der Erfolg gibt ihm recht.

Henry R. Sokal wird am 20. Februar 1898 in Craiova (Rumänien) geboren. Nach seiner Schulausbildung absolviert er eine Lehre als Bankangestellter und arbeitet danach auch in diesem Beruf; später als Kaufmann.

Zum Film kommt er Mitte der 20er Jahre. Leni Riefenstahl schreibt in ihren Memoiren, daß sie Henry R. Sokal in Innsbruck kennenlernt und er ihr nach Berlin folgt. Er beginnt als Produzent und Produktionsleiter für verschiedene Filmprojekte zu arbeiten. 1925 ist er an der Finanzierung des späteren deutschen Film-Klassikers DIE FREUDLOSE GASSE (1925) von Georg Wilhelm Pabst beteiligt. Kurz darauf gründet er seine eigene Produktionsfirma, die H. R. Sokal-Film GmbH, Berlin.

Bereits einer seiner erster Film ist erfolgreich. Er bringt den Klassiker von 1913 DER STUDENT VON PRAG (1926) neu auf die Leinwand. Diesmal spielt Conrad Veidt den Studenten Balduin, der von seinem anderen Ich gejagt wird. Mit dabei ist wieder Hanns Heinz Ewers, der schon das Drehbuch zur ersten Verfilmung vorgelegt hat. Zum einen sollte wohl der kommerzielle Erfolg der ersten Verfilmung wiederholt werden und zum zweiten bietet sich der Stoff für eine expressionistische Filmbearbeitung geradezu an. Dekor und Spielweise in der zweiten Fassung sind dann auch stark vom expressionistischen Stil geprägt. Genauso wie die erste Fassung wird in Prag an Orginalschauplätzen gedreht. Die winkligen Gassen, strägen Straßen und dunkeln Räume stehen für den expressionistischen Stil, ebenso wie die Kontrastierung von Hell und Dunkel.

Danach konzentriert sich Henry R. Sokal auf die Produktion von Bergfilme. Mit dem Regisseur Arnold Fanck verbindet ihn eine längere Zusammenarbeit. Unter anderem produziert er dessen internationalen Erfolg DIE WEIßE HÖLLE VOM PIZ PALÜ (1929), an dem auch wieder Georg Wilhelm Pabst als Verantwortlicher für die Spielszenen beteiligt ist. Nach einem weiteren Fanck-Film STÜRME ÜBER DEM MONTBLANC (1930) unterstützt der Produzent Leni Riefenstahl bei der Produktion ihres ersten eigenen Spielfilms. Henry R. Sokal ist überzeugt vom Erfolg des Films und übernimmt nach einer ersten Sichtung des noch unfertigen Materials die Postproduktion und den Vertrieb des Films. Das Leni Riefenstahl-Debüt DAS BLAUE LICHT (1932) erntet in In- und Ausland immensen Beifall.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 verläßt Henry R. Sokal Deutschland. Er produziert in England, seit 1937 in Frankreich und als der II. Weltkrieg 1941 auch dieses Land erreicht, geht er nach Amerika. Er produziert in allen Ländern Filme im Berg-Milieu, aber viele seiner Projekte zerschlagen sich. Er entwickelt Filmideen, die selten Partner finden. Nach dem Ende des II. Weltkrieges kehrt er 1949 ins westliche Deutschland zurück.

In München gründet Henry R. Sokal seine eigene Produktionsfirma, die Henry Sokal-Film. Zunächst produziert er mit FÖHN (1953) ein Remake seines erfolgreichen Films DIE WEIßE HÖLLE VOM PIZ PALÜ (1929). Diesmal sind Hans Albers und Liselotte Pulver als Hauptdarsteller zu sehen. An den Erfolg ihres Vorgängers kann diese Verfilmung allerdings nicht heranreichen. Henry R. Sokal ist noch mehrmals als Produzent tätig, führt sogar erstmals Regie in der Komödie KARNEVAL IN WEIß (1952), tritt in Kleinstrollen in seinen Filmen auf und schreibt auch Drehbücher.

Henry R. Sokal ist zeitweise mit der Schauspielerin Charlotte Kerr verheiratet. Er stirbt am 07. März 1979 in seiner Wahlheimat München.

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