Film-Zeit auf  Film-Zeit bei Facebook   Film-Zeit auf Twitter

Max Reinhardt

Max Reinhardt
Regie, Produzent

* 09. September 1873
Baden, bei Wien
Österreich
† 31. Oktober 1943
New York City
USA

MAX REINHARDT • Biographie Seite 1/1

Der Theaterregisseur Max Reinhardt hat nur fünf Filme inszeniert. Bedeutend wichtiger als seine eigenen Film-Inszenierungen sind die Impulse, die der große Bühnenregisseur darstellerischen Künstlern mit auf den Weg gibt. Fast kein bekannter deutscher Schauspieler bzw. keine Schauspielerin hat nicht die Schauspielschule von Max Reinhardt durchlaufen oder an einer seiner Bühnen gespielt. Bei ihm haben fast alle Großen gelernt.

Max Reinhardt wird am 09. September 1873 als Max Goldmann in Baden (Niederösterreich) geboren. Sein Vater ist ein jüdischer Kaufmann, der seinen Sohn nach der obligatorischen Schulausbildung zu einer Banklehre schickt, die er zwischen 1890 und 1892 absolviert. Nebenbei nimmt er privaten Schauspielunterricht. Sein Debüt gibt der junge Schauspieler mit 17 Jahren in Wien. Danach tingelt Max Reinhardt durch die Provinz, bis er 1894 in Berlin ankommt.

Max Reinhardt wird Ensemblemitglied am Deutschen Theater. Über mehrere Jahre wird er vorwiegend im Rollenfach "Alter Mann" besetzt, obwohl er selbst in den 20ern bzw. 30ern ist. Mit Schauspielkollegen gründet er 1901 die Kleinkunstbühne "Schall und Rauch", die ein Jahr später in "Das kleine Theater" umbenannt wird. Im selben Jahr übernimmt er auch die Leitung des Kleinen Theater und des Neuen Theaters, die sich gemeinsam zu einer Spielstätte zusammenschließen (heute Berliner Ensemble, Theater am Schiffbauerdamm). 1905 wird Max Reinhardt dann Direktor des Deutschen Theaters, gliedert die Kammerspiele ans Haus an und gründet eine Schauspielschule, die in der Folge zu den berühmtesten Schulen Deutschlands wird. Das Deutsche Theater selbst baut er während seiner Leitung zur renommiertesten und angesehensten Bühne im deutschen Sprachraum auf.

Neben seiner Direktorenarbeit ist Max Reinhardt auch als Regisseur tätig. Er inszeniert fast jeden Klassikern, es gibt viele Uraufführungen. 1911 setzt er das Hugo von Hoffmannsthal-Stück "Jedermann" in Szene. Richard Strauss will seinen "Rosenkavalier" von ihm inszeniert sehen und holt ihn nach Dresden. Die Aufführung setzt neue Maßstäbe im Musiktheater, da Max Reinhardt die Sänger wie Schauspieler einsetzt. Als Begründer eines neue Regietheaters wird sein Name bekannt. Zu seinem Stil gehören Großraum-Inszenierung, eine riesige Bühnenmaschinerie, eine Vielzahl von Statisten: "Schautheater", mit dem Max Reinhardt über Jahre national wie international große Erfolge feiert. Für den Zeitraum von 1915 bis 1918 übernimmt er die Leitung der Berliner Volksbühne, in der er die Versuchsbühne "Das junge Deutschland" einrichtet. Dort werden Stücke von Oskar Kokoschka, Else Lasker-Schüler oder Franz Werfel aufgeführt. Er gehört zu den Mitgründern der Salzburger Festspiele 1920, inititiert verschiedene Theater-Projekte, kauft das Wiener "Theater in der Josephstadt" und läßt es umbauen, gründet das Max-Reinhardt-Seminar in Wien.

Mit dem Film kommt Max Reinhardt um 1910 in Kontakt. Im Sommer 1910 filmt er seine Pantomime SUMERUN (1910) von der Bühne ab. Einen durchschlagenden Erfolg hat der Film nicht. Mit der italienischen Schauspielerin Maria Carmi inszeniert er drei Filme. Er wählt Stücke, die er bereits auf der Bühne inszeniert hat und überträgt sie relativ werkgetreu und in Theatermanier auf den Film. DAS MIRAKEL (1912) erzählt die Geschichte einer jungen Nonne, die aus Liebe das Kloster verlässt. In Venedig entsteht im Frühjahr 1913 unter seiner Regie EINE VENEZIANISCHE NACHT (1914).

1933 bieten die Nationalsozialisten Max Reinhardt eine "Ehren-Arierschaft" an, die er ärgerlich ablehnt. Er verlässt Berlin und geht zunächst nach Österreich. Dort inszeniert er noch die Uraufführung "In einer Nacht" von Franz Werfel. Danach emigriert er in die USA. Nur noch einmal dreht Max Reinhardt einen Film. In den USA realisiert er die Shakespeare-Verfilmung EIN SOMMERNACHTSTRAUM (1935), die bis dato zu den wunderbarsten Varianten des zahlreich verfilmten Stoffes zählt. Der Regisseur legt den Film eng an das Bühnenstück an, stattet ihn exzellent aus und schmückt das Ganze phantasievoll mit filmischer Trick-Zauberei. Überaus humorvoll agieren James Cagney als Zettel und Mickey Rooney als Puck. 1938 gründet er in Los Angeles den "Max Reinhardt Workshop", eine Theater- und Filmakademie.

Max Reinhardt ist zweimal verheiratet. Die erste Ehe führt er mit der Schauspielerin Else Heims, die zweite mit der Schauspielerin Helene Thimig. Aus seiner ersten Ehe gehen zwei Söhne hervor: Wolfgang Reinhardt und Gottfried Reinhardt. Beide sind später ebenfalls im Filmbereich tätig.

Max Reinhardt stirbt am 31. Oktober 1943 in New York.

Aktueller Stand der Datenbank:
18738 Filme,
72604 Personen,
6594 Trailer,
873 Biographien,
54 Themen & Listen
all: 0,62719