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Gong Li

Gong Li
Darsteller

* 31. Dezember 1965
Shenyang (Liaoning Province)
China

GONG LI • Biographie Seite 1/1

In China ist die Schauspielerin Gong Li eine der ganz großen Darstellerinnen. Schon mit ihrer ersten Hauptrolle unter der Regie von Zhang Yimou wird sie weltbekannt. Beide leben mehrere Jahre miteinander und drehen einige der wichtigsten chinesischen Filme. In den meisten Fällen verkörpert Gong Li starke, kraftvolle Frauen, die sich gegen die dominierende Männerwelt zur Wehr setzen und lieber untergehen, als sich selbst aufzugeben. Damit wird sie in ihrem Heimatland zum Inbegriff einer Frau, die zwar leidet, aber ihr Schicksal selbst bestimmt in die Hände nimmt.

Gong Li wird am 31. Dezember 1965 in Shenyang, Liaoning geboren. Ihr Vater ist Wirtschaftsprofessor, ihre Mutter arbeitet ebenfalls als Lehrerin an der Universität. Zur Familie gehören noch vier ältere Kinder. Sie wächst in gutsituierten Verhältnissen auf. Ihre Kindheit verbringt sie in Jinan, der Hauptstadt der Provinz Shangdong. Sie erlebt, wie ihre Eltern im Zuge der Kulturrevolution zur Selbstkritik gezwungen worden sind. 1985 beginnt sie ein Studium am Zentralen Drama Institut in Peking. Hier wird sie von dem Regisseur Zhang Yimou entdeckt, der ihr die Hauptrollen in seinen frühen Filmen gibt.

Ihr erster gemeinsamer Film wird ROTES KORNFELD (1987), der auf den Internationalen Filmfestspielen in Berlin 1988 mit dem Goldenen Bären aus Bester Film ausgezeichnet wird. Das ist auch der Hauptdarstellerin zu verdanken, die hier Nine gibt und mit dieser Rolle über Nacht zum Star wird. Der Film beginnt mit ihrem Hochzeitszug Anfang der 1920er Jahre, schildert dann ihr Leben zwischen verschiedenen Männern, die von ihr immer nur etwas fordern, und das Ende mit ihrem Tod durch japanische Invasoren. Beeindruckend sind die ungewöhnliche Farbenpracht des Films und die außergewöhnliche Kamera, die überwältigende Bilder schafft. Durch den nationalen wie internationalen Erfolg des Films kann sich Gong Li danach ihre Rollen aussuchen. Häufig wird sie starke, kraftvolle Frauen spielen, die sich gegen die dominierende Männerwelt zur Wehr setzen und lieber untergehen, als sich selbst aufzugeben. In DER KRIEGER DES KAISERS (1989) von Shing Siu-Tung spielt sie die Frau eines Hofstaates im alten China, die in den 1930er Jahren als Schauspielerin wiedergeboren wird.

Ihre interessantesten Rollen erhält sie aber immer wieder von Regisseur Zhang Yimou, wird in seinen Filmen zum chinesischen Weltstar. Als junge Frau wird sie in JUDOU (1990) von einem alten Mann gekauft, der sich ein Kind wünscht. Sie aber findet die Liebe bei dessen Neffen und gebärt ihm ein Kind. In DIE ROTE LATERNE (1991) spielt sie Songlian, eine junge, kluge Studentin, die sich gegen die traditionellen Sitten und Gebräuche der chinesischen Gesellschaft in den 1920er Jahren wehrt. Auf Wunsch ihrer Mutter muss sie einen Feudalherren heiraten, wird dessen vierte Frau. Um zu seiner Lieblingsfrau aufzusteigen täuscht sie eine Schwangerschaft vor. Als ihr Schwindel aufgedeckt wird, wird sie bestraft. Sie zerbricht an den Ritualen der Demütigung. Als junge hochschwangere Bäuerin Qiuju aus einem abgelegenen Dorf im Norden Chinas überzeugt sie in DIE GESCHICHTE DER QIUJU (1992). Hier kämpft sie für das Recht. Sie fordert eine Entschuldigung für ihren Ehemann, der im Streit vom Dorfvorsteher verletzt wurde und nun mit Geld entschädigt werden soll. Sie aber will moralische Gerechtigkeit. Die Rolle zählt zu den wichtigsten der Schauspielerin, für ihre Leistung wird sie mit dem Darstellerpreis in Venedig 1992 ausgezeichnet.

Das Zhang Yimou-Melodram LEBEN! (1994) werden die Geschicke einer Familie von den 1940er bis in die 1970er im Norden Chinas geschildert. Gong Li spielt neben Ge You das Oberhaupt einer Kleinfamilie, die die politischen Wirrungen immer auch als persönliche Schicksalsschläge erleben. SHANGHAI SERENADE (1995) schildert die letzten Tage einer Sängerin und Tänzerin, die sich 1930 für eine Intrige gegen einen Triaden-Boß, der zugleich ihr Liebhaber ist, einspannen lässt. Die Filme spiegeln zwar chinesische Wirklichkeit wider, werden aber auch als Parabeln auf gesellschaftliche Modernität überhaupt begriffen. Gong Li wird damit zu einer der wichtigsten Darstellerin der Regisseure der fünften Generation.

Dazu gehören auch Arbeiten mit anderen Filmemachern, unter anderem mit Chen Kaige. Der opulente Kostümfilm LEBEWOHL, MEINE KONKUBINE (1993) schildert das Leben zweiter Schauspieler der berühmten Peking Oper der 1920er Jahre. Als Prostituierte Juxian steht sie zwischen den beiden Männern und alle drei geraten in den Strudel der politischen Ereignisse, werden aus ihrem traditionellen Leben gerissen. In VERFÜHRERISCHER MOND (1996) ist sie Mitglied einer mächtigen Familie in Shanghai, die in den 1920er Jahren durch politische Umbrüche, Opiumsucht und eigene Dekadenz verfällt. In dem Historiendrama DER KAISER UND SEIN ATTENTÄTER (1998) lehnt sie sich als Einzige als Konkubine gegen die Schreckenherrschaft ihres Herren auf und plant ein Attentat. Außerdem arbeitet sie mit dem Regisseur Wong Kar-wai zusammen. In seinem Science-Fiction-Films 2046 (2004) gibt sie die professionelle Spielerin Su Li Zhen.

Bereits Ende der 1990er Jahre nimmt auch Hollywood den chinesischen Star unter Vertrag. In CHINESE BOX (1997) von Wayne Wang spielt sie neben Jeremy Irons und Maggie Cheung. Der Film blickt kurz vor der Übernahme Hongkongs durch die Chinesen auf die Befindlichkeiten der Bewohner. Aber erst acht Jahre später startet ihre Karriere in Hollywood erst richtig durch. Sie ist in DIE GEISHA (2005) von Rob Marshall zu sehen. Hier spielt sie neben dem weiteren chinesischen Star Zhang Ziyi und präsentiert japanische Geschichte, was wieder einmal zeigt, dass es Hollywood mit einer genauen Verortung seiner Stories nicht besonders genau nimmt. Gong Li spielt hier die böse Konkurrentin der jungen Geisha, will sich nicht von ihrer Vorherrschaft verdrängen lassen. Danach engagiert sie Michael Mann für seine Kinoversion von MIAMI VICE (2006). Sie mimt die zwielichtige Drogenhändlerin Isabella, in die sich Crockett (gespielt von Colin Farrell) verliebt. In HANNIBAL RISING - WIE ALLES BEGANN (2006) (HANNIBAL RISING - WIE ALLES BEGANN (2006) Trailer) unter der Regie von Peter Webber gibt sie die japanische Immigrantin Lady Murasaki, die den jungen Hannibal liebevoll aufnimmt. Später wird sie Opfer von rassistischen Wortgefechten und liefert so ungewollt den Grund für Hannibal, seinen ersten Mord zu begehen.

Nochmals arbeitet sie mit Regisseur Zhang Yimou bei dessen opulent in Szene gesetzten und symbolisch aufgeladenen Drama DER FLUCH DER GOLDENEN BLUME (2006) (DER FLUCH DER GOLDENEN BLUME (2006) Trailer) zusammen. Sie spielt die Königin, die den Mord an ihrem Ehemann (gespielt von dem männlichen chinesischen Star Chow Yun-Fat) plant, der gleichfalls sie töten lassen will.

In China ist Gong Li ein Sex-Symbol. Sie wird das Gesicht für L'Oreal und präsentiert deren Produkte in Asien. Die amerikanische Pop-Gruppe "Red Hot Chili Peppers" widmet ihr einen Song. Neben ihrer Schauspielarbeit studiert sie an der Universität in Peking Soziologie und schließt das Studium 2000 mit dem Master ab. Sie tritt als Botschafterin der UNESCO auf, ist zudem bei internationalen Filmfestivals als Jury-Präsidentin geladen, unter anderem 2000 in Berlin, 2002 in Venedig und 2003 in Tokio.

Mehrere Jahre lebt die Schauspielerin mit dem Regisseur Zhang Yimou zusammen, der seine Familie wegen ihr verlässt. Dadurch werden beiden zum Skandal, werden als Ehebrecher und Hure beschimpft. Danach werden sie von den Sittenwächtern beobachtet, beschäftigen lange Zeit die Öffentlichkeit. 1996 heiratet sie einen Geschäftsmann aus Shanghai. Die Schauspielerin lebt in Hongkong und Peking.

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