Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

Wladimir Gaidarow

Wladimir Gaidarow
Darsteller

* 25. Juli 1893
Poltawa
Ukraine
† 17. Dezember 1976
Sowjetunion
andere Namen Vladimir Gaidaroff; Wladimir Gaidaroff; Vladimir Gaidarow

WLADIMIR GAIDAROW • Biographie Seite 1/1

In der Stummfilmzeit heißen die Film-Stars in Deutschland Asta Nielsen, Lya de Putti, Aud Egede Nissen oder eben Wladimir Gaidarow. Sie kommen aus Dänemark, Norwegen, Ungarn oder dem großen Rußland. Die Karriere ist aber in den meisten Fällen mit Aufkommen des Tonfilms beendet: Auch die Filmkarriere des Schauspielers Wladimir Gaidarow ist in Deutschland vorbei.

Wladimir Gaidarow wird am 25. Juli 1893 in Poltawa, einer Stadt in der Ukraine, geboren. Nach seinem Schulabschluss 1912 beginnt er ein Studium der Geschichte und Philosophie an der Universität in Moskau. Fünf Jahre später schließt er es ab. Während seines Studiums nimmt er auch Schauspielunterricht bei dem berühmten Konstantin S. Stanislawski (1863-1938).

1916 hat der damals 23-jährige sein Debüt am Moskauer Künstlertheater. Erste Erfolge stellen sich sein, besonders erwähnt wird seine Darstellung in der Bühnenfassung "Das Gut Stepantschikow und seine Bewohner" von Fjodor Dostojewski. Zur selben Zeit beginnt Wladimir Gaidarow auch für den Film zu arbeiten. Bald ist er ein populärer Darsteller, der besonders in den Rollen jugendlicher Helden auffällt. An der Seite des russischen Filmstars Iwan Mosjukin erlebt er erstmals beträchtliche Anerkennung für sein Spiel in dem Film PATER SERGIUS (1917), die Verfilmung eines Tolstoi-Stoffes.

Wegen den Nachwirkungen der Oktoberrevolution 1917 und der allgemeinen Konfusion im Land verlässt Wladimir Gaidarow 1920 Moskau und geht nach Estland. Dort spielt er in der Hauptstadt Theater. Später wandert er weiter nach Lettland, bis er im März 1921 in Berlin ankommt. In den folgenden Jahren wird er in Deutschland und Frankreich ein Publikumsliebling, der mit einigen der wichtigsten Regisseuren der Stummfilmzeit zusammengearbeitet hat.

Seine erste Rolle in Deutschland gibt ihm der dänische Regisseur Carl Theodor Dreyer in dem Film DIE GEZEICHNETEN (1921). Bereits im folgenden Jahr spielt er bei Friedrich Wilhelm Murnau die Rolle des Johannes Rog in DER BRENNENDE ACKER (1922). In dem Joe May-Vierteiler TRAGÖDIE DER LIEBE (1923) ist er an der Seite der gestandenen Schauspieler Mia May und Emil Jannings zu sehen. In dem Kostümfilm MANON LESCAUT (1926) spielt der russische Schauspieler neben dem Jungstar Lya de Putti.

Der Tonfilm beendet die Karriere des Schauspielers in Deutschland. Er spielt noch drei Hauptrollen, unter anderem in LUISE, KÖNIGIN VON PREUSSEN (1931) und NACHTKOLONNE (1931). Auch sein Wechsel ins Regiefach bei dem Film WELLEN DER LEIDENSCHAFT (1930) bleibt für ihn unbefriedigend. Er entschließt sich, in seine Heimat zurückzukehren. Dort ist er noch an einigen sowjetischen Filmproduktionen beteiligt. Aber sein Schwerpunkt ist das Theater. Bis 1968 arbeitet er am Puschkin-Theater in Leningrad und gehört dort zu den wichtigsten Ensemblemitgliedern. Seine Ausflüge in die Filmbranche sind vereinzelter Natur.

Wladimir Gaidarow stirbt am 17. Dezember 1976.

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,72696