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Max Mack

Max Mack
Regie, Drehbuch, Darsteller, Produzent

* 21. Oktober 1884
Halberstadt
Deutschland
† 18. Februar 1973
London
Großbritannien

MAX MACK • Biographie Seite 1/1

Der Filmemacher Max Mack ist im Laufe seiner Filmkarriere nachweislich an 138 Filmen beteiligt. In den 1910er Jahren dreht er manchmal zwei Filme im Monat, steht dazu nach vor der Kamera, schreibt die Drehbücher und produziert. Damit ist Max Mack einer der produktivsten Regisseure aus der Frühzeit des deutschen Kinos. Filmgeschichte schreibt der Regisseur, indem er einen der ersten deutschen "Kunstfilme" bzw. "Autorenfilme" vorlegt: DER ANDERE (1913).

Max Mack wird am 21. Oktober 1884 in Halberstadt als Moritz Myrthenzweig geboren. Sein Vater ist ein jüdischer Kantor. Er absolviert seine Schulausbildung bis zum Abitur. Danach geht er mit einer Theatergruppe auf Wanderschaft. Um 1906 erhält er sein erstes festes Engagement in Eisenach. Ein Jahr später gehört er zum Ensemble des Max Reinhardt in Berlin, feiert erste Erfolge, unter anderem in dem Max Halbe-Stück "Jugend".

Um 1910 kommt der Darsteller mit dem jungen Medium Film in Kontakt. Zunächst arbeitet er bei diversen Produktionsfirmen als Schauspieler. In seinem ersten Film JAPANISCHES OPFER (1910) agiert er neben zwei seiner späteren Kollegen Friedrich Zelnik und Lupu Pick als Darsteller. Bald schreibt er Drehbücher, bis er mit 1911 seinen ersten Regiefilm vorlegt. In nur zwei Jahren, von 1911 bis 1913, ist Max Mack als Schauspieler, Drehbuchautor oder Regisseur an mehr als 48 Filmen beteiligt. Er arbeitet für verschiedene Berliner Produktionsfirmen, unter anderem die Messters Projektion GmbH, die Eiko-Film GmbH sowie die Vitascope GmbH. Später wird er für die Projektions-AG "Union" (PAGU) und die Greenbaum-Film GmbH tätig sein. Zu seinen Hauptdarstellerinnen gehört unter anderem Hanni Weisse, die durch seine populären Inszenierungen zu damaligem Star-Ruhm kommt.

1913 schreibt Max Mack Filmgeschichte. Mit DER ANDERE (1913) legt er einen der ersten deutschen "Kunstfilme" vor. Gemeinsam mit dem populären Schriftsteller Paul Lindau und dem bekannten Theaterschauspieler Albert Bassermann verfilmt er seine Version des Dr. Jekyll und Mr. Hyde-Stoffes nach Robert Stevenson. Erzählt wird die Geschichte des Rechtsanwalts Haller, dessen Persönlichkeit nach einem Sturz vom Pferd gespalten wird. Die ambitionierte Produktion wird von der Mehrheit der Kritiker nicht gelobt, auch an den Kinokassen soll der Film kein großer Erfolg gewesen sein. Ziel der Filmemacher ist es, das junge Medium für das Bildungsbürgertum interessant zu machen, es aus den rauchigen Vorortkneipen herauszuholen. Der "Kunstfilm" findet zahlreiche Nachahmer und diese erreichen das, was DER ANDERE (1913) noch nicht geschafft hat. Mehr Erfolg hat Max Mack durch seine mit leichter Hand inszenierten Lustspiele WO IST COLETTI? (1913), DIE TANGO-KÖNIGIN (1913) und DIE BLAUE MAUS - 1. Teil (1913), mit ihnen erreicht er ein großes Publikum.

1917 gründet Max Mack seine eigene Produktionsfirma, die Max Mack-Film GmbH mit Sitz in der Leipziger Straße in Berlin. Er produziert Lustspiele und Dramen, zahlreiche Ein- und Zwei-Akter. Zwei Jahre später kommt die Solar-Film GmbH dazu, mit der größere Stoffe verfilmen werden sollen. Sein Film DER SOHN DER MAGD (1919) mit Rose Veldtkirch und Hermann Thimig hat beim Publikum Erfolg. In der Folge konzentriert sich Max Mack auf die Produktion längere Spielfilme, wechselt dazu auch zu anderen Produktionsfirmen, unter anderem dreht er einen der ersten Filme für die Terra-Film. In Figaros Hochzeit (1920) sind Alexander Moissi und Hella Moja seine Hauptdarsteller. Max Mack zählt zu den gestandenen Regisseuren der Zeit, er arbeitet unter anderem mit dem jungen Willy Fritsch, inszeniert Harry Liedtke und Lya de Putti - alles bekannte Namen der Zeit, die ihr Publikum ziehen.

Um 1928 experimentiert Max Mack mit dem Tonfilm. Er dreht EIN TAG FILM (1928), wo erstmals die Stimmen von Hans Albers, Willi Forst und Kurt Vespermann zu hören sind. Danach inszeniert der Regisseur Lustspiele und Komödien, produziert auch kurze Varieté-Filme.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 muss Max Mack Deutschland verlassen. Er ist Jude. Über Prag gelangt er nach Paris, später nach London. Hier dreht er Mitte der 1930er Jahre seinen letzten Film. Zwar gründet er nochmals eine Produktionsfirma, die Ocean-Films Ltd., und beschäftigt Drehbuchautoren. Als die Finanzmittel knapp werden, muss er die Projekte aber abbrechen. Kontakte nach Hollywood ergeben sich nicht. Max Mack schreibt seine Memoiren, die 1943 in London unter dem Titel "With a Sigh and a Smile. A Showman Looks Back" in London erscheinen. Um seinen Lebensunterhalt zu sichern, arbeitet er in artfremden Berufen, bearbeitet Komödien in der Bibliothek des British Museum.

Max Mack stirbt am 18. Februar 1973 im Alter von 86 Jahren in London.

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