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Barbara Stanwyck

Barbara Stanwyck
Darsteller

* 16. Juli 1907
New York (New York)
USA
† 20. Januar 1990
Santa Monica (Kalifornien)
USA

BARBARA STANWYCK • Biographie Seite 1/1

Barbara Stanwyck steht 60 Jahre vor der Kamera. Vom Stummfilm über die Goldenen Jahre Hollywoods bis zu TV-Serien in den 1980er Jahren ist sie an mehr als 80 Filme beteiligt. Mit der "Schwarzen Serie" Hollywoods erreicht die Schauspielerin ihren absoluten Karrierehöhepunkt. Wie keine andere Darstellerin hat sie dem Bösen ein wunderschönes Gesicht gegeben, ihre kühlen Frauen mit Skrupellosigkeit und Verruchtheit ausgestattet. Ihre Schönheit und ihre erotische Ausstrahlung benutzt sie dabei als Werkzeug, um das zu bekommen, was möchte.

Barbara Stanwyck wird am 16. Juli 1907 in New York im Stadtteil Brooklyn als Ruby Catherine Stevens geboren. Sie ist das fünfte Kind eines schottisch-irischen Paares, wächst unter ärmlichen Verhältnissen auf. Als ihre Mutter stirbt ist sie vier Jahre alt, ihr Vater verlässt die Familie und sie wird zum Heimkind. In Brooklyn besucht sie auch die Schule, beendet sie mit 15 Jahren. Als Chor-Girl wird sie von einem New Yorker Nachtclub engagiert, tanzt kurze Zeit später bei den "Ziegfeld Follies of 1923". Bereits mit 19 Jahren erhält sie am Broadway ihre erste Hauptrolle, spielt am Hudson-Theater in diversen Musical- und Revueproduktionen, später ist sie auch in dramatischen Rollen zu sehen. In dieser Zeit ändert sie auch ihren Namen.

1927 debütiert Barbara Stanwyck vor der Kamera. In dem Stummfilm BROADWAY NIGHTS (1927) von Joseph Boyle spielt sie eine Nebenrolle. Es soll ihr einziger Stummfilm bleiben. Sie kehrt zum Broadway zurück und nimmt erst 1929 einen Filmvertrag von Joseph M. Schenck an, dem damaligen Leiter der United Artists. Regisseur Frank Capra, bekannt durch seine einfühlsamen Schauspielerführungen, dreht mit ihr drei Filme, wobei sie mit dem ersten Film LADIES OF LEISURE (1930) ihren Durchbruch als Schauspielerin feiert.

1931 wechselt sie zu Warner Bros. und bleibt bis 1935 bei der Produktionsfirma. Später wird sie für die Columbia und die Paramount arbeiten, nie einen Exclusiv-Vertrag unterschreiben. Barbara Stanwyck ist einer der Stars der 1930er Jahre. Sie brilliert als Frau, welche nicht auf dem Mund gefallen ist, sich ihre soziale Stellung und den Aufstieg erkämpft. Für ihre Darstellung einer Mutter, die sich für den sozialen Aufstieg ihrer Tochter opfert, in dem Melodram STELLA DALLAS (1937) von King Vidor erhält sie ihre erste Oscar-Nominierung. Nach weitere werden folgen, insgesamt wird sie viermal vorgeschlagen, kann diese Auszeichnung der Academy aber nie mit nach Hause nehmen.

Dabei ist sie eine der großen Männerverführerinnen von Hollywood. Sie brilliert als Tochter eines Eisenbahningenieurs in dem groß angelegten Western UNION PACIFIC (1939) von Cecil B. DeMille, spielt eine reumütige Juwelendiebin in DIE UNVERGEßLICHE NACHT (1940) von Mitchell Leisen und überzeugt als Gangsterbraut, die sich für einen Professor entscheidet in DIE MERKWÜRDIGE ZÄHMUNG DER GANGSTERBRAUT SUGARPUSS (1941) von Howard Hawks. In der Komödie DIE FALSCHSPIELERIN (1941) von Preston Sturges arbeitet sie mit ihrem Vater auf einem Passagierdampfer und verliebt sich unverhofft. Den Millionärssohn (gespielt von Henry Fonda) kann sie durch ein listiges Intrigenspiel gewinnen. Ob in Screwball-Komödien, Gangsterfilmen, Literaturverfilmungen, Western oder Melodramen - Barbara Stanwyck fühlt sich in allen Genres zu hause und überzeugt durch ihre Wandelbarkeit. In den 1940er Jahren ist sie die höchstbezahlteste Schauspielerin Hollywoods.

Mit der "Schwarzen Serie" Hollywoods erreicht die Schauspielerin ihren absoluten Karrierehöhepunkt. In FRAU OHNE GEWISSEN (1944) von Billy Wilder ist sie das böseste aller Bad girls. Sie spielt Phyllis Dietrichson, eine blonde Hausfrau, die ihren Ehemann ermorden lassen will, um an sein Vermögen zu kommen. Dafür bedient sie sich des Versicherungsagenten Walter Neff (gespielt von Fred MacMurray), den sie nach begangener Tat ebenfalls töten will. Sie ist durch und durch verdorben, eine wunderschöne, aber gewissenlose Frau, die ihre erotische Ausstrahlung als Werkzeug benutzt, um das zu erhalten, was sie will. In DIE SELTSAME LIEBE DER MARTHA IVERS (1946) unter der Regie von Lewis Milestone spielt sie die reiche Ehefrau und Erbin Martha Ivers, die durch ein altes Verbrechen an ihren Ehemann (gespielt von Kirk Douglas) gebunden ist. Beider Leben steuert auf einen schlimmen Ausgang zu, sie begehen Selbstmord. In DIE ZWEI MRS. CARROLLIS (1947) von Peter Godfrey spielt sie die zweite Ehefrau eines Mallers (verkörpert von Humphrey Bogart), der seine Frauen als Quelle der Inspiration nutzt, sie aber tötet, wenn sie ausgedient haben. Im letzten Moment kann sie ihr Schicksal abwenden. In dem spannenden Thriller DU LEBST NOCH 105 MINUTEN (1948) von Anatole Litvak verkörpert sie eine bettlägerige neurotische Frau, die durch Zufall den Auftrag zu ihrer eigenen Ermordung am Telefon mithört. In dem Krimidrama ENTGLEIST (1950) von Mitchell Leisen, hat sie nach einem Eisenbahnunglück die Identität eines der Todesopfer angenommen und wird von ihrem ehemaligen Freund, der sie geschwängert und dann verlassen hat, erpresst. Sie spielt Mörderinnen und Opfer ebenso, auch Frauen, die sich für einen Mann aufopfern, zupackend und verletzlich können ihre Frauen sein. Dabei ist sie oft - und das ist eine ihrer besonderen darstellerischen Qualitäten - Engel und Teufel zugleich.

Mit fast allen wichtigen Regisseuren der Zeit hat die Schauspielerin gearbeitet, ihre Professionalität vor der Kamera wird von vielen gelobt. Ihre Stunts führt sie auch noch mit mehr als 50 Jahren selbst durch, gilt als eine der wenigen allürenfreien Stars Hollywood. In Jean Negulescos TITANIC (1953) spielt sie eine Mutter, die zu Tränen rührt. Als Schauspielerin, die nach 10 Jahren zu ihrer Familie zurückkehrt, überzeugt sie in Douglas Sirks Melodram ALL MEINE SEHNSUCHT (1953). In dem Thriller DAS WAR MORD, MR. DOYLE (1957) von Gerd Oswald gibt sie eine Journalistin, die überaus ehrgeizig alles erreichen will und dafür auch über Leichen geht. Mit dem Western VIERZIG GEWEHRE (1957) unter der Regie von Samuel Fuller legt sie in gewisser Weise ihr Alterswerk vor: Sie mimt eine reiche Rancherin, die sich ihre eigenen Gesetze schafft. Hier stellt sie eine der wenigen starken, alles dominierenden Frauengestalten des Westerns dar.

Ab Ende der 1950er Jahre ist Barbara Stanwyck vorwiegend im Fernsehen präsent. Nach der TV-Serie F.B.I. (1959 - 1962) bringt ihr die "Barbara Stanwyck"-Show (1961/1962) einen Emmy ein. Zwischen 1965 bis 1969 gibt sie in der TV-Serie THE BIG VALLEY die Rancherin Victoria Barkley, rüstig und herrisch regiert sie über das Familienimperium und die Rinderranch. In dem vierteiligen Fernsehfilm DIE DORNENVÖGEL steht sie ebenfalls vor der Kamera. 1982 wird Barbara Stanwyck mit einem Ehren-Oscar für ihr Lebenswerk geehrt.

Zweimal ist die Schauspielerin verheiratet. Ihre erste Ehe führt sie von August 1928 bis Dezember 1935 mit dem Komiker Frank Fay. Sie adoptiert Anthony Dion Fay, den Sohn ihres Ehemannes. Nochmals tritt sie vor den Traualtar im Mai 1939 und heiratet ihren Kollegen und Filmstar Robert Taylor. Die Ehe wird Februar 1951 geschieden.

Barbara Stanwyck stirbt am 20. Januar 1990 in Santa Monica (Kalifornien).

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Autorin: Ines Walk
Stand: Januar 2006

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