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Sam Wood

Sam Wood
Regie, Produzent

* 10. Juli 1883
Philadelphia (Pennsylvania)
USA
† 22. September 1949
Los Angeles (Kalifornien)
USA
andere Namen Samuel Grosvenor Wood

SAM WOOD • Biographie Seite 1/1

Sam Wood ist ein Filmpionier und Allround-Regisseur, der sich in der klassischen Phase Hollywoods als Routinier durch alle Genre bewegt. Ins Studiosystem passt er perfekt: Seine Filme sind Erfolge an den Kinokassen, ohne überambitioniert oder experimentell zu sein. Vielmehr ist der Regisseur ein perfekter Unterhalter, der weiß mit Spannung zu inszenieren. Anfang der 1940er Jahre feiert er den Höhepunkt seiner Karriere, dreimal wird er als Bester Regisseur für den Academy Award nominiert, aber geht immer leer aus.

Sam Wood wird am 10. Juli 1883 in Philadelphia als Samuel Grosvenor Wood geboren. Sein Vater ist in der Textilbranche tätig; er wächst in einem bürgerlichen Haushalt auf. Als um die Jahrhundert-Wende der Goldrauch in Teilen Amerikas ausbricht, geht er nach Colorado und sucht nach dem Edelmetall. Erfolgreich ist er dabei allerdings nicht. Er gibt auf und studiert Jura, lässt sich in den 1910er Jahren in Los Angeles nieder. Hier arbeitet er als Grundstücksmakler, bis er das neue Medium Film für sich entdeckt.

Um 1910 beginnt Sam Wood Kurzfilme zu inszenieren, in denen er auch als Schauspieler auftritt. Danach arbeitet er mehrere Jahre als Regie-Assistent von Cecil B. DeMille. 1919 kann er seinen ersten eigenen Film drehen. Bald erweist sich, dass er ein routinierter Handwerker ist: Technisch versiert setzt er die Drehbücher um. Seine Filme haben an den Kinokassen recht großen Erfolg, ohne große Kunstwerke zu sein. Fast 50 Filme dreht er in weniger als 10 Jahren.

1927 unterschreibt er einen Vertrag bei MGM. Zwölf Jahre wird er für die Produktionsfirma arbeiten und zum gekonnten Studioarbeiter. Dabei inszeniert er durch alle Genre hindurch und ab und zu gelingt ihm auch der große Wurf. Der Übergang zum Tonfilm bringt dem Filmemacher in keine Schwierigkeiten, vielmehr beweist er sich als routinierter Unterhalter. In GANOVENBRAUT (1933) setzt er Clark Gable und Jean Harlow in Szene. Aufmerksamkeit erringt er durch zwei Filme mit den Marx Brothers, die zum damaligen Zeitpunkt zu den wichtigsten Komikern Amerikas zählen. In DIE MARX BROTHERS: SKANDAL IN DER OPER (1935) kämpfen die drei Marx Brothers gegen einen arroganten Opernsänger der Metropolitan Opera und können ihn erfolgreich gegen einen jungen, sympathischen Aufsteiger ersetzen. Erstmals wird ein Marx Brothers-Film mit einer durchgehenden Handlung erzählt. Ebenso anarchisch wie chaotisch geht er im nächsten Film zu. In DIE MARX BROTHERS: EIN TAG BEIM RENNEN (1937) verhelfen die drei einer jungen Frau aus finanziellen Nöten. Mit beiden Filmen beweist der Regisseur, dass er turbulente Komödien drehen kann, die den Geschmack des damaligen Publikums treffen.

Für das Lehrer-Drama AUF WIEDERSEHEN, MR. CHIPS (1939) wird Sam Woods erstmals für den Oscar als Bester Regisseur nominiert. In England um 1870 kämpft ein Lehrer (gespielt von Robert Donat) um den Respekt seiner Internats-Schüler und gegen den Rektor, der sich Veränderungen in den Weg stellt. Danach bestimmt der Film VOM WINDE VERWEHT (1939) einige Zeit sein Leben. Durch den großen Druck, den der Produzenten David O. Selznick auf die Dreharbeiten ausübt, erleidet Victor Fleming einen Nervenzusammenbruch und Sam Wood wird engagiert, um den Film zu Ende zu drehen. In den Credits des Films bleibt er ungenannt, auch bei der Oscar-Verleihung 1940, bei der der Film zum großen Gewinner wird, wird er nicht bedacht. Nichts desto trotz erweist sich der Regisseur in der Folge als Könner seines Fachs. Ein Jahr später wird er nochmals als Bester Regisseur nominiert, diesmal für seinen Film FRÄULEIN KITTY (1940) mit Ginger Rogers in der Hauptrolle. Hier ist es eine Frau, die sich zwischen einem unglücklichen Eheleben in der Society oder einer glücklichen Beziehung mit einem Arzt entscheiden muss. Danach verfilmt er den Thorton Wilder-Klassiker UNSERE KLEINE STADT (1940). Hier blickt der Regisseur einfühlsam auf zwei junge Familien in der amerikanischen Kleinstadt Grover's Corners. Ein viertes Mal wird er für den Oscar für das Familien-Melodram KINGS ROW (1941) nominiert.

Eine Oscar-Nominierung als Bester Regisseur gelingt ihm zwar nicht mit spanischen Bürgerkriegs-Drama WEM DIE STUNDE SCHLÄGT (1943) mit Gary Cooper und Ingrid Bergman in den Hauptrollen, aber es wird sein bisher größter Erfolg. Die Ernest Hemingway-Verfilmung ist spannend in Szene gesetzt und bietet zwei großartige Schauspieler auf. Mit Gary Cooper wird er auch weiter zusammenarbeiten. In der Sportler-Biographie DER GROSSE WURF (1943) engagiert er ihn für die Rolle des populären amerikanischen Baseballstars Lou Gehrig, der sich nach seiner Profi-Karriere für Strafentlassene einsetzt. In SO EIN PAPA (1944) entdeckt er als College-Lehrer die Liebe zu seinem Kind, kurz vor der Scheidung von seiner Frau. Für die Rolle eines raubeinigen, texanischen Cowboy-Millionärs holt er den Schauspieler nochmals in SPIEL MIT DEM SCHICKSAL (1945). Seine letzte Arbeit wird der Western DIE LETZTEN VON FORT GAMBLE (1949).

Als Präsident der konservativen Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideals (MPAPI) beteiligt er sich rege an der "Kommunistenjagd" des Senators McCarthy. Er denunzierte seine Regie-Kollegen Irving Pichel, Lewis Milestone, John Cromwell und Frank Tuttle.

Von 1908 bis zu seinem Tod ist der Filmemacher mit Clara L. Roush verheiratet. Sam Wood stirbt am 22. September 1949 in Hollywood.

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