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Ernö Metzner

Ernö Metzner
Architektur, Kostüm

* 25. Februar 1892
Szabadka
Ungarn
† 25. September 1953
Hollywood (Kalifornien)
USA

ERNÖ METZNER • Biographie Seite 1/1

Der Ungar Ernö Metzner gehört zu den zahlreichen ausländischen Künstlern, ohne denen der nationale und internationale Erfolg des deutschen Films der 20er und 30er Jahre nicht denkbar wäre. Ernö Metzner arbeitet als Filmarchitekt und Kostümbildner für einflussreiche Regisseure wie Karl Grune, Robert Wiene oder Georg Wilhelm Pabst. Später inszeniert er eigene Kurzfilme mit politisch links stehenden Aussagen.

Ernö Metzner wird am 25. Februar 1892 in Szabadka, Ungarn geboren. Nach seinem Schulabschluß besucht er die Kunstschule in Budapest. Sein Geld verdient er als Maler, er zeichnet Buchillustrationen, arbeitet für Zeitungen und Verlage. Als der I. Weltkrieg ausbricht, wird er eingezogen. Bis 1918 dient er in der österreich-ungarischen Armee. Nach dem Sturz der Räterepublik verläßt er - wie auch seine ungarischen Kollegen Alexander Korda oder Arsen von Cserépy - das Land und geht nach Berlin.

Er beginnt als Kostümbildner und Architekt beim Film zu arbeiten. An großen und wichtigen Produktionen ist er beteiligt. Für den Regisseur Ernst Lubitsch fertigt er Bauten für dessen Film SUMURUN (1920); bei Paul Leni entwirft und schneidert er Kostüme für DIE VERSCHÖRUNG ZU GENUA (1921); bei allen vier Teilen der Fridericus Rex-Filme baut er gemeinsam mit den Architekten Hans Dreier, Willy Hesch, Artur Günther und Hans Flemming die überaus aufwendigen Kulissen in den Cserépy-Studios in Berlin. Der Name Ernö Metzer steht für innovative Architektur, die der Idee des Films gerecht wird. Großen Erfolg haben seine architektonischen Umsetzungen in Robert Wienes Bibeldrama I.N.R.I. (1923), die das Produktionsteam in der umgebauten Flugzeughalle in Berlin-Staaken aufbaut. Ein Regisseur, der den Architekten immer wieder für seine Filme beschäftigt, ist Georg Wilhelm Pabst. Sechs Filme gestalten die Künstler gemeinsam. Ihre Zusammenarbeit beginnt mit GEHEIMNISSE EINER SEELE (1926).

Ab Mitte der 20er Jahre beginnt Ernö Metzner auch als Regisseur zu arbeiten. Anfangs sind es noch Kurz- und Dokumentarfilme, die er u.a. für die SPD dreht. 1928 legt er seinen ersten Kurzfilm ÜBERFALL (1928) vor, der unter Filmhistorikern zu den wichtigsten Filmen der Zeit gerechnet wird. Mit experimentellen Bildern schildert der Regisseur die Geschichte eines Mannes, der von Gaunern und Prostituierten zusammengeschlagen wird. Die damalige Zensur schätzt den Film als besonders gewalttätig ein und verbietet ihn.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 muß Ernö Metzner Deutschland verlassen. Seine offene Sympathie für die Sozialdemokraten sowie sein Engagement bei sozial-realistischen Filmen wie WESTFRONT 1918 (1930) oder KAMERADEN (1931), beide in der Regie von Georg Wilhelm Pabst, machen ihn von vornherein bei den neuen Machthaber verdächtig. Er emigriert nach Frankreich, wo es zu einer weiteren und letzten gemeinsamen Arbeit von Ernö Metzner mit Georg Wilhelm Pabst kommt. Zwischenstation macht der Filmarchitekt auch in England. Er arbeitet mit dem ebenfalls emigrierten Regisseur Friedrich Féher zusammen. Nach vier weiteren Filmen auf der Insel geht der Architekt 1936 endgültig nach Hollywood. Dort kann er nur noch sporadisch für den Film arbeiten. Sein Landsmann Zoltán Korda macht ihn für die Ernest Hemingway-Verfilmung AFFÄRE MACOMBER (1947) zum letzten Mal für die Architektur verantwortlich.

Ernö Metzer ist mit der Schauspielerin Grace Chiang verheiratet. Sie schreibt auch an Drehbüchern ihres Mannes mit, u.a an ÜBERFALL (1928). Ihr gemeinsamer Sohn Henry emigriert mit in die USA. Dort stirbt Ernö Metzer am 25. September 1953 an einem Herzinfakt.

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