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Johannes Riemann

Johannes Riemann
Regie, Drehbuch, Darsteller

* 31. Mai 1888
Berlin
Deutschland
† 30. September 1959
Konstanz
Deutschland

JOHANNES RIEMANN • Biographie Seite 1/1

Johannes Riemann hat drei Jahrzehnte deutsche Kinounterhaltung mitbestimmt. Er beginnt während des Ersten Weltkriegs mit seiner Filmkarriere, wird vom damaligen Super-Star Henny Porten entdeckt und gefördert. In der Folge steigt der Schauspieler zum beliebten Darsteller auf, der bevorzugt Gentlemen-Rollen übernimmt und elegant den Frauen das Herz bricht. Ab den 1930er Jahren führt Johannes Riemann auch Regie.

Johannes Riemann wird am 31. Mai 1888 in Berlin geboren. Sein Vater stirbt, als er 7 Monate alt ist; er wächst in bescheidenden Verhältnissen auf. Als kleiner Junge besucht er die Gemeindeschule in der Gipsstraße. Frühzeitig zeigt er Interesse für das Singen und nimmt erfolgreich an einer Aufnahmeprüfung für den Berliner Hof- und Domchor teil, mit dem er mehrmals vor der kaiserlichen Familie auftritt. Eigentlich will er Oratorien-Sänger werden, befolgt aber während des Stimmbruchs, wo er in einer Musikalienhandlung arbeitet, den Rat eines Lehrers und nimmt Schauspielunterricht bei Anna von Strantz-Führing und Alexander Strakosch. Damit ändert sich seine Leidenschaft - Johannes Riemann wird Schauspieler.

1908 erhält er sein erstes Engagement am Hebbel-Theater in Berlin. Danach zieht es ihn in die Provinz, wo im Fach des jugendlichen Helden sein Repertoire ständig erweitert. Stationen sind Teplitz, Meran und Marienbad, bis er 1911 nach Berlin, an die dortige Volksbühne zurückkehrt. Nach einer Spielzeit geht er ans Hoftheater nach Weimar, wo Johannes Riemann zum Charakterschauspieler reift. Um 1916 holt in Max Reinhardt ans Deutsche Theater in Berlin. Nebenbei veranstaltet der junge Künstler Vortragsabende, die seinen Namen in Berlin bekannt machen.

Um 1916 kommt Johannes Riemann erstmals mit dem Film in Kontakt. Die Schauspielerin Henny Porten sieht ihn in einer seiner Theateraufführungen und vermittelt sein erstes Engagement. Unter anderem agiert er neben dem damaligen Super-Star in GELÖSTE KETTEN (1916) und DIE FAUST DES RIESEN - 1. TEIL (1917). Bald wird der Schauspieler ein angesehener Filmdarsteller, spielt meistens Hauptrollen. Sein wohl bekanntester Film der Zeit wird VERITAS VINCIT (1919), der als Prunkfilm im Filmatelier Weißensee, auf der nahe gelegenen Rennbahn und an verschiedenen Original-Schauplätzen entsteht. Der Regisseur Joe May inszeniert Episoden aus der Römerzeit, dem Mittelalter und der Gegenwart. Alle drei weiblichen Hauptrollen werden von Mia May verkörpert; Johannes Riemann spielt die drei männlichen Hauptrollen.

In den 1920er Jahren arbeitet Johannes Riemann mit einigen der bekannten deutschen Regisseuren, wie Erich Schönfelder oder Dimitri Buchowetzki. Er spielt in Klassikern wie ANNA KARENINA (1920) und DAS PANZERGEWÖLBE (1926) mit. In vielen Fällen agiert er als gutaussehender Gentlemen und Charmeur, der elegant den Frauen die Herzen bricht.

Ab den 1930er Jahre beginnt er auch als Drehbuchautor tätig zu werden, zum gleichen Zeitpunkt führt Johannes Riemann auch erstmals Regie. Meist sind es leichte Unterhaltungsstoffe, die er in Szene setzt. In ICH SEHNE MICH NACH DIR (1934) spielen Camilla Horn und Louis Graveure die Hauptrollen. ICH HEIRATE MEINE FRAU (1934) arbeitet er mit Lil Dagover und Paul Hörbiger zusammen. Neben seinen Regie-Arbeiten ist Johannes Riemann immer auch als Schauspieler tätig. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 bekundet der Schauspieler offen seine Sympathie für die neue Regierung. 1939 wird er von Adolf Hitler zum Staatsschauspieler ernannt.

Seit Mitte der 1940er Jahre arbeitet Johannes Riemann wieder auf der Theaterbühne. Er ist unter anderem am Theater am Kurfürstendamm tätig. Nach einer längeren Krankheit ist es ihm erst wieder nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges möglich, seine darstellerischen Fähigkeiten zu zeigen. Allerdings kann er an seine frühen Erfolge nicht mehr anknüpfen. Er spielt in westdeutschen Heimatfilmen der Zeit wie etwa ZWEI BAYERN IM HAREM (1957).

Johannes Riemann stirbt am 20. September 1959 in Konstanz.

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