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George Cukor

George Cukor
Regie

* 07. Juli 1899
New York (New York)
USA
† 24. Januar 1983
Los Angeles (Kalifornien)
USA

GEORGE CUKOR • Biographie Seite 1/1

Der Regisseur George Cukor arbeitet mehr als 50 Jahre in Hollywood. Er gilt als "Frauen-Regisseur", der in den 30er, 40er und 50er Jahren vielfach weibliche Themen aufgreift und die weiblichen Stars durch sensible Schauspielführung zu Höchstleistungen treibt. Einige seiner Werke werden zu Klassikern. In fast allen seinen Literaturverfilmungen beweist der Regisseur Treue zur literarischen Vorlage; er zeigt das Glamouröse in seinen witzigen High-Society-Komödien, ist ein brillianter Könner bei Melodramen oder historischen Stoffen.

George Cukor wird am 07. Juli 1899 in New York geboren. Seine Familie hat ungarisch-jüdische Wurzeln. Schon während seiner Kindheit steht er auf der Bühne am New Yorker Broadway, arbeitet als Statist und Kleindarsteller. Mit Anfang 20 beginnt er seine Karriere professionell auszubauen. Er wird Inspizient und später Regisseur. Bald hat er sich in der Branche und beim Publikum einen Namen gemacht, gilt als ein begabtes junges Talent.

Mit Beginn der Tonfilmzeit um 1929 geht er nach Hollywood. Zunächst arbeitet er für andere Regisseure an den Dialogen, unter anderem für Richard Wallace bei dem Film RIVER OF ROMANZE (1929). Außerdem ist er an dem internationalen Erfolgsfilm IM WESTEN NICHTS NEUES (1930) als Dialogregisseur beteiligt. Bald wird er Co-Regisseur bei der Paramount. Aber bereits kurze Zeit später legt er seinen ersten eigenen Film vor: LADY MIT SCHLECHTEM RUF (1931). In der Folgezeit baut der Regisseur seine Karriere mehr und mehr aus. Er etabliert sich in Hollywood als sogenannter "Frauen-Regisseur", da sich in seinem Filmen vielfältige weiblichen Themen finden. Bekannt wird er für seine einfühlsame und intensive Schauspielerführung, die vorallem die Karriere weiblicher Stars befördert. Schauspielerinnen wie Katharine Hepburn, Greta Garbo, Ann Harding, Constance Bennett oder Jean Harlow lassen sich gern von George Cukor in Szene setzen.

Nach Schwierigkeiten mit der Produktionsfirma Paramount wechselt der Regisseur zu RKO, später zu MGM. Hier feiert er seinen ersten größeren Erfolg mit der Literaturverfilmung VIER SCHWESTERN (1932), die einen Oscar für das Beste Drehbuch erhält. Auch seine Adaption von DAVID COPPERFIELD (1935) ist überaus erfolgreich. Mehrmals wendet er sich literarischen Stoffen zu, verfilmt unter anderem William Shakespeare, Alexandre Dumas und Mark Twain. Ende der 30er Jahren wird er für die aufwendige Verfilmung des Margaret Mitchell-Romans VOM WINDE VERWEHT (1939) engagiert. Der Hauptdarsteller Clark Gable sieht sich durch ihn nicht richtig in Szene gesetzt. Nach kurzer Zeit wird er vom Produzenten David O. Selznick durch den Regisseur Victor Fleming ersetzt und bleibt ungenannt.

George Cukor trennt sich von dem Produzenten David O. Selznick und inszeniert bei MGM kommerzielle Erfolge. Mit DIE FRAUEN (1939) dreht er den ersten Film, in dem nur Frauen mitspielen. Mit einem großen Aufgebot weiblicher Stars wird eine Geschichte erzählt, die sich um die Männer dreht. Die Screwball Comedy DIE NACHT VOR DER HOCHZEIT (1940) vereint die Stars Katharine Hepburn, Cary Grant und James Stewart und fällt durch spritzige Dialoge auf. In DIE FRAU MIT DEN ZWEI GESICHTERN (1941) setzt er zum letzten Mal die große Greta Garbo in Szene. Der Film wird ein Flop und veranlaßt die Schauspielerin, sich aus dem Filmgeschäft zurückzuziehen und nie wieder vor die Kamera zu treten. Er adaptiert ein Bühnenstück von Patrick Hamilton, gibt Ingrid Bergman in dem subtilen Horror-Streifen DAS HAUS DER LADY ALQUIST (1944) die Hauptrolle und läßt es von dem Kameramann Joseph Ruttenberg stimmungsvoll in schwarz/weiß fotografieren. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Drehbuchautoren Garson Kanin und Ruth Gordon bringt Klassikern wie die Komödie EHEKRIEG (1949) mit dem Paar Katharine Hepburn und Spencer Tracy sowie DIE IST NICHT VON GESTERN (1952) mit Judy Holliday hervor.

Mitte der 50er Jahre legt der Regisseur seinen ersten Farbfilm in Cinemascope EIN NEUER STERN AM HIMMEL (1954) vor. Erzählt wird die Geschichte einer Sängerin, die zum Star aufsteigt. Je größer ihr Ruhm, desto schwieriger gestaltet sich das Verhältnis zur ihrem Entdecker und Ehemann, der sich dem Alkohol hingibt. Die Schauspielerin Judy Garland feiert in dem Film als Sängerin Esther Blodgett ein Comeback, der Darsteller James Mason gibt den dem Alkohol verfallenen Schauspieler Norman Maine. Es folgt unter anderem der Spielfilm MACHEN WIR LIEBE (1960) mit Marilyn Monroe und Yves Montand in den Hauptrollen. Der letzte Film der Schauspielerin SOMETHINGs GOT TO GIVE (1962) wird ebenfalls von George Cukor inszeniert, bleibt aber wegen des Todes der Darstellerin unvollendet.

Zwei Jahre später inszeniert der Regisseur ein Musical und seinen wohl erfolgreichsten Film. MY FAIR LADY (1964). Der Film basiert auf dem Stück "Pygmalion" von George Bernard Shaw. Der Regisseur verwandelt Audrey Hepburn als Eliza Doolittle von einer Straßenschlampe in eine feine Dame, Rex Harrison, der den Linguist Henry Higgins spielt, erhält für seine Darstellung den Oscar. Der Film selbst wird 12 mal vorgeschlagen, kann 8 Oscars für sich verbuchen. Auch George Cukor kann einen der begehrten Trophäen ergattern - es bleibt seine einzige, fünfmal ist er für die Beste Regie nominiert gewesen.

In der Folge stagniert die Karriere des George Cukor. Seine Filme treffen nicht mehr den Nerv der Zeit. Er dreht unter anderem nach der Vorlage von Graham Greene den Film REISEN MIT MEINER TANTE (1972) und das aufwendige Märchen DER BLAUE VOGEL (1975). Mehrfach arbeitet er in den 70er für das amerikanische Fernsehen. Sein letzter Kinofilm REICH UND BERÜHMT (1981) kommt Anfang der 80er Jahre in die Kinos, den dem Meg Ryan ihr Filmdebüt gibt.

George Cukor zieht sich nach seinem letzten Kinofilm aus dem Geschäft zurück. Er stirbt am 24. Januar 1983 in Los Angeles, Kalifornien.

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