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Maria Matray

Maria Matray
Darsteller

* 14. Juli 1907
Niederschönhausen
Deutschland
† 30. Oktober 1993
München
Deutschland
andere Namen Maria Solveg

MARIA MATRAY • Biographie Seite 1/1

Maria Matray "soll weg" von der Bühne, meint ihr Vater, weil schon drei seiner Töchter als Schauspielerin und Tänzerinnen arbeiten. Aber das junge Mädchen beweist Humor, gibt sich mit 17 Jahren den Künstlernamen Maria Solveg und wird eine erfolgreiche Schauspielerin in der Stumm- wie Tonfilmzeit, arbeitet als Tänzerin, zählt zu den erfolgreichsten Choreografinnen in Hollywood und schreibt im gesetzteren Alter zahlreiche Drehbücher und Romane.

Maria Matray wird am 14. Juli 1907 in Niederschönhausen (heute ein Stadtteil von Berlin) als Maria Stern geboren. Ihr Vater ist Ingenieur, der später auch als Direktor seine eigene Firma, die AEG Georg Stern, betreibt. Ihre Mutter Lisbeth, geb. Schmidt, ist die Schwester der Bildhauerin und Malerin Käthe Kollwitz. Zur Famile gehören noch drei Schwestern: Katharina, Gregula und Johanna. Alle vier Töchter der Familie Stern werden später unter anderen Namen als Schauspielerinnen arbeiten. Johanna wird unter ihrem Namen Johanna Hofer als Schauspielerin arbeiten und mit ihrem Ehemann, dem Schauspieler Fritz Kortner nach 1933 Deutschland verlassen. Katharina ist als Katta Sterna die langjährige Schauspielpartnerin von Ernst Matray. Gregula steht mit dem Namen Regula Keller als Schauspielerin auf der Bühne.

Maria Matray besucht die höhere Töchterschule, später ein Realgymnasium. Schon seit Kindertagen will sie Schauspielerin werden. Sie gibt sich den Künstlernamen "Solveg" und wird mit 17 Jahren für den Film entdeckt. Sie spielt das moderne Mädchen und feiert mit ihren Darstellungen sofort Erfolge. Sie arbeitet unter anderem mit den Regisseuren Richard Löwenbein und Ludwig Berger zusammen. Bis zur ihrer Emigration 1932 spielt sie in 19 Filmen mit. Ihr Debüt gibt sie in dem Film DAS BLUMENWUNDER (1924). Sie feiert Erfolge mit dem Film DER MEISTER VON NÜRNBERG (1927), in dem sie sich als legitime Nachfolgerinnen der großer Stummfilm-Darstellerinnen etabliert. Nebenbei steht sie auch immer wieder auf der Theaterbühne bei Max Reinhardt oder tanzt im Ballett von Ernst Matray, den sie 1920 mit 17 Jahren heiratet. Sie wird ungarische Staatsbürgerin.

1934 inszenieren beide in London ein Ballett und werden von dem amerikanischen Theaterproduzenten Clifford C. Fisher ins "French Casino" nach Chicago engagiert. Die Show, die in Amerika entwickelt wird, ist an der Ost- und Westküste überaus erfolgreich. Beide Matrays beantragen Einwanderungsvisa. 1935 siedelt Maria Matray gemeinsam mit seiner Ehemann ganz in die USA. Als Filmschauspielerin kann sie in Amerika nicht arbeiten, keine ihrer Bewerbungen hat Erfolg. Erst 1938 erhält sie Arbeit. Bei ihrem alten Freund Max Reinhardt wird sie als Regieassistentin für die "Faust"-Inszenierung eingestellt, die auf der Freilichtbühne des Pilgrimage Theatre in Hollywood und in San Francisco gezeigt wird. Danach arbeitet sie weiter als Assistentin. Später arbeitet sie auch als Assistentin ihres Mannes bei Filmen wie DER GLÖCKNER VON NOTRE-DAME (1939) oder BALALAIKA (1939) für die Produktionsfirma MGM. Sie entwirft Choreographien und Tanzszenen.

In der Folge dieser ersten beiden Filme wird das Ehepaar immer wieder zur Choreographien herangezogen, sie zählen zu den erfolgreichsten ihrer Zunft und der damaligen Zeit. Bis 1945 drehen beide 23 Filme, 16 davon für die Produktionsfirma MGM. Matria Matray möchte aber vielmehr als Autorin arbeiten. Sie kann aber nur ein Drehbuch verkaufen. "Murder in the Music Hall", welches sie gemeinsam mit dem Drehbuchautoren Arnold Lippschitz verfasst.

Nach dem Ende des II. Weltkriegs reist das Ehepaar Matray zwischen Hollywood und Deutschland hin und her. 1953 kehren sie ganz nach Deutschland zurück und arbeiten zunächst für Theater und Fernsehen. Aber Mitte der 50er Jahren trennt sich das langjährige Paar privat und beruflich. Ernst Matray folgt dem Ruf nach Hollywood und arbeitet weiter als Choreograf. Maria Matray bleibt in Deutschland und beginnt eine erfolgreiche Karriere als Drehbuchautorin. Mit ihrem Partner Answald Krüger schreibt sie zahlreiche Fernseh-Krimis und -Dokumentarspiele sowie mehrere Romane. Zu ihren ersten Drehbüchern zählen für das Fernsehen "Der König mit dem Regenschirm" (1954) und "Abschiedsvorstellung" (1955). Sie verfasst ebenso erfolgreiche Drehbücher für das Kino wie MEIN VATER, DER SCHAUSPIELER (1956) oder FRAU IM BESTEN MANNESALTER (1958) heißen die Filme. Überaus erfolgreich ist sie mit ihren dokumentarischen Stoffen über historische Personen wie Hitler, Ludendorff oder Dreyfuß.

Maria Matray wird mehrmals mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Sie stirbt am 20. Oktober 1993 in München.

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